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| Gelber Fluß |
Gelber FlußDer Gelbe Fluss (黄河, Pinyin: Huáng Hé , Huanghe, Wade-Giles: Hwangho, Huang Ho, Huangho) ist ein Fluss bzw. Strom im Norden der Volksrepublik China (Ostasien).
Nach dem Jangtsekiang ist er Chinas zweitlängster Fluss. Bezüglich seiner Länge scheinen sich die Landvermesser allerdings nicht einig zu sein, denn es gibt unterschiedliche Werte: 4.845 km ist die geläufigste Angabe und diejenige, die in verschiedenen Lexika zu finden ist; die größte in diversen Medien genannte Länge beträgt 5.464 km. Sein Einzugsgebiet umfasst 752.443 km², das ist in Anbetracht seiner Länge und verglichen mit dem Einzugsgebiet des Rheins nur sehr wenig .
Quelle
Entgegen den meisten Vorstellungen entspringt der Gelbe Fluss nicht im autonomen Gebiet von Tibet, sondern im Hochland von Tibet, das auch über die Grenzen des genannten Gebiets hinausreicht - unter anderem in das "eigentliche" China; dies wird oft verwechselt.
Die Quelle des Gelben Flusses befindet sich in diesem Hochgebirge etwa 200 km nördlich der halben Luftlinie zwischen Lhasa und Xining. Dort liegt sie im Gebirgszug Kunlun (auch Kunlun Shan oder Kuenlun genannt) etwa 450 km östlich des Quellgebiets des Jangtsekiang, westlich zweier Seen (Ngoring Tsho und Kyaring Tsho) und nordwestlich des Sternenmeers (Singsuhai) - ein felsig-steppenartiges Gebiet.
Flusslauf
Jangtsekiang
Von dieser Quelle aus durchquert der Gelbe Fluss erst die beiden Seen. Danach fließt er hauptsächlich in östlicher Richtung unter dem Namen Ma Chhu im Zick-Zack-Kurs durch ein stark gewundenes Hochgebirgstal mit zahlreichen Schluchten bis nach Lanzhou (auch Lantschou genannt). Dort knickt er nach Nordosten fließend ab, kreuzt die Große Mauer und fließt weiterhin durch das Chinesische Hochland. Dabei umfließt er als “Chatan gol“ in der Inneren Mongolei (ein zu China gehörendes Gebiet) in einem sehr langgestreckten Rechtsbogen das wüstenhafte Gebiet des Ordos-Plateaus und wendet sich anschließend und nach erneutem Kreuzen der Großen Mauer als Huáng Hé nach Süden, wo der Fenho einmündet. Rund 150 östlich von Xi'an (Hsi-An) knickt er in einem sehr großen Stausee, in dem ihm der Wei-he zufließt, nördlich des Funiuschan-Gebirges per 90° Winkel gen Osten ab.
Von dort aus fließt der Gelbe Fluss in Richtung Osten, durchquert in den Provinzen Shanxi und Shaanxi ein Lössplateau und verlässt nach und nach das schluchtenreiche Bergland. Etwa 45 km nach der Stadt Kaifeng (auch Khaifung genannt) wendet sich der Strom nach Nordosten und durchfließt die aus seinen Ablagerungen gebildete Tiefebene. Etwas über 500 km nach Kaifeng erreicht der Huáng Hé zwischen Tianjin und der Halbinsel Shandong den Golf von Petschili (auch Tschili oder Bohai genannt), einen Randbereich des Gelben Meeres.
Sedimente, Stauseen und Flussverlagerungen
Der Gelbe Fluss führt viel Löss mit sich, der der Landwirtschaft an seinen Ufern zugute kommt, aber durch Erosion und Sedimentation auch gewaltige Schäden verursacht. Die Lössfracht hat zu seiner Farbe und dem Namen geführt. Unter den großen Flüssen der Erde hat der Gelbe Fluss mit einer durchschnittlichen Sedimentfracht von 35 kg/m³ die höchste Schwebführung. Durch viele Untiefen wird die Schifffahrt erschwert; Stauseen haben aufgrund der Ablagerungen meist nur eine kurze Lebensdauer, bis sie aufgefüllt sind.
In der Nordchinesischen Tiefebene hat sich das Bett des Huáng Hé durch seine enorm große Sedimentfracht über das Niveau der weiten Ebene erhöht. Die Folgen sind alljährlich auftretende große Überschwemmungskatastrophen und die häufigen Verlagerungen des Flussbettes. Nachdem Überschwemmungen immer wieder das Land verwüsteten, ließ der Begründer der Hsia-Dynastie, Ta Yü, etwa im Jahr 2200 v. Chr. Schutzdämme errichten. Alten erhaltenen Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass der Strom seinen Mündungsbereich seit dem Jahr 602 v. Chr. insgesamt 9mal verlegt hat. Die letzte große Verlagerung fand 1855 statt. Daher wurden massive Eindeichungen errichtet, um dies und die häufig auftretenden Hochwasser zu verhindern. Seitdem fließt der Gelbe Fluss zwischen 10 m hohen Deichen in einem Bett, das ungefähr 5 m über dem Niveau der umgebenden Ebene liegt, so dass Nebenflüsse nicht mehr einfließen können. Diese baulichen Maßnahmen brachten allerdings keinen allzu großen Erfolg, denn der nun „eingesperrte“ Fluss sucht sich seinen Weg immer wieder neu und überflutet oftmals die Deiche.
Die starke Sedimentation hat im Mündungsgebiet zu einer ständigen Landerweiterung in das Meer geführt. Allerdings erreichen heute nur noch knapp 30 % der Wassermassen des Flusses auch tatsächlich die Mündung. Immer stärkere Entnahmen für die Trinkwasserversorgung von mehr als 100 Millionen Menschen, zu Bewässerungszwecken sowie für die Industrie haben dazu geführt, dass in der Gegenwart der Unterlauf und das Mündungsgebiet für ungefähr ein halbes Jahr trocken fallen und in der Folge der Grundwasserspiegel sinkt.
Über den Kaiserkanal besteht eine Verbindung zum Jangtsekiang.
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
Kategorie:Fluss in China
ja:黄河
ko:황허 강
PinyinPinyin (chin. 拼音 pīnyīn) ist die offizielle chinesische Romanisierung der chinesischen Sprache Mandarin in der Volksrepublik China. Eigentlich heißt es 汉语拼音文字/漢語拼音文字 Hànyǔ Pīnyīn Wénzì, dt. Zeichen zur Fixierung der Laute im Chinesischen. Diese phonetische Umschrift auf der Basis des lateinischen Alphabets wurde vom Staatsrat 1956 offiziell beschlossen und Ende 1957 genehmigt. Sie löste damit auf dem Festland die 1921 eingeführte nicht-lateinische Zhùyīn (oder Bopomofo)-Umschrift ab, die eher den japanischen Kana nachempfunden war.
Die durch die Pinyin-Umschrift angegebene Aussprache basiert auf dem Peking-Dialekt. Gleichzeitig wurden damit die vereinfachten chinesischen Schriftzeichen zum offiziellen Schriftsystem der VR China.
Hànyǔ Pīnyīn ist bei der Internationalen Standard Organisation ISO als ISO 7098:1991 registriert und damit als internationaler Standard anerkannt.
Zur Aussprache
Da die chinesischen Zeichen immer genau eine Silbe beschreiben, ist auch die Pīnyīn-Umschrift silbenbasiert. Die chinesische Silbe besteht aus einem Anlaut und einem Auslaut. Die Silbe 'ba' besteht aus dem Anlaut 'b' und dem Auslaut 'a'. Die meisten Auslaute können auch ohne Anlaut gesprochen werden. Da sich das chinesische und das deutsche Lautsystem in einigen Punkten erheblich unterscheiden, sind die Aussprachehinweise nur Näherungen (in eckigen Klammern jeweils die Aussprache nach dem Internationalen Phonetischen Alphabet).
Anlaute
- b - wie deutsches b, aber stimmlos wie in Bayern, Österreich, Schweiz
- p - behaucht (mit Atemdruck) wie auf englisch
- m - wie deutsches m [m]
- f - wie deutsches f [f]
- d - wie deutsches d, aber stimmlos wie in Bayern, Österreich, Schweiz
- t - behaucht wie auf englisch
- n - wie deutsches n [n]
- l - wie deutsches l [l]
- z - ähnlich wie ds in (Lan)ds(mann), beginnt stimmlos, nicht behaucht
- c - wie deutsches z, aber stark behaucht
- s - scharfes s, wie deutsches ß in (Mu)ß(e) [s]
- zh - wie z, aber mit nach hinten an den Gaumen gekrümmter Zungenspitze
- ch - wie zh, aber stark behaucht
- sh - ähnlich wie deutsches sch, aber mit gekrümmter Zunge wie bei zh und ch
- r - englisches "r" und französisches "j" gleichzeitig, Zunge gekrümmt wie bei sh, ch, zh (wird oft auf eine der beiden Komponenten reduziert)
- x - sagen wir... deutsches ch in (i)ch, deutsches s und deutsches sch gleichzeitig, und dann einen [j]-ähnlichen offglide dahinter (wie bei französisch gn)
- q - x mit t davor und stark behaucht
- j - wie q, aber nicht behaucht, und endet stimmhaft
- g - wie deutsches g, aber stimmlos wie in Bayern, Österreich, Schweiz
- k - wie deutsches k, aber sehr stark behaucht wie im Tirolerischen
- h - wie deutsches ch in (a)ch [x]; außer vor u, dort wie auf deutsch [h]
- y - wie deutsches j; wenn Auslaute mit i oder ü ohne Anlaut vorkommen, dann wird ein y davorgesetzt, das von den meisten nicht ausgesprochen wird, also i -> yi (ausgesprochen i, selten ji) oder iang -> yang (ausgesprochen jang), bei ü verschwinden die Punkte, also ü -> yu (ausgesprochen ü, selten jü) oder üe -> yue (ausgesprochen üe, selten jüe)
- w - wie auf englisch; wenn Auslaute mit u ohne Anlaut vorkommen, dann wird w davorgesetzt, also u -> wu oder uo -> wo (Aussprache analog zu y)
Auslaute
- a – wie deutsches a
- o – kurzes oa, (fast) wie uo
- e – ähnlich wie kurzes norddeutsches e und englisches er (Kehlkopf nach unten ziehen) , außer in ye, dort wie deutsch Bett und in der Silbe e (ein ungewohnter Zwielaut:
- i – wie deutsches i, außer nach z, c, s, zh, ch und sh, wo es extrem weit unten im Rachen gesprochen wird (Kehlkopf weit nach unten ziehen)
- ia, iao, ie, ian, in, iang, ing, iong – wie bzw. fast wie die Silben ya, yao, ye, yan, yang, ying, yong; in -ian und yan wird das a wie in englisch "an" ausgesprochen; e in -ie und ye wie deutsch Bett
- iu – Zwielaut aus deutsch ich und deutsch und
- u – wie deutsches u. Ein u nach y, j, q und x ist eigentlich ein ü (siehe übernächster Eintrag), da dort kein echtes u vorkommen kann.
- ua, uo, uai, ui, uan, uang – fast wie die Silben wa, wo, wai, wei, wan, wang
- ü – wie deutsches ü, kann mit anderen Auslauten kombiniert werden: üe (e wie deutsch Bett), üan (a wie in englisch an), ün; nach y, j, q und x (wo die Aussprache u nicht vorkommt) wird das ü vereinfacht als u geschrieben, der Buchstabe kommt also nur nach n und l vor
- ai – gesprochen wie norddeutsch ei in Osterei oder ai in Mai; fast wie englisch I und eye
- ei – wie englisch day
- er – kurzes e und r, wird manchmal zu r alleine verkürzt: na'er -> nar
- ao – fast wie deutsch au
- ou – ähnlich wie englisch low
- an, en, in, un – n wie auf deutsch, e meistens wie in deutsch Bett, u ist hier ein Zwielaut ähnlich wie deutsch gurgeln
- ang, eng, ing, ong – ng wie auf deutsch, recht nasal gesprochen; ong klingt eher wie deutsches -ung; e in eng siehe oben (aber ebenfalls nasal); nicht die nächste Silbe mit g beginnen, außer es steht extra da, wie in Yīngguó!
Besonderheiten
Bei den Anlauten y, j, q, und x beginnt ein mit u geschriebener Auslaut mit einem gesprochenen ü (Blau).
Der Anlaut y wird bei nachfolgendem u oder i nicht gesprochen ("pinyin" wird also "pinin" gesprochen).
Der Anlaut w wir wie ein u ausgesprochen, in der Kombination "wu" gar nicht.
Nach den Anlauten z, c, zh, sh und r wird das i alveolar, d.h. im Rachen, gebildet - "es bleibt einem im Halse stecken" (Gelb).
Die Auslaute ui, un und iu, werden uei, uen und iou gesprochen (Grün).
Nachfolgend einige Beispiele. Der Zeilentitel gibt den geschriebenen Anlaut, der Spaltentitel den geschriebenen Auslaut. In der Zelle findet sich eine Annäherung an die Aussprache in deutscher Lesart. Das "(i)", deutet ein alveolares i an. Das "ch" in der angenäherten Aussprache, wird wie das ch im ich gesprochen. Ein "-" bedeutet, dass es diese Silbe im pinyin nicht gibt.
Bezeichnung der Töne
Internationalen Phonetischen Alphabet
Außerdem werden in der chinesischen Sprache Töne für die Unterscheidung von Bedeutungen benutzt. Es gibt im Mandarin eigentlich 5 Töne, meist wird der "leichte Ton" aber nicht gezählt und man spricht von 4 Tönen. In der Pinyin-Umschrift werden diese durch diakritische Zeichen (also kleine Buchstaben-Markierungen) an den Vokalen dargestellt. Steht kein Zeichensatz mit Tonmarkierungen zur Verfügung, wird der Ton stattdessen oft durch eine Zahl charakterisiert, z.B. bedeutet hao3, die Silbe hao im 3. Ton (hǎo) zu sprechen.
Beim ersten Ton bleibt die Stimme gleichmäßig hoch, beim zweiten Ton steigt die Tonhöhe an (ähnlich wie deutsch "?"), beim dritten fällt die Stimme erst ab, um dann anzusteigen (ähnlich wie deutsch "?!?"), beim vierten fällt die Stimme (ähnlich wie deutsch "!"). Daneben gibt es auch Silben, die zu kurz und unbetont sind, um einen unterscheidbaren Ton zu haben; diese haben den sogenannten "leichten Ton", der nicht markiert wird.
Der 1. Ton wird durch ein Makron (ā), der 2. Ton durch ein Akut (á), der 3. Ton durch ein Caron (ǎ, Achtung, keine Breve – unten spitz, nicht rund) und der 4. Ton durch einen Gravis (à) dargestellt. Der leichte Ton wird meistens nicht markiert, aber gelegentlich durch einen Punkt oder Ring auf dem Vokal oder durch einen Punkt vor der Silbe (·ma) dargestellt. Finden sich mehrere Vokale in einer Silbe, wird die Tonmarkierung über dem dominierenden Vokal gesetzt, d.h. dem Vokal, bei dem der Mund am weitesten geöffnet ist. Der Vokal einer Silbe der in der folgenden Aufzählung weiter vorne steht, erhält das diakritische Zeichen: a, o, e, i, u, ü.
Wird Pīnyīn nur verwendet, um chinesische Eigennamen innerhalb nicht-chinesischer Texte wiederzugeben, so lässt man die Tonangaben gewöhnlich ganz weg. In Umschriften ganzer chinesischer Sätze oder Texte müssen die Töne aber markiert werden, da sich sonst oft durch die Homografie Mehrdeutigkeiten ergeben können.
Andere Umschriftsysteme
Neben Pīnyīn existieren noch zahlreiche andere Romanisierungen der chinesischen Schrift.
Das Wade-Giles-System ist das bekannteste. Bis vor kurzem wurde es von einigen großen amerikanischen Universitäten als offizielles Romanisierungssystem verwendet, wobei jede Universität jedoch eigene Lösungen (wie die Yale-Umschrift) für die Inkonsistenzen im System entwickelte, weswegen es niemals wirklich zu einem einzigen konsistenten Wades-Giles-System gekommen ist.
Daneben gibt es auch das von der chinesischen Regierung 1928 offiziell anerkannte Gwoyeu Romatzyh, das sich aber nie richtig durchsetzen konnte.
In Taiwan wurde im Jahr 2000 neben Zhùyīn, Yale und Hanyu Pinyin ein neues Umschrift-System (Tongyong Pinyin) eingeführt.
Hauptgründe für die heutige weite Verbreitung des Pīnyīn sind u.a. die in der VR China gedruckten, guten und sehr preiswerten Chinesisch-Lehrbücher für Ausländer, die heute rund um die Welt in Chinesisch-Kursen Verwendung finden und die durchgängig das Pīnyīn-System benutzen, außerdem die Tatsache, dass Hànyǔ Pīnyīn bei der Internationalen Standard Organisation ISO als ISO 7098:1991 registriert ist.
Pīnyīn in HTML
Die folgenden HTML-Kürzel können für die speziellen Zeichen des Pīnyīn verwendet werden:
Siehe auch
- Chinesische Schrift
Literatur
- Yǐn Bīnyōng 尹斌庸, Mary Felley [Fù Mànlì 傅曼丽]: Chinese romanization. Pronunciation and Orthography / Hànyǔ Pīnyīn hé zhèngcífǎ 汉语拼音和正词法 (Beijing, Sinolingua 1990), ISBN 7-80052-148-6 / ISBN 0-8351-1930-0. Yin Binyong war führend an der Entwicklung von Pinyin beteiligt.
Weblinks
- [http://www.foolsworkshop.com/ptou/ Pinyin-Unicode erstellen]
Kategorie:Chinesische Schrift
Kategorie:Chinesische Sprache
Kategorie:Transkription
ja:ピン音
ko:병음
th:พินอิน
Fluss (Gewässer)
Ein Fluss (althochdeutsch.: fluz zu fliozan «fließen») ist ein größerer natürlicher Wasserlauf, ein Fließgewässer.
Im Alpenraum werden Flüsse oft auch als Achen (zu althochdeutsch aha [st. f.], «Fluss») bezeichnet.
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Ein Fluss wird aus Niederschlägen gespeist und entwickelt sich aus dem Zufluss mehrerer Bäche oder anderer Flüsse.
Ein Fluss hat mindestens zwei Ufer. Die meisten Flüsse haben eine Quelle und eine Mündung.
An flachen Wasserscheiden können Gabelungen, so genannte Bifurkationen gebildet werden.
Große Flüsse, die nicht Nebenfluss eines größeren Flusses sind, sondern im offenen Meer münden, werden auch als Strom bezeichnet. Sie bilden als Mündung entweder einen Ästuar oder ein Flussdelta.
Manche Flüsse versickern auch in der Wüste oder in anderen porösen Gesteinsschichten. Andere gehen nach der Mündung unter dem Meer noch als Flussrinne (bekannteste Kongo-Rinne) weiter. Bisweilen bilden Flüsse Staatsgrenzen. Oftmals durchfließen Flüsse mehrere Staaten.
Man unterscheidet hinsichtlich des zeitlichen Bestehens perennierende (beständige, ausdauernde), episodische (manchmal, in unregelmäßigen Abständen) und periodische (manchmal, in regelmäßigen Abständen) Flüsse.
Stürzt ein Fluss über eine Felskante hinab, so bildet sich dabei ein Wasserfall oder eine Kaskade.
Ein Fluss wird in vier Regionen aufgeteilt (siehe Flussregionen).
Flora, Fauna und menschliche Nutzung
Die meisten Flüsse führen Süßwasser und sind somit der Lebensraum einer besonderen Süßwasserflora und -fauna.
Wirtschaftlich werden Flüsse vor allem für den Transport (siehe auch: Transportweg), zur Trinkwassergewinnung, zur Elektrizitätserzeugung in Laufkraftwerken und zur Kühlung von konventionellen und nuklearen Elektrizitätswerken genutzt. Oft werden sie als Abwasserkanal missbraucht.
Die 10 längsten Flüsse der Erde
# 7.250 km - Amazonas: Apurimac-Ene-Tambo-Ucayali-Amazonas - (Südamerika). Länge seit Bestätigung des Río Apurímac als Quellfluss (2001).
# 6.671 km - Nil: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Kagera-Weißer Nil-Nil - (Afrika)
# 6.300 km - Cháng Jiāng - (Asien)
# 6.051 km - Mississippi-Missouri - (Nordamerika)
# 5.940 km - Jenissei-Angara-Selenga-Ider - (Asien)
# 5.410 km - Ob-Irtysch - (Asien)
# 5.052 km - Amur-Argun-Kerulen - (Asien). Der Amur-Argun-Kerulen entsteht nur in niederschlagsreichen Jahren.
# 4.845 km - Huáng Hé (Gelber Fluss) - (Asien)
# 4.500 km - Mekong - (Asien)
# 4.374 km - Kongo - (Afrika)
Weitere "Längste Flüsse" siehe: Die längsten Flüsse der Erde
Die 10 längsten Flüsse, die durch Deutschland fließen
# 2.852 km - Donau
# 1.320 km - Rhein
# 1.165 km - Elbe
# 866 km - Oder
# 545 km - Mosel
# 524 km - Main
# 510 km - Inn
# 433 km - Weser
# 413 km - Saale
# 343 km - Spree
Weitere "Deutsche Flüsse" siehe: Liste der Flüsse in Deutschland
Die 5 längsten Flüsse, die durch die Schweiz fließen
# 1.320 km - Rhein (davon 375 km in der Schweiz) - mündet in die Nordsee
# 812 km - Rhône (davon 264 km in der Schweiz) - mündet ins Mittelmeer
# 510 km - Inn (davon 104 km in der Schweiz) - mündet in die Donau
# 291 km - Aare - mündet in den Rhein
# 248 km - Ticino - mündet in den Po
Weitere Schweizer Flüsse siehe: Liste der Flüsse in der Schweiz, :Kategorie:Fluss in der Schweiz
Orografie
Blickt man von der Quelle zur Mündung, dann kann man das rechte und linke Ufer als orografisch rechtes oder linkes Ufer eindeutig festlegen.
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
- Flussbegradigung
- Hydrologie, Limnologie
- Liste der Flüsse (weltweit), Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Flüsse in der Schweiz, Liste europäischer Flüsse
- Wadi
- Flussordnungszahl
- Fluss des Jahres
Kategorie:Hydrologie
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Physische Geographie
Kategorie:Geomorphologie
Kategorie:Biotop
Kategorie:Fluss
ja:川
ko:강
ms:Sungai
simple:River
th:แม่น้ำ
zh-min-nan:Hô
Strom (Gewässer)Als Strom wird ein großer Fluss bezeichnet, der nicht Nebenfluss eines größeren Flusses ist, sondern im offenen Meer mündet.
Hier befindet sich eine Liste der längsten Flüsse und Ströme der Erde.
Ströme in aller Welt
(Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Afrika
- Gambia
- Kongo
- Niger
- Nil
- Sambesi
- Senegal
Asien
- Amur
- Ganges
- Gelber Fluss
- Indus
- Irawadi
- Jangtsekiang
- Jenisej
- Lena
- Mekong
- Ob
Europa
- Dnjepr
- Dnjestr
- Don
- Donau
- Düna
- Duero
- Ebro
- Elbe
- Ems
- Etsch
- Guadalquivir
- Loire
- Maas
- Memel
- Oder
- Peene
- Po
- Rhein
- Rhône
- Schelde
- Seine
- Tejo
- Themse
- Tiber
- Weser
- Weichsel
- Wolga
Nordamerika
- Colorado
- Hudson River
- Mississippi
- Sankt-Lorenz-Strom
- Yukon
Südamerika
- Amazonas
- Río Magdalena
- Río de la Plata
- Orinoco
Australien
- Murray River
Kategorie:Gewässer
Kategorie:Fluss
OstasienOstasien ist eine Subregion im Osten Asiens.
Asien
Durch die geschichtlich frühe Entwicklung der Zivilisation in China hatte die Region im Mittelalter große Bedeutung in der Welt.
Zu Ostasien zählt man folgende Regionen:
- China, mit
- Hongkong,
- Macao und
- Taiwan
- Korea
- Japan
- die Mongolei (wird auch zu Zentralasien gerechnet)
- das pazifische Küstengebiet Russlands östlich des Amur
Die drei zahlenmäßig bei weitem größten Völker Ostasiens sind Chinesen, Japaner und Koreaner.
Siehe auch
- Symbolische Krisen in Ostasien, Ferner Osten
- andere Regionen:
- Nordasien
- Zentralasien
- Vorderasien
- Südasien
- Südostasien
Weblink
- [http://www.ostasien.net/ www.ostasien.net]
Kategorie:Asien
Kategorie:Region
ja:東アジア
ko:동아시아
ms:Asia Timur
th:เอเชียตะวันออก
zh-min-nan:Tang-a
Jangtsekiang
Der Jangtse (; zu deutsch: "Langer Fluss") ist der längste Fluss Asiens und nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Strom der Welt.
Allgemeines
Er fließt auf seiner ganzen Länge von 6.300 km, von denen 2.800 km schiffbar sind, durch die Volksrepublik China. In seinem riesigen Einzugsgebiet, das 1.970.000 km² umfasst, leben rund 350 Millionen Menschen. Mehr als die Hälfte der Landwirtschafts- und mehr als 40% der Industrieproduktion werden in dieser Region erwirtschaftet. An seiner Mündung führt er im Jahresdurchschnitt rund 35.000 m³ Wasser pro Sekunde ab.
Name
- Vom chinesischen 扬子江 (Pinyin: Yángzǐjiāng), die nur für das Mündungsgebiet gilt und nicht sehr geläufig ist, leitet sich die deutsche Benennung Jangtsekiang ab.
- Die offizielle Bezeichnung ist Changjiang (Kurzzeichen: 长江; Langzeichen: 長江; Pinyin: Cháng Jiāng) und bedeutet nichts weiter als "langer Fluss".
- Im Quellbereich heißt der Fluss Qudang (曲当), "krummer Fluss". (?)
- Etwas weiter stromab heißt er Tuotuo-Fluss (沱沱河) und dann Tongtian-Fluss (通天河). Letzteres bedeutet "Fluss, der den Himmel durchquert".
- Vor dem Eintritt ins Rote Becken von Sichuan heißt der Jangtse Jinshajiang (金沙江 Jīnshājiāng), "Goldsandfluss", ein Hinweis auf Goldvorkommen in dieser Region.
- Der tibetische Name ist Vbri-chu (འབྲི་ཆུ་ 'Fluss der Yak-Kuh').
Flussverlauf
Der Jangtse, der auch Yangtsekiang genannt wird, entspringt in etwa 5.500 m Höhe auf der tibetischen Hochebene und bildet in seinem Ober- und Mittellauf bis Yichang viele Schluchten. Die bekanntesten sind die Drei Schluchten zwischen Chongqing und Yichang, die inzwischen durch den umstrittenen Bau eines Großkraftwerkes, des so genannten Drei-Schluchten-Staudamms, geflutet werden, so dass ein 600 km langer Stausee entsteht. Danach fließt der Fluss langsamer und breiter durch die Ebenen Mittelchinas. Das erste große der natürlichen Rückhaltebecken, die eine wichtige Funktion als Schutz vor Überschwemmungen ausüben, ist der Dongting-See. In Abhängigkeit von der im Laufe des Jahres unterschiedlichen Wasserführung ändert er wie auch der größte See Chinas, der Poyang-See, seine Ausdehnung. Über den Kaiserkanal, der den Jangtse bei Yangzhou kreuzt, besteht eine Verbindung zum Gelben Fluss. Bei Shanghai mündet er in einem Delta in das Ostchinesische Meer. Wichtige Städte am Jangtsekiang sind Chongqing, Wuhan, Nanking und Shanghai.
Neben dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms gibt es ein zweites Großprojekt: "Süßwasser nach Norden", ein Wasserumleitungssystem, durch das der unter Wassermangel leidende Norden Chinas mit Wasser aus dem Jangtse versorgt werden soll. Die erste Trasse entlang des Kaiserkanals wird bereits benutzt, soll aber noch ausgebaut werden; zwei weitere Trassen befinden sich im Planungsstadium.
Nebenflüsse
Wassermangel
- Xiangjiang
- Lishui (Li)
- Zijiang
- Yuanjiang
- Han (Fluss)
- Huangpu-Fluss
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
- Drei-Schluchten-Damm
Weblinks
Drei-Schluchten-Damm]
- [http://hk.geocities.com/flooding1998/index2.html 1998 Jangtse Flutung]
- [http://www.discoveryangtze.com/Yangtzediscovery/index.htm Discovery of Yangtze River]
- [http://earthtrends.wri.org/maps_spatial/maps_detail_static.cfm?map_select=376&theme=2 Flussverlauf]
- [http://www.chinaodysseytours.com/yangtzecruise/maps.htm Maps]
Kategorie:Fluss in China
ja:長江
ko:양쯔 강
Medien
in Frankfurt am Main]]
Medien sind Kommunikationsmittel der Menschen. Weitere bekannte Definitionen bezeichnen Medien als:
- "Vermittlungsträger von Informationen" (Horn/Kerner)
- "Informationsvermittler zwischen Quelle und Senke" (Fluckiger)
- "Medien sind Mittler und bilden eine Sphäre der Vermittlung" (Winkler)
Umgangssprachlich ist der Begriff "Medien" vor allem mit den Massenmedien: Zeitung, Zeitschrift, Hörfunk und Fernsehen verbunden.
Beispiele
Beispiele für einzelne Medien sind die so genannten Printmedien, Buch und Zeitung, aber auch das Flugblatt und das Plakat, in neuerer Zeit dann Fotografie, Telefon, Film, Hörfunk, Fernsehen und Internet. Medien benutzen Zeichen, insbesondere Symbole wie Schrift und Sprache oder Musik.
Medien von und für Jugendliche werden als Jugendmedien bezeichnet.
Es lassen sich je nach Betrachtungsweise verschiedene Arten von Medien unterscheiden, wobei Überschneidungen möglich sind.
Systematisch lassen sich Medien klassifizieren in
- diskrete (zeitunabhängige) und kontinuierliche (zeitabhängige Medien).
- visuelle und auditive Medien sowie ggf. Audiovisuelle Medien
- Repräsentations-, Präsentations- und Informationsaustauschmedien (einschl. Speicher- und Übertragungsmedium).
Nach technischen Kriterien
- Keiner der Partner benutzt technische Hilfsmittel (z.B. Unterhaltung zwischen zwei Personen) = primäre Medien
- Einer der Partner benutzt technische Hilfsmittel (z.B. Printmedien) = sekundäre Medien
- Beide Partner benutzen technische Hilfsmittel (z.B. Hörfunk, Fernsehen) = tertiäre Medien
- Für die Kommunikation ist ein Computer notwendig (z.B. Internet) = quartäre Medien (wobei fraglich ist ob dieser nicht auch zu den tertiären zählt)
Nach dem Grad der Öffentlichkeit
- Interpersonelle Kommunikation
- Kleingruppenkommunikation
- Organisationskommunikation
- Massenkommunikation
Weitere Unterscheidungsmöglichkeiten
- Massenmedien sind meist einseitige Kommunikationsmittel zum Erreichen von vielen Empfängern, also beispielsweise die Zeitung im Gegensatz zum Kettenbrief.
- Interaktive Medien
- Multimediale Medien
- Elektronische Medien z.B. Netzpublikationen
- Analoge vs. Digitale Speichermedien
Funktionen der Medien
- Thematisierung
- Meinungsbildung ermöglichen
- Kritik oder Kontrolle ausüben
- Unterhaltung (Abart der Thematisierungsfunktion)
The medium is the message Marshall McLuhan: McLuhan geht bei seinem systemtheoritischen Ansatz davon aus, dass nicht die Inhalte die Medien bestimmen, sondern dass die Medien Einfluss auf die Inhalte nehmen.
Kontrolle der Medien
Je nach den Personen bzw. Organisationen, die sie kontrollieren, lassen sich fünf Gruppen von Medien unterscheiden.
# Staatlich kontrollierte Medien. In vielen Staaten werden Hörfunk und Fernsehen unmittelbar vom Staat kontrolliert.
# Medien mit öffentlich-rechtlichem Status wie ARD und ZDF. In Deutschland sind die Parteien in den Aufsichtsgremien vertreten.
# Medien im Besitz von Privatfirmen. Die meisten Medien in der westlichen Welt sind im Besitz großer Konzerne.
# Medien im Besitz von Kirchen und ähnlich nicht gewinnorientierten hierarchischen Organisationen.
# Medien, die von den daran mitarbeitenden Personen kontrolliert werden, wie z.B. indymedia oder von der Redaktion wie z.B. jungle world.
Medienberufe
Zu den Medienberufe zählt u.a.: der Journalist, Fotograf, Grafiker, Designer, Redakteur, Mediengestalter, Bildredakteur und Moderator.
Literatur
- Hartmut Winkler: "Mediendefinition". In: Medienwissenschaft, Nr. 1/2004. [http://wwwcs.upb.de/~winkler/medidef.html Online-Version]
Siehe auch
- Portal:Wissen%2C_Information%2C_Kommunikation_und_Medien
- Medienwissenschaft und Mediengeschichte
- Massenmedien: Portal:Hörfunk & Portal:Fernsehen
- Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
Weblinks
- [http://medienkritik.typepad.com/ Medienkritischer Blog über deutsche Medien] (engl.)
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=440 Gewalt und Verführung der Medien im NS-Staat] Quelle:OEW
!
Berufsfeld
- [http://www.medienberufe.de/ Übersicht: Aus- und Weiterbildung in den Medien]
- [http://www.medienstudienfuehrer.de/ Übersicht von Studiengängen]
- [http://www.seminarindex.at/seminar/alle.htm Medienlehrgänge in Deutschland,Österreich, und Schweiz]
- [http://www.medienagentur.at/ Medienproduktion im Überblick der Österr. Medienagentur]
Tibet
Tibet (tibetisch བོད་ Bod) ist ein ausgedehntes Hochland in Zentralasien. Die Bezeichnung Tibet wird heute sowohl für das historische und unabhängige Tibet, als auch für das Verwaltungsgebiet der Volksrepublik China, offiziell "Autonomes Gebiet Tibet (AGT)" (tibetisch: བོད་རང་སྐྱོང་ལྗོངས་ Bod Rang Skyong Lbyongs, chinesisch: 西藏自治区 Xīzàng zìzhìqū), verwendet. Im offiziellen chinesischen Sprachgebrauch steht der Begriff Tibet immer für das Autonome Gebiet Tibet. Die Zugehörigkeit Tibets zur Volksrepublik China ist jedoch umstritten (siehe dazu: Politik / Aktuelle Lage).
Geographie
Das Tibetische Hochland, das in seinem äußersten Süden einen großen Teil des Himalaya-Gebirges umfasst und sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 4.500 Metern erstreckt, wird häufig als Dach der Welt bezeichnet und gilt als die höchstgelegene Region der Welt. Das Hochplateau ist wüstenhaft, der trockenste Teil ist der westliche Bereich der als Chang Tang (tibetisch für „nördliche Ebene(n)“) bezeichneten alpinen Steppen. Der Grund für die Trockenheit liegt vor allem darin, dass der Himalaya das Hochland nach Süden hin von den indischen Monsunregen abschirmt und im Innern kontinentales Klima vorherrscht.
Chang Tang
Umschlossen wird Tibet von den Gebirgen des Himalaya im Süden, den osttibetisch-chinesischen Randketten im Osten (Min Shan, Minya Konka, Hengduan Shan), dem Karakorum im Westen und dem Kunlun Shan im Norden, aber auch im Innern wird es von zahlreichen Gebirgsriegeln durchzogen. Tibet grenzt von Westen nach Osten an die indischen Bundesstaaten Jammu und Kashmir, Himachal Pradesh, Uttaranchal, Sikkim und Assam (nach chinesischer Auffassung) bzw. Arunachal Pradesh (nach indischer Auffassung), sowie an die Länder Nepal, Bhutan und Myanmar (Birma), mit einer Gesamtlänge der Grenze zu diesen drei Ländern von knapp 4000 km.
Myanmar
Das traditionelle Tibet erstreckt sich über eine Fläche von 2,5 Millionen km², und wird traditionell in drei Provinzen - besser eigentlich: Kulturregionen - unterteilt:
- Amdo (Nordosten)
- Kham (Südosten)
- U-Tsang (West- und Zentraltibet)
In dieser Gliederung wird U-Tsang mit dem heutigen Autonomen Gebiet Tibet gleichgesetzt, wobei Westtibet sowohl in kultureller als auch politischer Hinsicht in der Tat einen eigenen tibetischen Kulturraum darstellt, der, grenzüberschreitend betrachtet, folgende Räume umfasst:
- Ngari (Tibet / VR China)
- Ladakh und Zangskar (Jammu und Kashmir, Indien)
- Spiti und Lahul (Himachal Pradesh, Indien)
Das Autonome Gebiet Tibet bezeichnet ein Gebiet von 1,22 Millionen km². Es umfasst die zentraltibetischen Provinzen U (eigentlich Ü, dbus) und Tsang, Ngari, weite Teile des Chagthang sowie den westlichen Teil der ehemaligen Provinz Kham. Die zur Zeit unter indischer Verwaltung stehenden Gebiete Tibets sind in die Fläche von 1,22 Millionen km² mit eingerechnet. Diese sind: je zwei Abschnitte im Westen des Kreises Gar 噶爾縣 und im Süden des Kreises Zanda 札達縣, beide im Regierungsbezirk Ngari 阿里地區 (Westtibet), sowie der ganze Süden (Südwesten) der Kreise Cona 錯那縣, Mêdog 墨脫縣 und Zayü 察隅縣 in den Regierungsbezirken Shannan 山南地區 und Nyingchi 林芝地區 (Südosttibet). Die indische Verwaltung dieser Gebiete ist völkerrechtlich umstritten. Aus den indisch verwalteten Teilen der Kreise Cona, Mêdog und Zayü und einigen kleineren Flächen, die nie zu Tibet gehört hatten, wurde der Bundesstaat Arunachal Pradesh gebildet. Große Teile von Kham und von der (Kultur-) Provinz Amdo wurden, sofern sie überhaupt zum Machtbereich der Dalai Lamas gehört hatten, seit dem 18. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts in die chinesischen Provinzen Sichuan, Yunnan, Qinghai und Gansu eingegliedert. Sie wurden somit nicht Teil des AGT.
Der Umgang der einheimischen Bevölkerung mit den Bergwäldern gilt klischeehaft als sehr nachhaltig, obwohl nachgewiesen ist, dass historische Entwaldungen auch der Erschließung von Ackerflächen für tibetische Bauern und Winterweideflächen für die nomadische Bevölkerung dienten. Die Rodung und der Verkauf vieler Holzbestände der Moderne wird jedoch in der Regel undifferenziert der "chinesischen Regierung" zugeschrieben, ohne dabei die Rolle der örtlichen (tibetischen und chinesischen) Verwaltungen zu beleuchten. Das Holzeinschlagverbot Ende der 1990erJahre konnte Peking nur durchsetzen, indem teilweise Ausgleichszahlungen der Zentralregierung an die örtlichen Administrationen bezahlt wurden.
Bevölkerung
Nach Schätzungen der tibetischen Exilregierung leben im ursprünglichen Tibet heute 6 Millionen Tibeter und ca. 7,5 Millionen Chinesen. Durch die verstärkte Ansiedlungspolitik der Volksrepublik China nimmt die Zahl der nicht-tibetischen Einwanderer besonders in urbanen Gebieten stark zu. In allen Städten Tibets sind heute bereits die Chinesen in der Mehrheit.
Tibeter
Wenn von "Tibet" die Rede ist versteht die chinesische Regierung darunter das AGT und darauf beziehen sich auch die Daten. Die tibetische Exilregierung bezieht auch das sogenannte "historische Tibet" mit ein, also große Teile der Provinzen Qinghai, Sichuan, Gansu und Yunnan. Historisch gesehen ist dieses Groß-Tibet ein Konstrukt; de facto unabhängig von 1912 bis 1950 war ein Tibet, das bis auf minimale Abweichungen dem heutigen Autonomen Gebiet Tibet (AGT) entspricht. Der Anteil han-chinesischer Bevölkerung ist in den tibetischen Siedlungsgebieten außerhalb des AGT durchweg höher als in Tibet. Das geht auch aus den Daten des Zensus hervor.
Insgesamt 131.000 Tibeter leben außerhalb von Tibet, davon 100.000 in Indien, 25.000 in Nepal, 2.000 in Bhutan, 8.000 in der Schweiz, 600 in Kanada und 150 in den USA. Diese Zahlen schließen jene Tibeter nicht mit ein, die als Selbständige, Angestellte oder auch als Schüler in chinesischen Städten in Chinas Osthälfte leben. Allein in Peking leben rund 2000 Tibeter, wie auch Lanzhou, die Hauptstadt der nordwestchinesischen Provinz Gansu, und Chengdu, Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan einen beträchtlichen tibetischen Bevölkerungsanteil aufweisen. Nicht-offiziellen Schätzungen zufolge liegt die Zahl der Tibeter, die in Chengdu leben, zwischen 10.000 und 100.000. Aufgrund des inzwischen wieder großen Zuspruchs, dessen sich der tibetsiche Buddhismus auch unter Han-Chinesen erfreut, lassen sich auch manche hohe Lamas in ost- und südchinesischen Staädten wie Shanghai, Hangzhou oder Shenzhen nieder.
Beim Zensus der Volksrepublik China im Jahre 2000 wurde für das Autonome Gebiet Tibet eine Einwohnerzahl von 2.616.329 ermittelt (Bevölkerungsdichte: ca. 2,14 Einw./km²). Alle tibetischen Gruppen innerhalb der VR China zusammen dürften tatsächlich eine Gesamtbevölkerung von etwas über 5 Millionen aufweisen (2005).
Ethnische Gliederung der Bevölkerung Tibets (2000)
Die Zahlen erfassen allerdings nur die Einwohner, die ihren Hauptwohnsitz (chines. 户口 hukou) in Tibet haben. Die Aufenthaltsbevölkerung der Han-Chinesen ist wesentlich größer und dürfte nach seriösen Schätzungen bei über 10% bis höchstens 20% der Gesamtbevölkerung liegen. Es handelt sich dabei vor allem um Soldaten der Volksbefreiungsarmee, Kleinhändler, Kleingewerbetreibende u.a. Personen mit zeitlich befristeten Aufenthaltsgenehmigungen.
Im Stadtgebiet von Lhasa leben ca. 223.000 Menschen, in Xigazê 120.000, Qamdo 25.000 und Nyingchi 16.000.
Die sehr viel höheren Zahlen von in Tibet lebenden Han-Chinesen erklärt sich aus dem Umstand, dass das Gebiet Tibets von der chinesischen Regierung und der tibetischen Exilregierung jeweils anders definiert wird.
Kultur
Lhasa, Tibet)]]
Tibet ist der Mittelpunkt des Tibetischen Buddhismus, der als Vajrayana bekannt ist. Buddhismus in Tibet hatte sich zunächst seit dem 8. Jahrhundert und später ab dem 11.Jahrhundert in vier großen buddhistischen Schulen (Nyingma, Kagyü, Sakya und Gelug) entwickelt. Das weltliche Oberhaupt Tibets ist der im indischen Exil lebende 14. Dalai Lama, der zugleich bedeutender Repräsentant einer der Vajrayana-Schulen (Gelug) ist. Die vorbuddhistische tibetische Religion ist der Bön, die von buddhistischen Einflüssen stark durchdrungen ist – ebenso wie der tibetische Buddhismus wiederum vom Bön beeinflusst wurde.
Chinesisch verdrängt die Tibetische Sprache als Amtssprache zusehends. Die tibetische Schrift gehört zu den nordindischen Silbenschriften.
Politik / Aktuelle Lage
Die chinesische Sichtweise
Aus Sicht der chinesischen Regierung ist Tibet seit mehreren hundert Jahren ein fester Bestandteil Chinas. Nach dieser Ansicht hätte der Dalai Lama im Jahr 1894, mit Hilfe der britischen Imperialisten versucht, Tibet von China abzuspalten. In diesem Jahr wurde der Statthalter des chinesischen Kaisers vom Dalai Lama aus Tibet vertrieben. Die Kolonialmacht England war in China militärisch präsent und unterstützte die Abspaltung Tibets politisch, was die chinesische Regierung zum Stillhalten zwang. Die Unabhängigkeitserklärung von 1912 ist aus chinesischer Sicht völkerrechtlich nie wirksam geworden, da sie weder von China noch von irgend einem anderen Staat je anerkannt wurde. Mit dem Zurückdrängen der ausländischen Beeinflussung Tibets (1950) und dem Abschluß des 17-Punkte-Abkommens (1951) sei der traditionelle Zustand wiederhergestellt worden.
Seit 1979 kam es unter dem chinesischen Politiker Deng Xiaoping Ping zu einer vorsichtigen Öffnung Tibets. Die während und nach der Kulturrevolution von 1966 eingerichteten Volkskommunen, in denen viele Tibeter zwangsweise leben mussten, wurden aufgelöst und die Bewohner konnten wieder in die Heimat zurückkehren. Unter chinesischer Aufsicht wurde seitdem auch eine Wiederbelebung der tibetisch-buddhistischen Traditionen geduldet.
Die Wirtschaft und die Infrastruktur Tibets wird von Peking nach eigenen Maßstäben unterstützt und ausgebaut. So wurde von 2001 bis 2005 die umstrittene Lhasa-Bahn gebaut, eine 1100 km lange Eisenbahnstrecke von Golmud in Zentralchina bis zur tibetischen Hauptstadt Lhasa. Es ist eine Eisenbahnstrecke überwiegend 4000m über dem Meeresspiegel.
Lhasa-Bahn
Die Sicht der tibetischen Exilregierung
Die tibetische Exilregierung vertritt die Auffassung, dass Tibet zum Zeitpunkt der Invasion durch die Volksbefreiungsarmee ein unabhängiger Staat gewesen sei und die militärische Invasion sowie die andauernde Besetzung ein Verstoß gegen internationales Recht und das Recht auf Selbstbestimmung darstellen würden. Auch sei Tibet nicht, wie die Volksrepublik darstellt, seit 700 Jahren fester Bestandteil Chinas. Tibet stand nur für kurze Zeiten unter dem Einfluss der Mongolen oder der Mandschus, jedoch nie unter dem Einfluss der Han-Chinesen.
Am 21. September 1987 machte der Dalai Lama einen Vorschlag zur Annäherung an China in Form eines Fünf-Punkte-Friedensplans.
# Umwandlung von ganz Tibet, einschließlich der östlichen Provinzen Kham und Amdo, in eine Zone der Gewaltlosigkeit
# Aufgabe der chinesischen Politik der Bevölkerungsumsiedlungen
# Achtung der grundlegenden Menschenrechte und demokratischen Freiheiten des tibetischen Volkes
# Wiederherstellung und Schutz der Umwelt Tibets
# Aufnahme ernsthafter Verhandlungen über den künftigen Status Tibets sowie Beziehungen zwischen dem tibetischen und dem chinesischen Volk
Die chinesische Regierung wies den Plan am 17. Oktober 1987 zurück und beschuldigte den Dalai Lama die Kluft zwischen ihm und der chinesischen Regierung zu vergrößern.
Sie wirft ihm weiterhin vor ein politischer Exilant zu sein, der sich seit langem im Ausland um Chinas Spaltung bemüht. Ein Dialog mit dem Dalai Lama kommt für sie nur in Betracht, sobald dieser auf das Streben nach einer sogenannten Unabhängigkeit Tibets verzichtet. Hierzu müsse er in einer öffentlichen und eindeutigen Erklärung Tibet und Taiwan als untrennbare Teile des chinesischen Territoriums und die Volksrepublik China als die einzige legitime Regierung anerkennen, sowie sich zur Einstellung aller Aktivitäten zur Spaltung des Vaterlandes verpflichten.
Internationale Sicht
Der völkerrechtliche Status Tibets ist ebenfalls umstritten. So betrachtet auf politischer Ebene die deutsche Bundesregierung in Übereinstimmung mit der internationalen Staatengemeinschaft Tibet als Teil des chinesischen Staatsverbandes, selbst wenn Tibet in der wechselvollen Geschichte die Voraussetzung eines unabhängigen Staates erfüllt haben sollte. Sie unterstützt aber den tibetischen Anspruch auf Autonomie, insbesondere im kulturellen und religiösen Bereich, als adäquaten Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des tibetischen Volkes.
Weiterhin wird die Exilregierung Tibets nicht anerkannt, Kontakte zum Dalai Lama bestehen nur in dessen Eigenschaft als religiöser Führer.
Andere Stellen kommen zu anderen Ergebnissen in der völkerrechtlichen Frage. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages stellte 1987 fest:
::"Die Staatengemeinschaft geht zwar davon aus, daß Tibet Teil des chinesischen Staatsverbandes ist, doch wurde der Status Tibets nicht geklärt. Zum Zeitpunkt der gewaltsamen Einverleibung in den chinesischen Staatsverband war es ein eigenständiger Staat. China hat keinen wirksamen Gebietstitel erworben, weil es dem Grundprinzip des aus dem Gewaltverbot hervorgehenden Annexionsverbot entgegensteht. Die Effektivität tatsächlicher Herrschaftsgewalt über ein Gebiet vermag keinen Gebietserwerb zu bewirken."
::(Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages, Fachbereich II, Nr. WF II – 163/87 vom 12. August 1987)
In einer Resolution vom 15. Dezember 1992 stellte das Europäische Parlament fest, dass das tibetische Volk ein Volk im Sinne des Völkerrechts ist und ihm das Recht auf Selbstbestimmung zustehe. Weiterhin verurteilte es die militärische Inbesitznahme Tibets durch chinesische Truppen.
Der US-Senat verabschiedete am 23. Mai 1991 eine Resolution, nach der Tibet, einschließlich derjenigen Regionen, die den chinesischen Provinzen einverleibt wurden, nach gängigen Richtlinien internationalen Rechtes ein besetztes Land bildet, dessen wahre Repräsentanten der Dalai Lama und die tibetische Exilregierung bilden.
US-Senat
Wirtschaft
Dort wo es das Klima erlaubt, werden auf künstlich bewässerten Feldern Weizen, Gerste, Kartoffeln, Mais und Hülsenfrüchte angebaut. Bedeutender ist die Weidewirtschaft (Schafe, Yaks) auf den Hochsteppen. Die Industrie ist noch gering entwickelt, sie wird aber von der chinesischen Zentralregierung unterstützt. Es existiert eine Bergbauindustrie für den Abbau von Eisen, Gold, Erdöl, Kupfer, Salz, Borax. Das traditionelle Verkehrsmittel sind Karawanen von Tragtieren (Yaks). Seit der Wiedereingliederung Tibets in die Volksrepublik China (1951) wurden 21 000 km Fernstraßen angelegt. Es wurden Verbindungen nach Nepal, Sikkim, Xinjiang, Qinghai und Sichuan geschaffen.
Geschichte
Zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert war Tibet ein starkes Reich. Nach der Schwächung der Position der tibetischen Könige im 10. Jahrhundert bildete sich die prägende Form der tibetischen Gesellschaft aus. Das Land war in drei unterschiedliche Besitzformen unterteilt, freier Grundbesitz, in Ländereien der adligen Familien, und Ländereien unter der Verwaltung verschiedener buddhistischer Klöster. Diese Form bestand bis in die 1950er, wobei zu diesem Zeitpunkt mehr als 700.000 der 1.25 Millionen starken Bevölkerung als Bauern tätig waren.
Im 13. Jahrhundert wurde Tibet in das mongolische Reich eingebunden. Die Mongolen gewährten die weltliche Herrschaft über Tibet der Sa-skya Schule des tibetischen Buddhismus. Es folgten Zwischenregierungen, mit drei Herrschafts-Dynastien. Während der letzten Invasion der Mongolen am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die letzte verbleibende religiöse Linie, die der Dalai Lamas, zur offiziellen Regierung erklärt.
Im frühen 18. Jahrhundert etablierte China das Recht bevollmächtigte Regierungsvertreter, sogenannte Amban, in Lhasa zu stationieren. Als die Tibeter im Jahr 1750 gegen China rebellierten und den Regierungsvertreter töteten, erwiderte China dies durch den Einmarsch ihrer Armee und der Einsetzung eines neuen Vertreters. Die tibetische Regierung führte jedoch wie zuvor ihre Arbeit fort.
Während des 19. Jahrhunderts lebten die Menschen in einem feudalen System unter den Lamas. Die großen Klöster besaßen den Hauptanteil des Landes und kontrollierten das Bildungssystem sowie die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten. Ein Handel mit dem Ausland gab es bis auf ein paar Ausnahmen mit Indien, Turkestan und China nicht. Der Dalai Lama wurde als das Oberhaupt angesehen, aber sein Einfluss schwankte mit seinen persönlichen Fähigkeiten. Durch das System der Reinkarnation gab es lange Phasen, in denen der Dalai Lama zu jung war, um sein Amt auszuführen. In dieser Zeit wurde der Panchen Lama als effektive Führung des Landes angesehen.
Das traditionelle Tibet vor der chinesischen Annexion glich in vielen Aspekten dem religiös dominierten Mittelalter in Europa. Die Regierungsform war Feudalismus, in dem eine Oligarchie aus Adel und Klerus (Lamas) über die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung herrschte, die zum Großteil leibeigene Bauern waren. Ebenso war die gesamte Infrastruktur des Landes extrem zurückgeblieben und stark reformbedürftig (so bauten beispielsweise erst die Chinesen das erste wirkliche Krankenhaus in ganz Tibet). Auch wurde Tibet durch den Dalai Lama rigoros gegen Einflüsse von außen abgeschottet. Die Tibeter sollten kein fremdes Gedankengut kennenlernen. Zum Zeitpunkt des Einmarsches der Volksbefreiungsarmee 1949 befanden sich nur sechs Ausländer in Tibet - darunter die beiden österreichischen Bergsteiger Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter.
20. Jahrhundert
Während der Phase des Great Game erneuerten die Briten ihr Interesse an Tibet, da sie eine Inbesitznahme Tibets durch Russland befürchteten, das seinen Einfluss nördlich und westlich von Tibet ausweitete. Das Drängen auf ein Abkommen mit England wurde jedoch von der tibetischen und der chinesischen Regierung abgelehnt. Als Antwort erreichte 1904 eine britische Expedition unter der Leitung von Francis Younghusband nach kurzen Kämpfen mit der schlecht ausgestatteten tibetischen Armee die Stadt Lhasa.
Francis Younghusband
Nach der Flucht des 13. Dalai Lama in die Mongolei erwirkten die Briten mit den verbleibenden tibetischen Vertretern ein Abkommen, in dem die Öffnung der Grenze und der Handel zu Britisch-Indien begünstigt wurden. Weiterhin wurde festgelegt, dass Tibet nicht ohne Einverständnis der Briten in Verhandlungen mit anderen Ländern treten durfte. Ein Abkommen mit China 1906 wiederholte diese Bedingungen, was Tibet de facto zu einem Protektorat der Briten machte. Eine Einmischung in innere Angelegenheiten fand jedoch nicht statt.
Im Jahr 1907 stellte ein Abkommen zwischen England, China und Russland die Souveränität Chinas fest. 1910 schickten die Chinesen eine eigene militärische Expedition, um diesen Anspruch zu festigen. Der Dalai Lama floh erneut, diesmal nach Indien. Aufgrund der Revolution, dem Sturz der Qing-Dynastie und dem damit einhergehenden Ende des Kaisertums in China im Jahr 1911, verließen die chinesischen Truppen Tibet. Im März 1912 zwangen tibetische Verbände die letzten Truppen zum Rückzug. Der Dalai Lama kehrte 1912 zurück und zog 1913 in Lhasa ein. Nur 22 Tage später erklärte er in einer feierlichen Proklamation die förmliche Unabhängigkeit Tibets. Hierbei wurden auch die äußeren Symbole wie Flagge und Hymne festgelegt.
Chronologie
- 617-649: Kaiser Songtsen Gampo festigt die erste geschichtlich nachweisbare Monarchie in Tibet. Reichserweiterung nach Westen (Guge), Nepal und Nordosten (bis zum Kokonor-See). Zeitweilige Ausdehnung auch bis Chinesisch-Turkestan und auf die heutigen chinesischen Provinzen Gansu und Sichuan.
- 634-649: Kriegerische Auseinandersetzungen mit China. Durch die Heirat von Kaiser Songtsen Gampo mit der chinesischen Prinzessin Wen Cheng und eine Tributpflicht Chinas an Tibet werden diese beigelegt.
- 747: Der legendäre Inder Padmasambhava führt den Buddhismus in seiner tantrischen Form in Tibet ein. Er errichtet in Samye das erste buddhistische Kloster. Rasche Verbreitung der buddhistischen Lehre (Schule der Nyingmapa).
- 763: Die Tibeter erobern vorübergehend die chinesische Hauptstadt Chang’an (heute: Xi'an). Der chin. Kaiser wollte der Tributpflicht nicht weiter nachkommen.
- 836-842: Buddhistenverfolgung unter König Langdarma und Wiederaufleben der alten schamanistischen Bön-Religion. Verfall des Königtums.
- 8./9. Jh.: Wiederbelebung des Buddhismus.
- um 1050: Dom-Tön (1008-1064) gründet die Schule der Kadampa. Ihr Sitz ist das 1056 nördlich von Lhasa gegründete Kloster Reting.
- um 1060: Entstehung der Schule der Kagyüpa.
- 1073: Gründung des Klosters von Sakya in Shigatse. Die Sakyapa wächst zur bedeutendsten buddhistischen Schule ihrer Zeit heran.
- 1185: Entstehung der Schule der Karma Kagyüpa.
- 1280-1367: Unter der Herrschaft der mongolischen Yüan-Dynastie werden die zahlreichen Kleinstaaten Tibets reorganisiert. Kublai Khan, mongolischer Großfürst und Kaiser Chinas, verleiht den Äbten der Sakya-Klöster die Lehnsherrschaft über Tibet (Vizekönigtum). Mit dem Zusammenbruch der Yüan endet die Vorherrschaft der Sakya. Tibet wird eigenständige Monarchie.
- 1400-1600: Hochblüte der tibetischen Klosterkultur.
- 1409: Tsongkhapa (1357-1419) gründet das Kloster Ganden (östlich von Lhasa) und die Schule der Gelugpa (»Tugendschule«; auch »Gelbmützen« genannt), die sich bald zum wichtigsten religiösen und politischen Faktor entwickelt.
- 1447: Errichtung des Klosters Tashilhünpo bei Shigatse, späterer Sitz des Panchen Lama.
- 1578: Sönam Gyatso, der dritte Großabt der Gelugpa, erhält vom mongolischen Herrscher Altan Khan den Titel »Dalai Lama« (»Großer Ozean«) verliehen. Die Mongolen nehmen die buddhistische Lehre an.
- um 1630: Löbsang Gyatso (1617-1682), der V. Dalai Lama, schafft in Tibet einen hierokratischen »Kirchenstaat«, setzt die Vorherrschaft der Gelugpa durch und errichtet den mächtigen Potala-Palast in Lhasa, der neuen Hauptstadt Tibets.
- 1642-1959: Tibet unter der Herrschaft der Dalai Lamas (ab 1950/51 unter chinesischer Besatzung).
- 1650: Errichtung der Institution des Panchen Lama, die nach dem Dalai Lama zweithöchste geistliche Hierarchie der Gelugpa.
- 1653: Der Dalai Lama besucht als unabhängiger Herrscher den Ch’ing-Hof (Qing) in China.
- 1720: Nach inneren Unruhen führen die Chinesen den 7. Dalai Lama nach Lhasa und beanspruchen – unter Gewährung der inneren Autonomie – die formale Oberhoheit.
- 1727: Die Chinesen bedienen sich des Panchen Lama als politisches Gegengewicht zum Dalai Lama.
- 1774: Die Briten versuchen, von Indien aus die wirtschaftliche Öffnung Tibets.
- seit 1792: Tibet riegelt sich gegen ausländische Einflüsse ab.
- 19. Jh.: Reformpolitik des XIII. Dalai Lama.
- 1894: Der Statthalter des Chinesischen Kaisers in Tibet wird vom Dalai Lama vertrieben. China bezeichnet diese Aktion als 'illegale Abspaltung Tibets von China'. Da der Dalai Lama in dieser Aktion jedoch von England unterstützt wird, kann die chinesische Regierung nichts gegen diese Vertreibung des Statthalters unternehmen.
- 1903: Im Versuch, Tibet den Interessen Großbritanniens fügsam zu machen, marschiert Oberst Francis Younghusband in Tibet ein.
- 1904: Im Vertrag von Lhasa, der durch ein Zusatzabkommen von 1907 auch für China verbindlich wird, legt Großbritannien die tibetischen Grenzen fest und beansprucht Handelsprivilegien.
- 1911: Nach dem Sturz der Qing-Dynastie in China werden die in Tibet stationierten chinesischen Garnisonen geräumt.
- 1912 (Februar): Ausrufung der Chinesischen Republik. Tibet wird zur Provinz Chinas erklärt, doch bleibt das Land bis 1950 de facto unabhängig.
- 1914 (3.7.): Britisch-Tibetisch-Chinesisches Abkommen von Simla, dessen Ratifizierung von China verweigert wird. China beansprucht weiterhin seine Oberhoheit über Tibet, während die Briten auf alle Gebietsansprüche verzichten.
- 1939 (Juli): Tenzin Gyatso (geb. 6. Juli 1935) wird von der tibetischen Regierung offiziell als der XIV. Dalai Lama bestätigt.
- 1940 (22. Feb.): Tenzin Gyatso wird als der XIV. Dalai Lama im Alter von 4½ Jahren inthronisiert. Erziehung und Ausbildung im Potala-Palast in Lhasa.
- 1949 (11. August): Der Schweizer Missionar Maurice Tornay wird an der Grenze zum Tibet ermordet – (1. Okt.): Proklamation der Volksrepublik China. Die chinesische Volksbefreiungsarmee besetzt große Teile der tibetischen Provinz Amdo.
- 1950 (17. Nov.): Angesichts der chinesischen Bedrohung übernimmt der 16-jährige Dalai Lama vorzeitig die Regierungsgeschäfte.
- 1951 (23. Mai): Die Tibeter unterzeichnen unter Zwang ein »17-Punkte-Abkommen« mit der Volksrepublik China, das Tibet Autonomie und freie Religionsausübung zusichert. In Tibet werden zunehmend chinesische Zivil- und Militärbehörden eingesetzt. Das Land wird in drei Regionen eingeteilt.
- 1954: Der Dalai Lama führt in Peking Gespräche mit Mao Zedong (Mao Tse-tung) über eine friedliche Beilegung des Tibet-Konflikts. Die Mission endet ohne Ergebnisse.
- 1959 (10. März): Die chinesische Besetzung Tibets provoziert einen Volksaufstand, der blutig niedergeschlagen wird. Flucht des XIV. Dalai Lama nach Indien, wo er in Dharamsala (Himajal Pradesh) eine Exilregierung bildet. Dem Dalai Lama folgen Zehntausende Tibeter ins Exil.
- seit 1960: Die sozialistische Gesellschaftsordnung Chinas wird auch in Tibet durchgesetzt.
- 1962: Der X. Panchen Lama kritisiert nach einer Inspektionsreise durch Tibet die Misswirtschaft und die destruktive Politik der Volksrepublik China.
- 1963 (10. März): Der XIV. Dalai Lama verkündet im indischen Exil eine demokratische Verfassung für Tibet.
- 1965 (9. Sep.): Gründung des »Autonomen Gebietes Tibet«. Die Hälfte des ursprünglichen Staatsgebietes (Amdo und Kham) wird chinesischen Provinzen angegliedert.
- 1966-1976: Während der chinesischen »Kulturrevolution« werden die meisten Kulturdenkmäler und religiösen Zentren (Klöster, Schulen, Bibliotheken usw.) Tibets zerstört, Mönche und Regimegegner verfolgt, gefoltert und hingerichtet. Während im Westen die Schätzung von mehr als einer Million tibetischer (Todes-)Opfer ausgeht, gehen andere Schätzungen, die vor allem die demographische Entwicklung berücksichtigen, von ca. 100.000 bis höchstens 200.000 Todesopfern aus. Ferner wurden viele der ca. 6.000 Klöster (Gompas) zerstört bzw. geschlossen. Angeblich blieben lediglich sieben unzerstört.
- ab 1978: Allmähliche Liberalisierung der chinesischen Religionspolitik.
- 1989 (5. Oktober): Dem XIV. Dalai Lama wird der Friedensnobelpreis verliehen.
- 1992 (22. September): Die chinesische Regierung veröffentlicht ein Weißbuch zu Tibet, in dem das Land als untrennbarer Teil Chinas bezeichnet wird.
- 1995 (15. Mai): Der XIV. Dalai Lama erkennt Gedhun Choekyi Nyima als Reinkarnation des X. Panchen Lama (gest. 1989) an. Die Chinesen reagieren darauf mit der Installation Gyaltsen Norbus als XI. Panchen Lama (29.11.) und verschleppen Gedhun Choekyi Nyima und seine Familie an einen unbekannten Ort.
Siehe auch:
- Buddhismus in Tibet
- Vajrayana
- Tibetische Literatur
- Gesser Chan
- Tibetisches Totenbuch
- Tibetische Monarchie
- Liste der Könige von Tibet
- Tibetische Küche
Literatur
- Aschoff, Jürgen C.: Tibet, Nepal und der Kulturraum des Himalaya (mit Ladakh, Sikkim und Bhutan). Kommentierte Bibliographie deutschsprachiger Bücher von 1627 bis 1990 (Aufsätze bis zum Jahre 1900). Garuda Verlag, Dietikon/Schweiz 1992. ISBN 3-906139-07-7. Auch im [http://www.uni-ulm.de/~jaschoff/bibli1.htm Internet.]
- Christopher Beckwith: "The Tibetan Empire in Central Asia. A History of the Struggle for Great Power among Tibetans, Turks, Arabs, Chinese during the Early Middle Ages", Princeton University Press, Princeton, New Jersey 1987
- Michael van Walt van Praag: "The Status of Tibet. History, Rights and Prospects in International Law", Westview Press, 1987
- Victor Chan: "Tibet Handbook. A Pilgrimage Guide", Chico California 1994
- Melvyn C. Goldstein: "A History of Modern Tibet, 1913-1951", [University of California Press 1989] New Delhi 1993
- Melvyn C. Goldstein: "The Snow Lion and the Dragon: China, Tibet, and the Dalai Lama", University of California Press 1997
- Melvyn C. Goldstein & Cynthia M. Beall: "Die Nomaden Westtibets", Nürnberg 1991
- A. Tom Grunfeld: "The Making of Modern Tibet", London-Delhi 1987
- Andreas Gruschke: "Tibet, Weites Land auf dem Dach der Welt", Freiburg 1993 ISBN 3891551444
- Andreas Gruschke: [http://people.freenet.de/gruschke.andreas/Ethnographie-Tibets.html Demographie und Ethnographie im Hochland von Tibet]", in: Geographische Rundschau, 49 (1997), Heft 5, S. 279-286
- Andreas Gruschke: "Mythen und Legender der Tibeter", München 1996. ISBN 3424013099
- Andreas Gruschke: "Die heiligen Stätten der Tibeter", München 1997. ISBN 3424013773
- Andreas Gruschke: The Cultural Monuments of Tibet’s Outer Provinces: Amdo, 2 Bände, White Lotus Press, Bangkok 2001, ISBN 3891553110
- Andreas Gruschke: The Cultural Monuments of Tibet’s Outer Provinces: Kham, 3 Bände, White Lotus Press, Bangkok 2004 ff. ISBN 9744800496
- Michael Henss: "Tibet. Die Kulturdenkmäler", Zürich 1981
- Wulf Köpke & Bernd Schmelz (Hg.), „Die Welt des Tibetischen Buddhismus“, Mitteilungen aus dem Museum für Völkerkunde Hamburg, Neue Folge, Band 34. Hamburg, 2005
- Geoffrey Samuel: "Civilized Shamans. Buddhism in Tibetan Societies", Washington, D.C./ London 1993
- Gerald Schmitz: "Tibet und das Selbstbestimmungsrecht der Völker", Berlin 1998
- David Snellgrove & Hugh Richardson, "A Cultural History of Tibet", New York 1968. Reprint Boston-London 1986
- Giuseppe Tucci: "Die Religionen Tibets", in: G. Tucci & W. Heissig, "Die Religionen Tibets und der Mongolei", Stuttgart-Berlin-Köln-Mainz 1970, pp. 5-295.
- Tsering Shakya: "The Dragon in the Land of Snows: A History of Modern Tibet since 1947", New York 2000, Penguin Compass
Weblinks
Deutschsprachig
- [http://www.tibetfocus.com Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft]
- [http://www.tibet-initiative.de Tibet Initiative Deutschland]
- [http://www.tibet.de Tibetisches Zentrum e.V.]
- [http://www.china.org.cn/german/115775.htm Offizieller Standpunkt der VR China über die Autonomie der Nationalitäten in Tibet]
- [http://www.savetibet.org/de/index.php International Campaign for Tibet Deutschland]
- [http://www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html Internationale Gesellschaft für Menchenrechte, Arbeitsgruppe München]
Fremdsprachig
- [http://www.tibet.com Tibetische Exilregierung] (Engl.)
- [http://www.tibet.org Tibet Online] (Engl.)
- [http://www.savetibet.org International Campaign for Tibet] (Engl.)
- [http://www.studentsforafreetibet.org Students for a Free Tibet] (Engl.)
- [http://www.tchrd.org Tibetan Centre for Human Rights and Democracy] (Engl.)
- [http://www.china.org.cn/e-white/tibet Chinese Whitepaper: Tibet - Its Ownership And Human Rights Situation] (Engl.)
- [http://www.china.org.cn/e-white/20011108 Chinese Whitepaper: Tibet's March Toward Modernization] (Engl.)
- [http://www.chinatibetnews.com/GB/channel21/index.html chinatibetnews.com] (Engl., Chines., Tibetisch)
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Kategorie:Autonomes Gebiet (China)
Kategorie:Abhängiges Gebiet
Kategorie:Staat (historisch)
ja:チベット
ko:티베트
Chang Tang im Süden]]
Chang Tang (tibetisch für nördliche Ebene) ist eine wüstenhafte Landschaft im Norden Tibets. Die Nordgrenze ist die Gebirgskette Kunlun Shan. Mit einer West-Ost-Ausdehnung von rund 1300 km nimmt sie etwa die Hälfte des Landes ein. Im Osten fehlt eine klare Grenze, stattdessen gibt es eine Absenkung in die Tiefebene von Sichuan.
Geographie
Obwohl von den hohen Gebirgen Himalaya und Kunlun umgeben, ist die Landschaft im westlichen Teil von großen Gebirgs- und Flusstälern durchzogen. Chang Tang ist der Ursprung für viele der größten Flüsse Asiens. Diese sind unter anderem der Indus, Brahmaputra, Gelber Fluss, Jangtse (mit über 6000 km drittlängster Strom der Welt), Salween und Mekong.
Klima
Das Tibetische Hochplateau hat eine Höhe von durchschnittlich 4100 m, weshalb das Klima im Hochland insbesondere im Winter bitterkalt ist. Das Klima ist durch einen hohen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht und durch schnelle, starke Wetterwechsel gekennzeichnet. Zwar gibt es geringe Vegetation, dennoch wächst auf einer Fläche von rund 1 Million km² kein Baum. Teilweise gibt es in der Chang Tang dünn bewachsene Sanddünen. Die Trockenheit Tibets ist darauf zurückzuführen, dass der indische Monsun vom Himalaya abgeschirmt wird. Der Regen fällt stattdessen auf der nepalesischen Seite des Himalaya, im dortigen Bergnebelwald.
Lebensraum
In Sommermonaten wird die raue Ebene extensiv von Nomaden für ihre Schafe, Ziegen und Yaks genutzt. In der Chang Tang sind einige Tierarten anzutreffen, die einst in ganz Tibet heimisch waren und zurückgedrängt wurden. Dazu gehören der Wildjak, der Kiang, der tibetische Braunbär, das tibetische Argali-Schaf, die Tibetantilope Tschiru. 1983 wurden knapp 500.000 km² der Chang Tang von der chinesischen Regierung zur Naturschutzzone erklärt.
Wirtschaft
Trotz der widrigen Bedingungen gibt es Erzvorkommen, die die Hochebene generell wirtschaftlich interessant machen. Dazu kommt die Salzgewinnung durch die vielen Salzseen. Außerdem gibt es vereinzelte Thermalquellen.
Kategorie:Wüste
LuftlinieAls Luftlinie bezeichnet man die kürzeste Entfernung zweier Punkte in der Landschaft über den direkten Luftweg durch eine Strecke.
Bei größeren Entfernungen ist die Kugelgestalt der Erde zu berücksichtigen. Hier bewegt man sich dann entlang von Kreisbögen, deren Mittelpunkt der Erdmittelpunkt ist. Bei der Projektion solcher Strecken auf normale Karten entstehen keine Geraden mehr, sondern Kurven, die aber immer noch den kürzesten Abstand zwischen zwei Punkten repräsentieren. In der Geometrie und der Navigation spricht man daher präziser von der Orthodrome statt einer Luftlinie.
Siehe auch
- sphärische Trigonometrie
Weblinks
- [http://www.netaction.de/distance/ Online Luftlinien-Berechner anhand geographischer Daten]
- [http://www.wissenschaft-technik-ethik.de/downloads.html#sdc Luftlinien-Berechner anhand geographischer Daten für Windows]
- [http://www.indo.com/distance/index.html Luftlinien-Berechner anhand von Städtenamen oder geographischen Daten]
Kategorie:Topografie
Lhasa
Lhasa (tibet.: ༸ཧ་ས་ Transliteration: lHa-sa; chin.: 拉萨/拉薩 Pinyin: Lāsà) ist die Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet der Volksrepublik China und befindet sich am Nordrand des Himalaya. Es liegt etwa 3.600 Meter über Normalnull hoch.
Administrative Gliederung Lhasas
Das Verwaltungsgebiet der Stadt Lhasa, bestehend aus dem Stadtbezirk Chengguan („Innenstadt“, chines. 城关区) und sieben Kreisen, hat eine Gesamtfläche von 31.662 km² und laut Zensus (2000) 474.499 Einwohner (Bevölkerungsdichte: 14,99 Einwohner/km²). Die sieben Kreise sind:
- der Kreis Lhünzhub (林周县), Hauptort: Großgemeinde Ganqoin (甘曲镇),
- der Kreis Damxung (当雄县), Hauptort: Gemeinde Gongtang (公塘乡),
- der Kreis Nyêmo (尼木县), Hauptort: Großgemeinde Tarrong (塔荣镇),
- der Kreis Qüxü (曲水县), Hauptort: Großgemeinde Qüxü (曲水镇),
- der Kreis Doilungdêqên (堆龙德庆县), Hauptort: Großgemeinde Donggar (东嘎镇),
- der Kreis Dagzê (达孜县), Hauptort: Großgemeinde Dêqên (德庆镇),
- der Kreis Maizhokunggar (墨竹工卡县), Hauptort: Großgemeinde Kunggar (工卡镇).
Ethnische Gliederung der Gesamtbevölkerung Lhasas (2000)
Ethnische Gliederung der Bevölkerung von Lhasa, Stadtbezirk Chengguan (2000)
Der Stadtbezirk Chengguan („Innenstadt“ 城关区) hat eine Fläche von 523 km² und laut Zensus (2000) 223.001 Einwohner (Bevölkerungsdichte: 426,39 Einwohner/km²). Hier handelt es sich um die eigentliche Stadt Lhasa, ohne die sieben Landkreise.
Geschichte
Die Geschichte Lhasas, auf tibetisch "Götterort", geht auf das 7. Jahrhundert n. Chr. zurück. Damals wurden der Jokhang-Tempel, heute noch das religiöse Zentrum der Altstadt von Lhasa, sowie der erste Potala-Palast gegründet. Im 15. Jahrhundert baute die buddhistische Gelug-Schule drei Klöster in der Umgebung von Lhasa. Im 17. Jahrhundert wurde der Potala unter Ngawang Lobsang Gyatso, dem fünften Dalai Lama, auf dem "Roten Hügel" neu erbaut, und auch der Jokhang-Tempel wurde vergrößert. Nach der Tradition des Tibetischen Buddhismus gibt es in Lhasa drei konzentrische Pilgerrouten. Die innerste Route, Nangkhor, umfasst einen Rundgang im Innenhof des Jokhang-Tempels. Die mittlere Route heißt Barkhor und umfasst einen Rundgang um den Jokhang-Tempel sowie weiteren Klöstern und Tempeln in der Altstadt. Die äußerste Route schließlich, Lingkhor, folgt den früheren Stadtgrenzen.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unternahmen verschiedene westliche Persönlichkeiten Reisen in die Stadt, darunter Francis Younghusband, Alexandra David-Néel und Heinrich Harrer
Verkehr
Es existieren Straßen in die Provinzen Sichuan (Chengdu), Qinghai (Xining) und nach Nepal.
Mit der für 2007 beabsichtigten Fertigstellung der Lhasa-Bahn (mit einem Scheitelpunkt von 5.072 m höchste Eisenbahnstrecke der Welt) wird Lhasa an das chinesische Eisenbahnnetz angeschlossen.
Flugverbindungen bestehen mit den chinesischen Städten Peking, Chengdu, Shanghai, Guangzhou und Chongqing sowie mit der nepalesischen Hauptstadt Katmandu.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hauptsehenswürdigkeit ist der Potala, dies ist der ehemalige Palast des Dalai Lama (chinesisch: Budala-Gong).
Das erst 1999 eröffnete Tibet-Museum zeigt mehr als 30.000 Ausstellungsstücke aus der tibetischen Kultur. Es arbeitet mit renommierten Museen in China, Hongkong und anderen asiatischen Ländern zusammen und hat dort auch schon Ausstellungen veranstaltet.
Image:Lhasa Valley in Tibet.jpg|Lhasa
Image:The main road into Lhasa, filled with Landcruisers and Taxis.jpg|Hauptstraße nach Lhasa
Image:Potala_07-2005.jpg|Potala-Palast
Image:The rooftop of the Potala.jpg|Dach des Potala
Weblinks
- [http://www.imperialtours.net/lhasa_history.htm Geschichte von Lhasa (englisch)]
Kategorie:Ort in China
Kategorie:Bezirksfreie Stadt (China)
Kategorie:Geographie (Tibet)
Kategorie:Tibet
ja:ラサ (チベット)
Kunlun: Kunlun Shan
Jangtsekiang
Der Jangtse (; zu deutsch: "Langer Fluss") ist der längste Fluss Asiens und nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Strom der Welt.
Allgemeines
Er fließt auf seiner ganzen Länge von 6.300 km, von denen 2.800 km schiffbar sind, durch die Volksrepublik China. In seinem riesigen Einzugsgebiet, das 1.970.000 km² umfasst, leben rund 350 Millionen Menschen. Mehr als die Hälfte der Landwirtschafts- und mehr als 40% der Industrieproduktion werden in dieser Region erwirtschaftet. An seiner Mündung führt er im Jahresdurchschnitt rund 35.000 m³ Wasser pro Sekunde ab.
Name
- Vom chinesischen 扬子江 (Pinyin: Yángzǐjiāng), die nur für das Mündungsgebiet gilt und nicht sehr geläufig ist, leitet sich die deutsche Benennung Jangtsekiang ab.
- Die offizielle Bezeichnung ist Changjiang (Kurzzeichen: 长江; Langzeichen: 長江; Pinyin: Cháng Jiāng) und bedeutet nichts weiter als "langer Fluss".
- Im Quellbereich heißt der Fluss Qudang (曲当), "krummer Fluss". (?)
- Etwas weiter stromab heißt er Tuotuo-Fluss (沱沱河) und dann Tongtian-Fluss (通天河). Letzteres bedeutet "Fluss, der den Himmel durchquert".
- Vor dem Eintritt ins Rote Becken von Sichuan heißt der Jangtse Jinshajiang (金沙江 Jīnshājiāng), "Goldsandfluss", ein Hinweis auf Goldvorkommen in dieser Region.
- Der tibetische Name ist Vbri-chu (འབྲི་ཆུ་ 'Fluss der Yak-Kuh').
Flussverlauf
Der Jangtse, der auch Yangtsekiang genannt wird, entspringt in etwa 5.500 m Höhe auf der tibetischen Hochebene und bildet in seinem Ober- und Mittellauf bis Yichang viele Schluchten. Die bekanntesten sind die Drei Schluchten zwischen Chongqing und Yichang, die inzwischen durch den umstrittenen Bau eines Großkraftwerkes, des so genannten Drei-Schluchten-Staudamms, geflutet werden, so dass ein 600 km langer Stausee entsteht. Danach fließt der Fluss langsamer und breiter durch die Ebenen Mittelchinas. Das erste große der natürlichen Rückhaltebecken, die eine wichtige Funktion als Schutz vor Überschwemmungen ausüben, ist der Dongting-See. In Abhängigkeit von der im Laufe des Jahres unterschiedlichen Wasserführung ändert er wie auch der größte See Chinas, der Poyang-See, seine Ausdehnung. Über den Kaiserkanal, der den Jangtse bei Yangzhou kreuzt, besteht eine Verbindung zum Gelben Fluss. Bei Shanghai mündet er in einem Delta in das Ostchinesische Meer. Wichtige Städte am Jangtsekiang sind Chongqing, Wuhan, Nanking und Shanghai.
Neben dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms gibt es ein zweites Großprojekt: "Süßwasser nach Norden", ein Wasserumleitungssystem, durch das der unter Wassermangel leidende Norden Chinas mit Wasser aus dem Jangtse versorgt werden soll. Die erste Trasse entlang des Kaiserkanals wird bereits benutzt, soll aber noch ausgebaut werden; zwei weitere Trassen befinden sich im Planungsstadium.
Nebenflüsse
Wassermangel
- Xiangjiang
- Lishui (Li)
- Zijiang
- Yuanjiang
- Han (Fluss)
- Huangpu-Fluss
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
- Drei-Schluchten-Damm
Weblinks
Drei-Schluchten-Damm]
- [http://hk.geocities.com/flooding1998/index2.html 1998 Jangtse Flutung]
- [http://www.discoveryangtze.com/Yangtzediscovery/index.htm Discovery of Yangtze River]
- [http://earthtrends.wri.org/maps_spatial/maps_detail_static.cfm?map_select=376&theme=2 Flussverlauf]
- [http://www.chinaodysseytours.com/yangtzecruise/maps.htm Maps]
Kategorie:Fluss in China
ja:長江
ko:양쯔 강
Chinesische MauerDie Chinesische Mauer (; übersetzt '10.000 Li große Mauer'; auch ; übersetzt 'Große chinesische Mauer') ist mit 6350 Kilometern Länge (Hauptmauer 2400 km) das größte Bauwerk der Welt. Dabei besteht die Mauer aus einem System mehrerer teilweise auch nicht miteinander verbundener Abschnitte unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Bauweise.
Chinesische
Wahrscheinlich war die Mauer jedoch länger als heute bekannt: Anfang 2001 entdeckten chinesische Archäologen Reste der Großen Mauer in der Wüste Lop Nor, 500 Kilometer westlich der Festung Jiayuguan, die bis dato als westlicher Endpunkt der Mauer galt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Teil der Mauer gebaut wurde, um die mittlere Route der Seidenstraße zu schützen, auf der reich beladene Handelskarawanen nach Westen zogen. Sie vermuten, dass auch hier noch nicht das Ende der Mauer lag.
Der chinesische Name "10.000 Li große Mauer" hat mit der Länge der Mauer zu tun. Ein Li entspricht etwa 500 Metern, 10.000 Li sind daher 5000 Kilometer. Die Zahl 10.000 steht im chinesischen jedoch für Unendlichkeit (vgl. Myriade), weshalb der Ausdruck etwa "unvorstellbar große Mauer" bedeutet.
Geschichte
Erste mauerartige Grenzbefestigungen entstanden wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. in der Zeit der Streitenden Reiche als Schutz gegen die sich unter einander befehdenden Chinesen. Diese einzelnen Mauerabschnitte bestanden aus festgeklopftem Lehm, der zur besseren Haltbarkeit mit Stroh- und Reisigschichten vermischt wurde.
214 v. Chr. ließ der erste chinesische Kaiser, Qin Shi Huang Di, Schutzwälle errichten, die das chinesische Kaiserreich nach der Expansion über den Gelben Fluss gegen die Völker aus dem Norden, vor allem die Xiongnu, schützen sollte. Im Unterschied zu schon vorhandenen alten Mauerresten wurde die Mauer nicht in den Tälern, sondern unterhalb der Kammlinie der Gebirge an den Nordabhängen errichtet. Sie bestand wegen des Fehlens von Lehm großen Teils aus aufeinander geschichteten Natursteinplatten.
Seitdem wurde die Mauer immer wieder aus- und umgebaut, die heute bekannte Form (s. Bild) erhielt sie in der Zeit der Ming-Dynastie, der letzten großen Ausbauphase. 1493 begann der Bau der Ming-Mauer, die dem Schutz gegen die Mongolen dienen sollte. Ihr Verlauf folgte den Bergkämmen; eine besonders aufwändige und teure Bauweise. Sie wurde weit gehend aus gebrannten Steinen und zum Teil auch aus Natursteinen errichtet. Der verwendete Mörtel bestand aus gebranntem Kalk und Klebreis. Das Innere des Mauerwerks verfüllte man mit Lehm, Sand und Schotter(Zyklopenmauer). Die Maße der Mauer sind recht unterschiedlich; im Gebiet von Peking sind 4 bis 8 m an der Basis und 10 m auf der Krone sowie eine Höhe von 6 bis 9 m üblich. Im Abstand von einigen hundert Metern wurden ungefähr 12 m hohe Türme errichtet, die als Waffenlager und Signaltürme dienten. Daneben boten sie bei Angriffen Schutz für die Verteidiger. Es wird geschätzt, dass bis zu 25.000 solcher Türme in der Mauer integriert waren und dass 15.000 weitere Signaltürme die Kommunikation mit der Hauptstadt sichern sollten. Reste von Signaltürmen wurden noch bei Kaschgar gefunden, der alten Handelsstadt in Chinas äußerstem Westen.
Zustand
Kaschgar
Während einige Teile der Mauer nahe Touristenzentren erhalten oder sogar restauriert wurden, sind große Teile der Mauer in schlechtem Zustand. Teilweise werden sie von Dörfern in der Nähe als Steinquelle für Häuser und Straßen genutzt. Abschnitte der Mauer wurden auch das Opfer von Graffiti oder wurden eingerissen, um Platz für andere Bauvorhaben zu schaffen. Die 'Gesellschaft der großen chinesischen Mauer' setzt sich für die Erhaltung ein. Im Juni 2003 gab es noch keine Gesetze, um die Mauer landesweit zu schützen. Beijings lokale Gesetzgebung verbietet den Zugang zur echten Mauer für die Öffentlichkeit; dieses Gesetz ist seit August 2003 in Kraft.
Sichtbarkeit aus dem Weltraum
Gesellschaft der großen chinesischen MauerSchon seit längerer Zeit wird behauptet, dass die chinesische Mauer das einzige Bauwerk sei, welches man mit dem bloßen Auge aus dem Weltraum entdecken könne. Der erste Raumfahrer Chinas - Yang Liwei - sagte jedoch nach seinem Raumflug im Oktober 2003: Die Aussicht war wunderschön. Aber ich konnte die Große Mauer nicht sehen. Die chinesische Regierung ließ daraufhin neue Schulbücher drucken, in denen dies geändert wurde.
Leroy Chiao konnte jedoch 2005 von der Raumstation ISS aus die chinesische Mauer entdecken und sogar Fotos von ihr mit einem normalen Fotoapparat anfertigen. Nach diesen Erkenntnissen soll man allerdings äußerst gute Witterungsbedingungen benötigen, um die chinesische Mauer aus dem All sehen zu können. Yang Liwei hatte demnach Pech mit dem Wetter.
Die Mauer erstreckt sich über die geografische Koordinaten von 38° 47' 55" N, 106° 50' 22" E bis etwa 37° 38' 43" N, 107° 34' 00" E. Ein gutes Stück Mauer kann man z.B. an folgenden Koordinaten erkennen (über Google Earth aus einer Höhe von ca. 15..20 Meilen): 37° 47' 55" N, 107° 24' 30.5" E.
Literatur
- Hans Wilm Schütte: Chinas Große Mauer. Die Wiederentdeckung eines Weltwunders. München Orbis-Verlag, 2002. ISBN 3-572-01318-6
- Michel Jan (Text), Roland und Sabrina Michaud (Fotos): Die Chinesische Mauer. München: Hirmer Verlag, 2000. ISBN 3777486809
Weblinks
- [http://www.schwarzaufweiss.de/peking/mauer.htm Beschreibung]
- [http://www.grossemauer.de/ www.grossemauer.de]
- [http://www.ostasien.net/news/chang_cheng.htm www.ostasien.net] - Im Jahr 2001 fanden chinesische Archäologen Überreste der Grossen Mauer in der Lop Nor-Wüste - 500 Kilometer westlich der Festung Jiayuguan, die bis dato den Endpunktes der Mauer galt.
- [http://www.efodon.de/html/archiv/geschichte/gabo/mauer.pdf PDF] - Einmal ein ganz anderer Blickpunkt auf die Entstehungsgeschichte der Mauer. Der Autor "entlarvt" die "Große Mauer" als ein Produkt der KP Chinas. Sehr interessant, darüber hinaus aber kritisch zu hinterfragen. Mit Literaturverzeichnis!
- [http://www.wildwall.com/ www.wildwall.com] - Seite von William Lindesay, der große Teile der Mauerabgelaufen ist und sich für die Restaurierung der Mauer einsetzt. (nur englisch)
- [http://www.friendsofgreatwall.org/ www.friendsofgreatwall.org] - Seite der "International Friends of the Great Wall" (englisch und chinesisch), mit vielen Beiträgen zur Bewahrung und Restauration dieses Weltkulturerbes.
- [http://www.googleerde.de/jgs_db.php?action=download&download_id=49&sid= GoogleEarth Koordinaten - kmz Datei]
- [http://www.nibinteractive.de/blogdata/greatwall.kmz Simatai Great Wall GoogleEarth Koordinaten - kmz Datei]
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Informationen zu dem Kinderspiel Chinesische Mauer findet man unter Fangen (Spiel)
Kategorie:Befestigungsanlage
Kategorie:Bauwerk in China
Kategorie:Weltkulturerbe in China
ja:万里の長城
ko:만리장성
th:กำแพงเมืองจีน
Ordos-Plateau
Das Ordos-Plateau ist eine steppen- und wüstenhafte Landschaft im Autonomen Gebiet Innere Mongolei im Norden der Volksrepublik China. Früher hieß die Region auch He-tau und später He-nan („Land südlich des Flusses“). Die Hochebene hat eine durchschnittliche Höhe von 1200 m über NN.
Lage
Das Plateau wird im Westen, Norden und Osten vom großen Bogen des Gelben Flusses umrahmt. Nördlich des Gelben Flusses trennen die Gebirge Kara-naryn-ula, Sheitenula, und In Shan - Ausläufer des Chingan - die Ebene von der Gobi. Im Süden und Osten grenzt die Große Mauer das Plateau vom fruchtbaren Lößgebiet Shaanxis ab. Die Fläche beträgt etwa 90.000 km. Die Orodosebene bedeckt den südlichen Teil der Inneren Mongolei, aber auch die Autonome Region Ningxia und die Provinzen Shaanxi und Gansu.
Wüstencharakter
Der nördliche Teil des Plateaus besteht aus Steppen und Halbwüsten, die stellenweise in Sandwüste übergehen. Auch wenn es eher eine Steppe als Wüste ist, wird es von manchen Wissenschaftlern als Teil der Wüste Alashan bzw. der Gobi eingeordnet wird. Im südlichen Teil ist vereinzelt bescheidener Ackerbau möglich, wenn durch Flüsse genügend Wasser zur Verfügung steht. Die Niederschläge nehmen von West nach Ost zu - dementsprechend geht in dieser Richtung die extensive Viehhaltung von Schafen und Ziegen zur normalen Landwirtschaft über. So wachsen im Norden nur Gräser und vereinzelte Sträucher (z. B. Feld-Beifuß auf den Dünen im Norden), während Richtung Süden mehr Büsche und dichtere Vegetation vorkommen.
Relief
Die Wüste kann als mittlere Stufe zwischen dem Himalaya und der tibetischen Hochebene und dem Flachland im Osten Chinas angesehen werden. Nach Süden hin steigt sie auf eine Höhe von über 1.500 m an. Im Westen verlaufen die Arbisoberge entlang des Gelben Flusses. Sie überragen die Ebene um etwa 900 m und stellen eine Verknüpfung zur | | |