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Mesolithikum

Mesolithikum

Die Mittelsteinzeit, das Mesolithikum, ist die Zeit der nacheiszeitlichen Jäger und Sammler. Sie ist zur Altsteinzeit weniger durch ihre archäologischen Zeugnisse als vielmehr geochronologisch abgegrenzt und besitzt daher eher den Charakter einer unscharf definierten Übergangsphase. Speziell in Europa jedoch kann sie als eigenständige Entwicklungsperiode gesehen werden, während der Begriff in anderen Weltteilen nicht angemessen scheint. Das Mesolithikum reicht im weitesten Sinne vom Ende der Altsteinzeit bis zum Auftreten des Ackerbaus, der den Beginn der Jungsteinzeit markiert. Das Ende der Mittelsteinzeit liegt daher im Vorderen Orient (hier ist der Begriff weniger gebräuchlich - siehe Epipaläolithikum) sehr viel früher als in Mitteleuropa oder in Skandinavien. Somit begann die Mittelsteinzeit in Mitteleuropa nach dem Ende der Eiszeit (jüngeres Dryas-Stadial) etwa um 10.000 v. Chr. und endete ca. 6.000 v. Chr. im südlichen bzw. 4.500 v. Chr. im nördlichen Mitteleuropa. Die interne Chronologie des Mesolithikums beruht vor allem auf den wechselnden Häufigkeiten dieser Geräteinsätze. Allerdings gibt es bislang noch keine allgemein gültige Chronologie, sondern nur regionale Entwicklungen, die anhand von Stratigraphien bei Grabungen entwickelt wurden. Grundsätzlich wird das Mesolithikum in eine frühe, mittlere und späte Phase unterteilt. Das Mesolithikum war vom Zurückweichen des Eises der letzten Eiszeit in Nordeuropa und der damit verbundenen schnellen Erwärmung des Klimas während des Präboreal geprägt. In den Gebieten, die vorher von eiszeitlichen Tundren bestimmt waren, entwickelten sich erst lichte, dann aber immer dichtere Wälder. Auf dem borealen Kiefern-Birkenmischwald folgte mit der allmählichen Einwanderung wärmeliebender Arten Haselvegetation und schließlich der atlantische Eichenmischwald. Die Besiedlungsgrenze verschob sich nach Norden. Kennzeichnend für diese Epoche sind winzige Waffenprojektile aus Feuerstein und anderen Rohmaterialien, die so genannten Mikrolithen. Man unterscheidet Mikrolithen aus speziellen, sehr kleinen Klingen (Mikroklingen) und geometrische Mikrolithen, die durch das gezielte Zerbrechen und anschließende Retuschieren größerer Klingen hergestellt wurden. In Nordeuropa wurden geschäftete Beile, so genannte Kern- und Scheibenbeile, zur Holzbearbeitung verwendet. Nachdem bereits in der jüngeren Altsteinzeit (Mähren) die ersten länger dauernden Siedlungsplätze entstanden, nahm die Sesshaftigkeit in der Mittelsteinzeit vermutlich weiter zu. Der verminderte Schweifradius lässt sich unter anderem an der Zusammensetzung des Feuersteinrohmaterials belegen. Die Menschengruppen der Mittelsteinzeit nutzten mehrere Siedlungsplätze saisonal, aber über mehrere Jahre hinweg. Ursache war insbesondere die bessere Verfügbarkeit von Sammelgut (Obst etc.), verbesserte Techniken zum Kleintierfang und die Entwicklung der Fischerei.

Siehe auch

Portal:Vor- und Frühgeschichte - Steinzeit

Weblinks


- [http://www.museum-werdringen.de/mittelsteinzeit.php Mesolithikum in Westfalen]
- [http://www.landschaftsmuseum.de/seiten/lexikon/mesolithikum.htm Zur Mittleren Steinzeit im Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach] Kategorie:Zeitalter

Altsteinzeit

Die Altsteinzeit, das Paläolithikum ist die älteste und längste Periode der Vorgeschichte. Sie entspricht dem Zeitraum, der im allgemeinen Sprachgebrauch mit Stein-Zeit assoziiert wird, in dem die Vor-Menschen und frühen Menschen als Jäger und Sammler lebten, Metalle noch nicht in Gebrauch waren und Werkzeuge aus Steinen, Holz und (in den späten Phasen) Knochen von Beutetieren hergestellt wurden. Die Altsteinzeit beginnt mit den ersten intentionell hergestellten Steinwerkzeugen des Homo habilis und Homo ergaster vor über 2,4 Millionen Jahren. Sie endet etwa 8.000 v.Chr. mit dem Ende der letzten Eiszeit; im Anschluss geht man in der Levante ("Fruchtbarer Halbmond") zum Anbau von Kulturpflanzen und Tierhaltung über, die dort den Übergang in die Jungsteinzeit markieren, in Europa folgt diese Entwicklung wesentlich später, so dass hier auf die Altsteinzeit zunächst die Mittelsteinzeit (Mesolithikum) folgt.

Unterteilung

Die Altsteinzeit wird gewöhnlich in drei Perioden unterteilt, das Altpaläolithikum, das Mittelpaläolithikum und das Jungpaläolithikum. Innerhalb dieser Perioden unterscheidet man weiterhin bestimmte archäologische Kulturen, die primär durch die für die jeweiligen Zeitstufen charakteristischen Werkzeuge abgegrenzt werden und gleichzeitig kulturelle Entwicklungsstufen der Menschheit darstellen. Diese Kulturen sind in geowissenschaftlicher Tradition meist nach den ersten Fundorten des jeweiligen Zeitabschnitts benannt, z. B. Oldowan (s. u.). Die chronologische Ordnung und Abfolge der im folgenden dargestellten Abfolge dieser Kulturen lässt sich nicht weltweit übertragen. Sie trifft aber auf Mitteleuropa zu, wo die längste Forschungstradition herrscht:
- Altpaläolithikum oder Early Stone Age
  - Oldowan, charakterisiert durch Gerölle mit Schneide, ab ca. 2,5 Millionen Jahren
  - Acheuléen, charakterisiert durch feiner gearbeitete Faustkeile, zunächst in Afrika, vor ca. 1,5 Mio Jahren, ab etwa 1 Million Jahre auch in Europa. Mit der Herstellung der ersten Steingeräte werden meist frühe Menschenformen wie Homo ergaster, Homo erectus und Homo heidelbergensis in Verbindung gebracht. Aus dieser Zeit stammen die ältestpopofick und soen erhaltenen Holzwaffen (Wurfspeere und Wurfhölzer), z. B. Schöningen.
- Mittelpaläolithikum oder Middle Stone Age
Zeit des Neandertalers. Levalloistechnik.
  - Moustérien, ca. 200.000 v. Chr. bis 40.000 v. Chr., das durch sehr fein gearbeitete Werkstücke in zahlreichen, auf die Funktion hin gestalteten Formen charakterisiert ist. Typisch sind fein ausgebildete Faustkeile. Um 40.000 erste Funde des anatomisch modernen Menschen Homo sapiens sapiens neben dem Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis).
  - Micoquien, ca. 130.000 v. Chr. bis 70.000 v. Chr., Technik mit asymmetrischen Faustkeilen
- Jungpaläolithikum (Europa), mit Klingenindustrien:
  - Aurignacien bis ca. 28.000 v. Chr.
  - Châtelperronien bis ca. 34.000 v. Chr. (regional eingeschränkt, Frankreich und Nordspanien)
  - Gravettien von ca. 28.000 v. Chr. bis ca. 21.000 v.Chr. Erstes Auftreten von Venus-Figuren, u.a. Venus von Willendorf.
  - Solutréen von ca. 22.000 v. Chr. bis ca. 18.000 v. Chr.
  - Magdalénien von ca. 18.000 v. Chr. bis ca. 12.000 v. Chr. Erste Höhlenmalereien; jungpaläolithische Kleinkunst; Knochenpfeife in Gudenushöhle. Siehe auch: Portal:Vor- und Frühgeschichte - Urgeschichte - Mensch - Löwenmensch - Venus von Willendorf

Weblinks


- [http://www.landschaftsmuseum.de/seiten/lexikon/altsteinzeit.htm Überblick über die Altsteinzeit (Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach)]
- [http://www.kulturverein-nittendorf.de/altsteinzeit/altsteinzeit.htm Altsteinzeit in Nittendorf] Kategorie:Zeitalter Kategorie:Steinzeit ko:구석기 시대

Ackerbau

Unter landwirtschaftlichen Ackerbau versteht man die Produktion von Kulturpflanzen auf eigens dafür bearbeitetem Kulturboden.

Grundlage

Auf der Grundlage der verwendeten Ackergeräte kann man zwischen Grabstockbau und Hackbau und dem Pflugbau unterscheiden. Äcker der industrialisierten Landwirtschaft sind Abkömmlinge der pflugbearbeiteten Äcker. Die Bearbeitung besteht heute im Wesentlichem im Umbruch der Oberflächenschichten zum Zweck der Lockerung der Krume und unter Umständen der Gründüngung. Die Produktion geschieht zum einen zum direkten Verbrauch, zum anderen und noch wichtiger zur Vorratshaltung. Sie umfasst Aussaat, Pflege (Düngung, Jäten), Ernte und - mehr oder weniger zielgerichtet - Züchtung der angebauten Pflanzen. Die angebauten Pflanzen sind traditionell diverse Getreidearten, Hülsenfrüchtler und (unterirdische) Hackfrüchte wie Zuckerrüben und Kartoffeln. Weiterhin gibt es den Anbau von Pflanzen, die nicht als Lebensmittel für den Menschen dienen. Dazu zählen Genussmittelpflanzen wie Tabak, Faserlieferanten wie Baumwolle und Viehfutter wie Klee. Klee

Historischer Beginn des Ackerbaus

Der Ackerbau ist lokal entstanden. Der Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum) wird zumeist mit dem Beginn des Ackerbaus gleichgesetzt. Danach kam die Bronzezeit, die sich durch die Entdeckung der Metallverarbeitung auszeichnet. Voraus ging die Mittelsteinzeit (Mesolithikum), die sich gewissermaßen als Entwicklungsperiode vom Jäger- und Sammlertum zum Ackerbau bezeichnen lässt. Der Beginn der Jungsteinzeit lässt sich jedoch - wie auch andere Epochen - nur regional präzisieren, da er die kulturelle Entwicklung darstellt. In der Levante und in Syrien, im Norden von (Mesopotamien war der Zeitpunkt des Beginn des Ackerbaus nach neusten Erkenntnissen um 11000 v. Chr. In Europa lag diese Periode zwischen 7.000 und 4000 v. Chr. In Japan hielt der Ackerbau erst 300 v. Chr. Einzug, andere Völker waren da bereits in der Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit. Technologisch gesehen sind einige Amazonas-Gebiete und Gebiete der Kalahari teilweise heute noch jungsteinzeitlich einzuordnen.

Anbaumethoden

Dauerfeldbau

Dauerfeldbau bezeichnet in der Landwirtschaft ein Prinzip, in welchem Jahr für Jahr auf demselben Feld angebaut wird. Dabei wird durch Fruchtfolgesysteme versucht die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Schädlinge zu bekämpfen. Dauerfeldbau setzt eine ganzjährige Wachstumszeit wie in den immerfeuchten Tropen voraus. (Temperaturen über 10°C und humides Klima.)

Maßnahmen für die Ertragssteigerung beim Dauerfeldbau

Eine Möglichkeit, die Erträge beim Dauerfeldbau zu steigern, liegt einerseits darin, Fruchtfolgesysteme zu verwenden, welche den Nährstoffgehalt erhalten und Schädlinge bekämpfen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sein Anbaugebiet zu düngen, um höhere Erträge zu erzielen,

Dauerfeldbau im Tropischen Regenwald

Im Tropischen Regenwald ist es nicht ratsam, Dauerfeldbau zu betreiben. Außer wenn man in Gunsträumen anbaut, ist damit zu rechnen, dass die Nährstoffe nach und nach abnehmen und somit die Erträge immer weiter sinken. Es ist zwar ausreichend Niederschlag vorhanden, welcher aber aufgrund der großen Poren des Bodens fast immer sofort in tiefere Bodenschichten abfließt.
Landwirtschaftliche Gunsträume in den Tropen

- Schlemmflächen, hoher Nährstoffgehalt (Ganges, Amazonas)
- vulkanische Gebiete (Philippinen, Java) Grundlage für die Fruchtbarkeit der Ausnahmegebiete ist das Angebot an Nährstoffen bzw. an Tonmineralien mit hoher Austauschkapazität. Landwirtschaftliche Gunsträume befinden sich an Stellen mit relativ mäßigem Klima, also z.B. in etwas höher gelegenen Orten, da dort nicht solch extrem hohe Temperaturen herrschen, wie in normaler Höhe. Des Weiteren ist fruchtbarer Boden wichtig, welcher sich durch hohen Nährstoffgehalt und geringes Porenvolumen auszeichnet, was zum einen den Pflanzen Nährstoffe liefert und zum anderen verhindert, das das Wasser allzu schnell versickert. Ebenfalls benötigt wird ausreichender Niederschlag. Allerdings darf dieser auch wiederum nicht zu hoch sein, da die Pflanzen sonst „überwässert“ werden.

Ecofarming

Das Ecofarming ist eine Anbaumethode, welche das Ziel verfolgt, mit möglichst wenig Fremdmitteleinsatz einen möglichst hohen Ernteertrag zu erreichen. Dieses wird z.B. dadurch erreicht, dass eine Anbaustruktur verwendet wird, die dem Stockwerkaufbau des Regenwaldes ähnelt und somit dem Boden möglichst wenig Nährstoffe entzieht. Beim Ecofarming werden Hänge terrassiert und Erosionsschutzgräben angelegt. Die Terrassenkanten werden mit Bäumen bepflanzt. Weitere Bäume und Sträucher werden zur Gewinnung von Obst, Bau- und Brennholz, Futter und Mulch für den Humusaufbau gepflanzt. Es erfolgt eine intensive Gründüngung. Die Viehhaltung wird von der Weide in den Stall verlagert.

Ziel

Das Ziel des Ecofarmings liegt darin, den Boden nachhaltig zu schonen und dessen Fruchtbarkeit zu erhalten. Bei Dauerfeldbau ist dieses nicht gegeben, da dort die Nährstoffe des Bodens verbraucht werden.

Vorteile

Die Vorteile des Ecofarmings liegen darin, dass der Boden geschont und auf lange Zeit verwendet werden kann. Des Weiteren ist ein minimaler Kapitaleinsatz notwendig und die Ernteerträge bleiben stabil.

Vergleich zu konventionellen Anbaumethoden

Im Vergleich zum Ecofarming existiert bei der Reinkultur kein Bodenschutz, sodass Regen und Sonne mit voller Kraft auf den Boden treffen. Der Boden wird durch Regen ausgewaschen und durch Sonne ausgetrocknet. Die Pflanzen entziehen ihm alle Nährstoffe, sodass der Boden nach wenigen Jahren nicht mehr zu gebrauchen ist. Beim Ecofarming hingegen nutzt man die Vorteile des Primärwaldes, welche z.B. in der Eigendüngung des Bodens durch vielfältige Lebensformen im Boden sowie Laubabwurf durch Bäume und Sträucher liegt. Des Weiteren wird der Regen abgebremst und trifft nicht mehr mit voller Wucht auf den Boden. Dies verhindert desweiteren die Abschwemmung also Erosion der dünnen nährstoffhaltigen Schicht. Gleiches gilt für die Sonne, welche hier ebenfalls von der Austrocknung des Bodens abgehalten wird.

Siehe auch


- Regenfeldbau
- Geschichte der Landwirtschaft
- Portal:Land- und Forstwirtschaft Kategorie:Feldwirtschaft ko:농경

Epipaläolithikum

Als Epipaläolithikum war eine Übergangszeit in der technologischen Entwicklung des Menschen von der Altsteinzeit zur Jungsteinzeit. Benutzt wird dieser Terminus für die Regionen der Welt, die nicht oder kaum von den Eiszeiten geprägt wurden - in diesen wiederum wird der Begriff Mittelsteinzeit benutzt. Das Epipaläolithikum begann vor etwa 10.000 Jahren (also 8.000 v. Chr.) und endete - regional verschieden - etwa 2.000 Jahre später, also etwa vor 8.000 Jahren. Genutzt wird dieser Begriff vor allem im Nahen Osten, Anatolien und Zypern, also Gebieten, die sehr früh in den Prozess der Neolithisierung mit der Neolithischen Revolution eintraten und wo der postglaziale Klimawandel nur sehr gering ausfiel. Die epipaläolithischen Jäger und Sammler nutzten bereits sehr fortgeschritten Feuerstein- oder Obsidian-Werkzeuge und Waffen, die unter dem Begriff Mikrolithe zusammengefasst werden. Diese sehr kleinen, speziell vorbereiteten Steinsplitter wurden mit Hilfe von Birkenpech an hölzernen Trägern befestigt (Speere, Messer, Sägen usw.). Die Lebensweise war meist nomadisch, allerdings entstanden in dieser Epoche auch die ersten permanenten Siedlungen (siehe: Liste der ältesten Städte).

Siehe auch:

Portal:Vor- und Frühgeschichte Portal:Vor- und Frühgeschichte Kategorie:Steinzeit

Mitteleuropa

Mitteleuropa oder Zentraleuropa bezeichnet eine Region in Europa zwischen Westeuropa, Osteuropa, Südosteuropa, Südeuropa und Nordeuropa. Es gibt wenig deutliche geographische Kriterien, die zur Abgrenzung herangezogen werden könnten. Der Begriff „Mitteleuropa“ kann auch politisch, kulturhistorisch oder naturräumlich definiert werden, wobei sich Verortung Mitteleuropas verschiebt und teils erhebliche Unterschiede auftreten können. Die Auffassung des Begriffes Mitteleuropa unterliegt auch dem geschichtlichen und politischen Wandel. Mitteleuropa wird daher niemals eindeutig zu definieren sein. Seit dem Ende des Kalten Krieges kommt der Definition Mitteleuropas erneut Aufmerksamkeit zu. Der Begriff Mitteleuropa macht deutlich, dass regionale Definitionen – neben dem praktischen und harmlosen Zweck der Ortsangabe – immer auch dem Zweck der Wertung und Abgrenzung dienen können, wodurch die Definition zum Streitobjekt, wenn nicht Kampfbegriff werden kann.

Geographische Abgrenzung Mitteleuropas

Kalten Krieges Bei der geographischen Abgrenzung können klimatische und naturräumliche Gegebenheiten (beispielsweise Vegetationstypen oder tektonische Erscheinungen) herangezogen werden. Die Naturwissenschaften definieren als Kriterium das ozeanische bis subkontinentale, gemäßigt warme Großklima. Eine grobe Abgrenzung Mitteleuropas ist im Westen und Nordwesten der Rhein, im Norden die Nordsee, Skagerrak, Kattegat und die Ostsee, oder die Eider, im Osten die Weichsel, im Süden die Hauptkämme der Karpaten und Alpen. Auch hier gibt es Zweifel, ob Flüsse wie die Eider oder die Weichsel ausreichen, um einen Teilkontinent zu definieren. Die geographische Einteilung bleibt unscharf. Im Gegensatz dazu findet man in Südeuropa mediterranes Klima (gemäßigt warm bis subtropisch), in Westeuropa gemäßigt warmes euozeanisches bis ozeanisches Klima, in Nordeuropa kühl-gemäßigtes bis subboreales Klima, in Osteuropa kontinentales bis eukontinentales Klima und entsprechende Naturräume vor. Auch hier gelingt kaum eine eindeutige Abgrenzung durch fließende Übergänge und lokale Begebenheiten wie Höhenlage und Geländeform. Diese Abgrenzung ist nicht deckungsgleich mit Staatsgrenzen oder Kulturen. Häufig werden die mittel- und osteuropäischen Länder gemeinsam betrachtet. Im EU-Jargon bezeichnet man die Region MOEL.

Kulturelle und politische Abgrenzung heute

MOEL Wenig Zweifel bestehen an der Zugehörigkeit der Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Polen zu Mitteleuropa. Spielräume bei der Einteilung gibt es aber bereits durch kulturelle Verflechtungen und Überlagerungen in Teilen
- Ungarns, Rumäniens (Siebenbürgen) und der Ukraine, die innerhalb des Karpatenbogens liegen: mit Südosteuropa und Osteuropa;
- Sloweniens: mit Südosteuropa und Südeuropa;
- Kroatiens, sie sind streng genommen (nördlich der Save und Teile Slawoniens) mitteleuropäisch (gehören also zu Ostmitteleuropa), überschneiden sich aber auch mit Südosteuropa, Zentralkroatien und die Küste Dalmatiens sowie Istrien gehören zu Südosteuropa, haben aber auch mediterrane (südeuropäische) Einflüsse; Dies gilt aber auch bei der Einordnung von Regionen, die Staatsgrenzen überschreiten oder in Grenzgebieten liegen, wie
- Elsass (zu Frankreich in Westeuropa mit Einordnung der deutschen Kultur der Elsässer zu Mitteleuropa)
- Südtirol (zu Italien in Südeuropa mit Einordnung der deutschen Kultur der Südtiroler zu Mitteleuropa),
- Friesland (zu Deutschland und den Niederlanden in Mitteleuropa und zu Dänemark in Nordeuropa beziehungsweise Skandinavien. Häufig sind diese Gebiete wegen vielfacher Einflüsse mehrerer Regionen nicht eindeutig zuzuordnen und werden je nach politischer Intention oder „Heimatgefühl“ zugeordnet. Heute soll die Verortung eine Landes(-teils) zu „Mitteleuropa“ gleichzeitig auch eine tatsächliche oder angestrebte Nähe oder Zugehörigkeit zur Europäischen Union verdeutlichen. Auf diese Weise wird Mitteleuropa zum Politikum erhoben. Die Unschärfe der Abgrenzung zeigt jedoch deutlich, dass die Definition relativ beliebig ist. Im heutigen englischen Sprachraum wird häufig nur zwischen ost- und westeuropäischen Ländern unterschieden. Dabei werden die Länder Ostmitteleuropas (siehe auch: Visegrád-Länder) manchmal auch als "Central Europe" bezeichnet. Die Staaten Westmitteleuropas (Niederlande, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich) werden zu Westeuropa („Western Europe”) gerechnet. Diese Ost-/West-Einteilung verliert seit der EU-Osterweiterung an Bedeutung. In dem kleinen Bergland Österreich wiederum ist die (empfundene) Abgrenzung eine ganz andere: dort wird Mitteleuropa oft mit den Nachfolgestaaten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie gleichgesetzt. Mitunter werden zur Abgrenzung Mitteleuropas auch kulturreligiöse Kriterien herangezogen, genauer, das römisch-katholische Bekenntnis zum Protestantismus. Diese „Grenze” würde demnach durch Norddeutschland verlaufen, nach Ost- und Südosteuropa zum orthodoxen Bekenntnis (z.B. Weißrussland, Ukraine, Rumänien, Serbien und nach Süden (vor allem Bosnien) zum Islam.

Geschichte des Begriffs Mitteleuropa

Der Begriff Mitteleuropa war zunächst ein politischer Begriff, der jedoch unterschiedlichen Zielsetzungen gedient hat. Er kam in der Mitte des 19. Jh. auf, als Constantin Frantz eine Föderation „Mitteleuropa“ aus Deutschland, Polen und Donauslawen vorschlug, um ein Gegengewicht zu den Großmächten Russland und Amerika zu schaffen. Ähnliche Ideen waren auch in der Nationalliberalen Partei verbreitet, so bei Friedrich List und Heinrich von Gagern, die ein deutsch-österreichisch geführtes Mitteleuropa von Hamburg bis Triest propagierten. Zur selben Zeit – vor 1871 – wurde der Begriff auch in Österreich-Ungarn wichtig: als Alternative zur von vielen in Deutschland und Österreich propagierten großdeutschen Lösung, die vorsah, alle Deutschen – und nur diese – in einem Staat zusammenzufassen. In Österreich lehnte man dies mehrheitlich ab, da dies eine Zerschlagung des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarns bedeutet hätte. Die Regierung Österreichs schlug daher als Alternative die „mitteleuropäische Lösung“ der deutschen Frage vor: den Zusammenschluss Deutschlands mit ganz Österreich-Ungarn zu einem „70-Millionen-Reich“. Tatsächlich wurde 1871 das „kleindeutsche“ bismarcksche Deutsche Reich gegründet. Vor dem 1. Weltkrieg verbanden sich mit der Mitteleuropa-Idee vor allem wirtschaftliche Ziele, so forderte Walther Rathenau die Schaffung einer mitteleuropäischen Zollunion. Zu Beginn des 1. Weltkriegs plante Theobald von Bethmann Hollweg in seinem Septemberprogramm die Gründung eines mitteleuropäischen Wirtschaftsverbandes. 1915 veröffentlichte Friedrich Naumann sein Buch Mitteleuropa. Er schlug darin einen Staatenbund vor, in dem Deutschland eine führende – jedoch nicht beherrschende – Rolle spielen sollte. Naumanns Idee fand in Deutschland großes Echo. Im Dritten Reich wurde der Begriff von den Nationalsozialisten vereinnahmt und zur Rechtfertigung ihrer großdeutschen Ideologie benutzt. Nach dem 2. Weltkrieg verlor der Begriff etwas an Bedeutung, da Europa nunmehr im Kalten Krieg in West- und Osteuropa geteilt war. Entsprechend dieser dualistischen Nomenklatur wurden die westlichen Staaten Mitteleuropas zu Westeuropa gerechnet und die östlichen Staaten zu Osteuropa. Allerdings wurde der Begriff Mitteleuropa oft und gern verwendet, wenn man die Teilung Europas in die zwei Blöcke thematisieren wollte; diese Teilung verlief durch die „Mitte Europas“. Auch im Zusammenhang mit polemisierenden Slogans wie „Mitteleuropa ist ein Pulverfass“ – eine Anspielung auf den extrem hohen Bestand an Atombomben in Ost- und Westdeutschland – hatte dieser Begriff seine Bedeutung. Erst nach Ende des Kalten Krieges kam dem Begriff wieder vermehrt Aufmerksamkeit zu; er diente nunmehr der Identitätsstiftung für die im Kalten Krieg als osteuropäisch bezeichneten Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes, insbesondere für Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei, die sich friedlich in Tschechien und die Slowakei teilte, mit dem Zerfall Jugoslawiens auch für Slowenien und Kroatien. Insofern ändert sich die politische räumliche Auffassung des Begriffes Mitteleuropa wieder zu einer größeren Ausdehnung in Richtung Osten.

Die mitteleuropäische Zeitzone

Wenn man Mitteleuropa als die Region Europas definiert, in der die mitteleuropäische Zeit (MEZ) gilt, so gehören folgende Länder dazu: Albanien, Andorra, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Frankreich (ohne Guyana, Réunion, Martinique und Guadeloupe), Italien, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, San Marino, Schweiz, Schweden, Serbien und Montenegro, Slowakei, Slowenien, Spanien (ohne Kanarische Inseln), Tschechien, Ungarn und Vatikanstadt Diese großzügige Einteilung hat jedoch teilweise paradoxe Folgen.

Siehe auch

Europäische Gliederung:
- Europa
  - Mitteleuropa
    - Ostmitteleuropa
  - Nordeuropa
    - Nordwesteuropa
    - Nordosteuropa
  - Osteuropa
  - Südeuropa
    - Südosteuropa
  - Westeuropa Sonstiges:
- Himmelsrichtungen
  - Norden
  - Osten
  - Süden
  - Westen
- Kerneuropa
- Mittelpunkt Europas
- Geschichte des Waldes in Mitteleuropa
- Handbuch der Vögel Mitteleuropas
- Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa
- Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas

Weblinks


- [http://www.uni-mainz.de/FB/Geschichte/Osteuropa/Dateien/Geographie.pdf Uni Mainz, FB Geschichte, Osteuropa]
- [http://www.geo.uni-augsburg.de/sozgeo/schrift/online/mitteleu.htm Uni Augsburg, Sozialgeografische Schriften]
- [http://www.integrace.cz/integrace/tisk.asp?id=651 Aktuelle Problematik des Begriffs]
- [http://geogate.geographie.uni-marburg.de/parser/parser.php?file=/deuframat/deutsch/1/1_2/mommsen/start.htm Geschichte des Begriffs von 1840 bis 1945]
- [http://www.uni-graz.at/geowww/geo/geoweb_magazin_artikel_detail.php?recordID=113 Der Mitteleuropabegriff. Entwicklung und Wandel unter dem Einfluss zeitspezifischer Geisteshaltungen] aus dem geoWEB Magazin - Institut für Geographie und Raumforschung Kategorie:Europa ja:中央ヨーロッパ ko:중앙유럽

Dryas

Dryas bezeichnet:
- eine Gattung von alpinen Wildblumen, siehe Silberwurz
- drei danach benannte Kälteperioden am Ende des Pleistozäns, siehe Ältestes Dryas, Älteres Dryas und Jüngeres Dryas

Stratigraphie

Stratigrafie bzw. -graphie oder Schichtenkunde ist ein Teilgebiet der Geowissenschaften. Der Ausdruck Stratigrafie, gebildet aus dem lateinischen Stratum = Lager, Decke und Griechischen grápheïn = (be)schreiben bezeichnet die Untersuchung von Schichtungen und ihre zeitliche Zuordnung. Stratigrafische Analysen sind vor allem für die Geologie und Archäologie von Bedeutung und helfen bei der relativen oder absoluten Datierung von Ablagerungen und Formationen.

Allgemeine Definition

Stratigrafie ist als Zweig der historischen Geologie die Grundlage zur Rekonstruktion der Entstehung der Erde. Ziel ist die Aufstellung einer Zeitskala zur Datierung der vergangenen geologischen Vorgänge auf der Erde (Murawski/Meyer, 1998). Untersuchungen in der Stratigrafie laufen grundlegend in zwei Schritten ab: In einem analytischen Teil werden die Geländedaten erfasst und aufbereitet. Anschließend folgt die Interpretation dieser Daten in zahlreichen Unterdisziplinen, wie z.B. der Geochronologie, Paläogeografie oder der Archäometrie (Rey, 1991). Die Geochronologie als Unterdisziplin beschäftigt sich zum Beispiel im Speziellen mit der Zeitmessung und Zeitbestimmung der erdgeschichtlichen Vergangenheit. Die Biostratigrafie hingegen untersucht vor allem die Entwicklung der fossilen Lebensformen in der Entwicklung der Erde. Für alle Unterdisziplinen aber gilt, dass sie ohne das Wissen der Nachbardisziplinen nicht auskommen, so dass selten klare und eindeutige Grenzen zwischen ihnen gezogen werden können (Franke, 1969). Grundlage der Stratigrafie sind die Gesteine, die anhand organischer und anorganischer Merkmale und Inhalte nach ihrer zeitlichen Bildungsfolge geordnet werden (Murawski/Meyer, 1998).

Stratigrafie in der Geologie

Bei der Stratigrafie handelt es sich um Untersuchung, Betrachtung sowie zeitliche Bildungsfolge von Gesteinen mit all ihren anorganischen und organischen Merkmalen und Inhalten (z.B. Sedimenten und Fossilien). Im allgemeinen gilt, dass bei ungestörter Lagerung die tieferliegenden Gesteinsschichten älter sind als die höherliegenden. Das erkannte schon Nicolaus Steno im Jahre 1669. Dieser Sachverhalt wird auch als das "stratigrafische Grundgesetz" bezeichnet. Je nach dem wie die zeitliche Einordnung der Gesteine erfolgte, spricht man von Biostratigrafie (durch Fossilien, William Smith), Orthostratigrafie (durch Leitfossilien, Leopold von Buch), Lithostratigrafie (Vergleiche von Gesteinszusammensetzung) und Magnetostratigrafie. Zusätzliche Interpretationen finden durch weitere Unterdisziplinen Geochronologie, Paläogeografie und Archäometrie statt. Somit ermöglicht die Stratigrafie das Erstellen einer Zeitskala zur Datierung von geologischen Ereignissen und Vorgängen. Diese Einteilung und Datierung ist großteils nur relativ und wird durch Schichtlücken, Abtragungen und tektonische Bewegungen erschwert.
Erst die Entdeckung der Radioaktivität und die Entwicklung der radiometrischen Altersbestimmungen erlauben reelle zeitdimensionelle Vorstellung von geologischen Vorgängen und absolute Datierungen. Dabei sind die verschiedenen radiometrische Altersbestimmungen jeweils für bestimmte Zeitspannen tauglich. Die bekannte Kohlenstoffmethode C14-Methode ist z.B. nur für die jüngste geologische Vergangenheit (~ 70000 Jahre) verwendbar und wird hauptsächlich in der Archäologie zur Datierung eingesetzt. In den 1960er Jahren entdeckte man, dass sich das Erdmagnetfeld mehr oder weniger regelmäßig im Abstand von einigen hunderttausend Jahren umpolt. Dies lässt eine weitreichende Datierung zu und führte zum Wissensgebiet des Paläomagnetismus und wichtigen Erkenntnissen für die Geophysik der Plattentektonik und Kontinentaldrift. Siehe auch Geologische Zeitskala (Tabelle), Stratameter


Stratigrafie in der Archäologie

Als archäologische Stratigrafie bezeichnet man die bei Ausgrabungen die in einem vertikalen Schichtprofil feststellbare Abfolge von Straten, die durch natürliche Ablagerungen und anthropogene Baumaßnahmen (Aufschüttung, Graben, Schacht, Brunnen, Pfostenloch, Planierung, Verfüllung etc.) entstanden ist. Die zeitliche Einordnung von in der Fläche ergrabenen Befunden kann durch das Verhältnis dieser Schichten zueinander relativ bestimmt werden als: älter / jünger / zeitgleich / keine direkte Beziehung. Voraussetzung ist eine wissenschaftlich durchgeführte Grabung mit entsprechender Dokumentation! Hilfsmittel dabei sind unter anderem geologische Schichtanalysen samt C14-Datierung (siehe oben) oder andere naturwissenschaftliche Datierungsmethoden. Hinzu kommen in den einzelnen Straten gefundene Artefakte, wie z.B. Bruchstücke von Tongefäßen oder Holz, Pollenanalysen, Färbung der Erde und Brandschichten.

Forschungsgeschichte

Geologie
- 1839: Vortrag Boucher de Perthes in Paris: Datierung von Artefakten anhand einer geolog. Stratigrafie im Somme-Tal ins 'Diluvium'
- 1864: Erster Versuch einer vergleichenden Stratigrafie durch Lartet und Christy an paläolithischen Fundstellen im Périgord Archäologie
- 1787: Beachtung von Schichten bei der Untersuchung eines indianischen Grabhügels in Virginia durch Thomas Jefferson
- 1871: Grabungsbeginn in Troia durch Heinrich Schliemann: Entstehung des Schliemanngrabens mit großem Profil (s. Grabungsmethodik)
- 1890: Untersuchungen von Flinders Petrie am Tell el-Hesi: Keramikchronologie anhand der Stratigrafie
- 1948: C. Schaeffer: komparative Stratigrafie (C.F.A. Schaeffer, Stratigraphie Comparée et Chronologie de l'Asie Occidentale, 1948)
- 1973: Theoretische Aufarbeitung durch Edward Harris (Harris-Matrix)

Grabungstechnik

Da die Stratigrafie für die Archäologie eine wesentliche Grundlage für die Rekonstruktion der Abfolge an einer Fundstelle ist, Grundlage der Chronologie somit, kommt einer Grabungstechnik besondere Bedeutung zu, die die stratigrafische Abfolge der Befunde und eine eindeutige Zuweisung der Funde ermöglicht. Prinzipiell werden in der Archäologie zwei verschiedene Grabungstechniken unterschieden (bei vielen Varianten in der Anlage der Schnitte und der Dokumentation):
- Grabung nach künstlichen Schichten (besser: nach willkürlichen Schichten): sog. Planagrabung. Die Grabung erfolgt in i.R. horizontalen Abträgen willkürlich festgelegter Stärke (z.B. 5 cm). Die Zuweisung der Funde erfolgt über Einzeleinmessung oder zu den Abträgen. Die Anlage von Profilen ist von zentraler Bedeutung.
- Grabung nach natürlichen Schichten (besser: nach evidenten Schichten): sog. Schichtengrabung. Hier wird mit dem jüngsten Befund beginnend Befund für Befund abgetragen. Dabei entstehen keine ebenen Grabungsflächen, doch ist die Zuweisung der Funde zum Befund eindeutig. Auf dieser Grabungstechnik beruht auch die Harris-Matrix.

Methoden der relativen Altersbestimmung

Die relative Altersbestimmung war die erste Form der Datierung, die in der Geologie zur Rekonstruktion der Erdgeschichte herangezogen wurde. So wurde im 19. Jahrhundert mit den grundlegenden Prinzipien der horizontalen Ablagerung und dem Prinzip der Lagerungsfolge eine chronologische Reihenfolge erstellt. Die Probleme, die sich dabei ergaben, liegen in einer sinnvollen Einordnung bezüglich des Alters: Wie sich bereits beim Abschnitt über die Sedimente herausgestellt hat, können weder die Dicke der Schichten noch die Abfolge der Schichten Auskunft über die Dauer der Entstehung einer solchen Schicht geben. Hinzu kommen zeitliche Lücken, d.h. Schichten die vor der Ablagerung einer nächsten Schicht abgetragen wurden und so eine so genannte Schichtlücke bilden. Dies tritt zum Beispiel bei tektonischen Aktivitäten auf. Ein solchen Phänomen wird auch als Winkeldiskordanz bezeichnet: Mit der Gebirgsbildung setzt eine Abtragung ein, die zu einer Einebnung der Erdoberfläche führt. Anschließend lagern sich jüngere Sedimente auf der ehemaligen Abtragungsfläche ab. Solche und weitere Störungen der Lagerungsverhältnisse erlauben eine zeitliche Einordnung der Deformations- und Intrusionsereignisse, da diese offensichtlich nach der Bildung der betroffenen Sedimentschichten eingetreten sind. So lassen sich diese Ereignisse in einen relativen Rahmen einordnen, der durch die stratigraphische Abfolge vorgegeben ist. Im Zusammenhang mit der Entdeckung von Fossilien hat sich ein weiterer Zweig der Stratigrafie herausgebildet, die Biostratigrafie. So werden Fossilien zur relativen Datierung herangezogen, indem fossile Ablagerungen verglichen werden. Gleiche Fossiliengehalte ermöglichen eine Korrelation von Gesteinsformationen. Auf diese Weise wurden stratigraphische Abfolgen mit den fossilen Ablagerungen kombiniert und alle Formationen miteinander korreliert. Dies ermöglichte eine erste für die ganze Erde anwendbare Zeitskala. Auch die Unterteilung der Erdgeschichte in die verschiedenen Epochen wurde bereits aufgrund dieser relativen Datierungsmethoden vorgenommen. So ergibt sich nicht nur unser heutiges Bild von der Entstehung der Erdoberfläche, sondern auch von der Entstehung und Entwicklung der Pflanzen und Tiere. Um eine zeitliche Vorstellung der Epochen zu bekommen, reichen relative Datierungsmethoden jedoch nicht aus. Die Forscher des späten 18. und des 19. Jahrhunderts setzen erstmals die Vorstellung durch, dass die Erde nicht innerhalb weniger tausend Jahre entstanden ist. Doch auch sie konnten zunächst nur schätzen, in welchen Zeiträumen die Erde und das Leben auf ihr tatsächlich entstanden ist (Press/Siever, 1995).

Methoden der absoluten Altersbestimmung

Im 20. Jahrhundert ermöglichten neue Erkenntnisse in den Naturwissenschaften verläßliche Methoden für eine absolute Datierung der geologischen Zeiträume. Durch die Erforschung der chemischen und physikalischen Vorgänge in der Natur war man in der Lage, die Uhren der Natur zu erkennen und Methoden zu entwickeln, diese Uhren zu lesen.

Radiometrische Altersbestimmung

Die Entdeckung der Radioaktivität durch Henri Becquerel 1896 führte zur Erkenntnis, dass die Radioaktivität aus dem Zerfall von chemischen Elementen hervorgeht. 1905 wurde die Kenntnis über den radioaktiven Zerfall erstmals zu einer genauen Altersbestimmung eines Gesteins herangezogen. Radioaktive Elemente wie Uran oder Radium sind instabil. Atome von radioaktiven Isotopen (Atome eines Elementes mit gleichen chemischen Eigenschaften, die sich aber in der Atommasse unterscheiden) zerfallen innerhalb einer für jedes Isotop konstanten Zeit zu einem stabilen Endprodukt. Die Zeit, in der die Hälfte einer bestimmten Ausgangsmenge zerfällt, wird Halbwertzeit genannt. Das Ausgangsprodukt wird als Mutterisotop bezeichnet. Demzufolge ist das Zerfallsprodukt ein Tochterisotop. Für die so genannte radiometrische Altersbestimmung von Steinen kommen die Isotope in Frage, deren Halbwertszeit groß genug ist, um die Erdgeschichte abzudecken. Sobald also ein radioaktives Element entstanden ist, läuft der Zerfall nach gesetzlichen Regeln und ist somit wie eine radioaktive Uhr, die eine Bestimmung der Entstehungszeit erlaubt. In Gesteinen sind dieser Anzeiger die Minerale, die Bestandteile der Gesteine sind und in denen während der Kristallisation radioaktive Elemente eingebaut werden. Bei der radiometrischen Altersbestimmung wird das Mengenverhältnis Mutter-/Tochterisotop in einem Mineral festgestellt. Das Ergebnis bedarf sorgfältiger geologischer Interpretationen, denn nur unter günstigen Bedingungen ist das radiometrische Alter der Mineralien gleich dem Alter der Gesteine.

Radiokarbonmethode

Radiokarbonmethode (C14-Methode): Ein wichtiges Isotop ist das Kohlenstoff 14 (14C für Carbon 14) mit einer Halbwertszeit von etwa 5730 Jahren. Im Unterschied zu anderen radioaktiven Elementen wie Uran oder Rubidium ist Kohlenstoff ein wichtiger Bestandteil von organischem Material, also Pflanzen und Tieren. Durch die kosmische Strahlung gelangt das im Gegensatz zum stabilen Kohlenstoff, der nur 12 Teilchen im Atomkern hat, radioaktive 14C Isotop auch in die Biosphäre und wird somit in Anteilen auch von Pflanzen aufgenommen. Bei der Untersuchung des Verhältnisses des Isotops 14C zum nicht radioaktiven 12C muss daher vom ursprünglichen Anteil an 14C in der Atmosphäre ausgegangen werden. Problematisch wird dies dadurch, dass in der Entwicklung der Erde schwankende 14C Anteile in den Atmosphäre vorhanden waren, so dass man heute diese Ergebnisse mit anderen absoluten Datierungsmethoden, wie der Dendrochronologie, zu eichen versucht. Auch fossile Funde von Tieren und Menschen beinhalten 14C, das durch die Nahrungskette in die Organismen gelangt. So gelangt das radioaktive Isotop auch in die Knochen der Lebewesen und bleibt so erhalten. Daher können auch diese zur Bestimmung mit der 14C Methode herangezogen werden (Kastel, 1996).

Magnetische Datierung

Aus den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts stammt die Erkenntnis, dass das Magnetfeld der Erde mehrfach wechselnden Umpolungen unterlag. Durch die so genannte Kalium-Argon-Datierung, einer radiometrischen Datierungsform, erhielt man ein Bild über die Veränderungen des erdmagnetischen Feldes. Den Paläomagnetismus kann man sich auch für die Altersbestimmung von Gesteinen zunutze machen. In Gesteinen mit ferromagnetischen Mineralien kommt es beim Abkühlen zu einer Fixierung der Atome. Diese richten sich nach den magnetischen Feldlinien aus und verändern sich anschließend nicht mehr. Dies bezeichnet man als thermoremanenten Magnetismus, d.h. auch bei einer Veränderung des Magnetfeldes zeigen die Gesteine die alte Magnetfeldrichtung an. Auch kleinere Richtungsänderungen im Magnetfeld sind für eine Datierung von Nutzen (Franke, 1969). Auch bei einigen Sedimenten kann eine Magnetisierung auftreten. Bei der Bildung von Sedimentschichten kann es zu einer dem Magnetfeld entsprechenden Ausrichtung der Verwitterungsprodukte kommen, die bei der Ablagerung bewahrt bleibt. Die chronologische Abfolge der Magnetfeldumkehrungen liefert also in Verbindung mit der thermoremanenten Magnetisierung einer Gesteinsfolge zuverlässige und weit zurückreichende Hinweise auf das stratigraphische Alter (Press/Siever, 1995).

Dendrochronologie

Die Dendrochronologie ist zurückzuführen auf die Jahresringe eines Baumes. So werden zunächst an einem gerade gefällten Baum die einzelnen Jahresringe von außen nach innen gezählt. Oft ist eine signifikante Breite der einzelnen Jahresringe festzustellen, die sich auf bestimmte gute bzw. schlechte Wachstumsbedingungen und somit die Umwelteinflüsse zurückführen lassen. Diese charakteristischen Ringbreiten ermöglichen dann die Anpassung und Parallelisierung dieser typischen Ringfolgen mit älteren Bäumen in einer Region. In Mitteleuropa ist man so durch Ausmessung und Auswertung zahlreicher Stämme bereits bei Baumringfolgen bis, die bis etwa 7600 v. Chr. zurückreichen. Die Dendrochronologie zählt zu den genauesten Datierungsmethoden, hat jedoch den Nachteil, einen aus geologischer Sicht nur sehr kleinen Zeitraum abzudecken. Die Dendrochronologie wird auch benutzt, um den schwankenden 14C-Gehalt der Atmosphäre zu ermitteln und so die 14C-Methode zuverlässig zu eichen (Mommsen, 1986). Siehe auch: geologische Zeitskala, Paläomagnetismus, botanische Zeitskala, Gräberfeld, Ringwall

Literatur


- Franke, H., 1969: Methoden der Geochronologie. Springer-Verlag.
- Landschaftsverband Rheinland, 1999: Pflanzenspuren. Archäobotanik im Rheinland: Agrarlandschaft und Nutzpflanzen im Wandel der Zeiten. Rheinland-Verlag.
- Mommsen, H., 1986: Archäometrie. Teubner Studienbücher.
- Murawski, H. und Meyer, W., 1998: Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag.
- Press, F. und Siever, R., 1995: Allgemeine Geologie. Spektrum Akademischer Verlag.
- Rey, J., 1991: Geologische Altersbestimmung. Ferdinand Enke Verlag.
- Friedrich, M; Remmele, S; Kromer, B; Hofmann, J Spurk, M; Felix Kaiser, K; Orcel, Ch; Küppers, M, 2004: The 12,460-Year Hohenheim Oak and Pine Tree-Ring Chronology from Central Europe—a Unique Annual Record for Radiocarbon Calibration and Paleoenvironment Reconstructions Radiocarbon, Volume 46, Number 3, 2004, pp. 1111-1122(12).

Weblinks


- [http://www.geo-sciences.net/referate/stratigraphie.htm Sehr gutes Referat zum Thema]
- http://mitglied.lycos.de/jurasubkom/alg/ber-schweigert-franz-2003.htm (Litho-Stratigrafie in der Schwäbischen Alb)
- http://www.geophysik.uni-muenchen.de/Institute/Teaching/WhatGeophysics/paleomagnetismus.htm (Paläomagnetik)
- http://strata.geol.sc.edu (Sehr gute englischsprachige Seite zum Thema Sequenzstratigrafie)
- http://www.archeoworld.de.tf/Ausgrabung3.htm - ausführliche Beschreibung der Stratigrafie in der Archäologie
- http://webmuseen.de/ - Kastel, G. (1996): Radiokohlenstoff-Methode.
- http://geo.uni-paderborn.de/seminare/geologie/geologie.htm - Runge, J. (1999): Einführung in die Geologie. Kategorie:Archäologische Forschungsmethode ! Kategorie:Geologie ! Kategorie:Paläontologie

Boreal

Boreale Wälder liegen vorwiegend in kalt-ozeanischen und kalt-kontinentalen Klimaten der Nordhalbkugel, bilden aber auch in gemäßigten Klimaten azonale oder extrazonale Waldgesellschaften. Die boreale Zone beginnt dort, wo das Klima für Hartholz-Laubbäume zu ungünstig ist, d.h. wo die Sommer zu kurz und die Winter zu lang werden: die Anzahl der Tage mit Tagesmitteltemperaturen über 10 °C ist unter 120, und die kalte Jahreszeit dauert länger als 6 Monate. Die nördliche Grenze der borealen Zone liegt dort, wo es nur noch ca. 30 Tage mit einem Temperaturmittel von 10 °C gibt und die kalte Jahreszeit 8 Monate dauert. Auf der Südhalbkugel gibt es kaum boreale Wälder, da dort in den entsprechenden Breitengraden fast nur Meere liegen; nur Südchile hat einige kleine Bestände. Je nach Ausprägung der kalten Klimate (sehr kalt mit Permafrostböden bis kühl sowie trocken-kontinental bis ozeanisch) lassen sich Subzonobiome des borealen Waldes unterscheiden. Er besteht überwiegend aus Nadelhölzern (Variationen von Fichte, Kiefer, Lärche, Tanne), geht aber auch in mäßig kalten Klimaten in Mischwald (Fichte, Kiefer, Moor- und Weißbirke, Stieleiche, Erle, Espe) und in sehr kalten Bereichen in Tundra (Moorbirke, Weißbirke, Zwergkiefer, Erle) sowie in Waldhochmoore (Hochmoor) über. In gemäßigten Klimaten können boreale Wälder in Höhenlagen der Gebirge vorkommen, die ähnliche klimatische Bedingungen bereitstellen. Im mitteleuropäischen Klima kommen sie im feucht-gemäßigten subozeanischen Bereich in einer Höhenlage ab ca. 1000 bis 1500 m (montan bis hochmontan) vor und steigen bis zur Baumgrenze. Im subkontinentalen bis kontinentalen Bereich kommen sie bereits ab ca. 600 bis 800 m natürlicher Weise vor. Viele Nadelforste in Deutschland sind keine borealen Wälder, sondern im Zuge der Wiederaufforstung Ende des 18. Jh. angepflanzt worden. Siehe auch:
- Geschichte des Waldes in Mitteleuropa
- Nadelwald
- Mischwald
- Waldgesellschaften
- Boreale Zone, Borealer Nadelwaldgürtel

Weblinks

http://www.payer.de/cifor/cif0210.htm#3. Kategorie:Biotop Kategorie:Forstwirtschaft Kategorie:Wald ja:タイガ

Tundra

Die Tundra ("baumlos") und die Waldtundra sind die Naturgebiete unterhalb und innerhalb der Polargrenze unseres Planeten. Tundren finden sich etwa ab dem 50. Breitengrad und bilden damit einen Übergang von den Arktischen Kältewüsten zur Taiga. Interessanterweise gibt es auf der Nordhalbkugel weite Flächen, die von der Tundra beherrscht werden, wie beispielsweise der Norden Asiens und Russlands, aber auch weite Teile Skandinaviens und Islands. Auf der Südhalbkugel kann man nur, wenn überhaupt, am südlichsten Ende Chiles von einer Tundra sprechen. Aufgrund der langen Frostperiode von 9-10 Monaten und des geringen Wassergehalts im Boden entwickeln sich in der Tundra keinerlei hochwachsenden Pflanzen wie beispielsweise Bäume. Während der langen Kälteperioden bleibt der Boden gefroren und taut auch in den "Sommermonaten" (Höchsttemperatur: 10°C) nur bis etwa 50cm unter die Oberfläche auf. Daher spricht man auch von einem Dauerfrost. Die Pflanzen, die in der Tundra gedeihen, bilden allesamt niedrige Wuchsformen und Knospen aus, die unter dem Schnee überwintern und wenn es wärmer wird, erneut aufblühen. Wasserlachen und kleine Seen sind typisch für die Tundra, da der Permafrostboden verhindert, dass Wasser absickern kann. Dies und die Schneeschmelze im Sommer begünstigen das Wachstum von Moosen und Farnen.

Die Tierwelt der Tundra und Waldtundra


- Schnee-Eulen
- Polarfüchse
- Gänse (im Sommer)
- Wölfe
- Rentiere
- Moschusochsen
- Lemminge
- Eisbären und Braunbären

Siehe auch


- Permafrostboden Kategorie:Klimazonen und Vegetation ja:ツンドラ

Mikrolithen

[1] (Vorgeschichte) Mikrolithen sind Kleingeräte aus Feuerstein, die als Teil von Kompositgeräten (z.B. Sägen und Pfeilspitzen) verwendet wurden. Man unterscheidet Mikrolithen aus speziellen, sehr kleinen Klingen (Mikroklingen) und geometrische Mikrolithen, die durch das gezielte Zerbrechen und anschließende Retuschieren größerer Klingen hergestellt wurden. Mikrolithen sind typisch für das Mesolithikum und Epipaläolithikum. Die interne Chronologie des Mesolithikums beruht vor allem auf den wechselnden Häufigkeiten dieser Geräteinsätze. ---- [2] (Kristallographie) Mikrolithen sind mikroskopisch kleine Kristallausscheidungen in glasreichen Gesteinen. Kategorie:Steinzeit

Mähren

Mähren (tschech. u. slowak. Morava, lat. Moravia) ist eine historische Region östlich von Böhmen. Sie heißt nach dem Fluss March (tschech. ebenfalls Morava) und ist dessen nördliches Einzugsgebiet.

Geografie und Wirtschaft

Mähren bildet das östliche Drittel Tschechiens und wird heute in folgende Kreise gegliedert: Teile des Moravskoslezský kraj (Mährisch Schlesien), Olomoucký kraj (Region Olmütz), Zlínský kraj (Region Zlín), Jihomoravský kraj (Südmähren) sowie die Osthälfte der Region Vysočina. Nicht zum eigentlichen Mähren zählen die Quellgebiete der Oder von Jägerndorf (Krnov) und Troppau (Opava) gegen Ostrava, die historisch zu Schlesien gehören - siehe Mährisch Schlesien. Mähren grenzt im Norden an Polen und den tschechischen Teil Schlesiens, im Osten an die Slowakei, im Süden an Niederösterreich und im Westen an Böhmen. Die Nordgrenze bilden die Sudeten, die nach Osten und Südosten in die Karpaten übergehen. An der Grenze zu Österreich fließt die stark mäandrierende Thaya (Dyje); im Umkreis von Hardegg entsteht ein zwischenstaatliches Naturschutzgebiet. Den Kern des Landes (Höhenlage 180-250 m) bildet das Sedimentbecken der March (Morava) und teilweise der Thaya (Dyje). Im Westen (Böhmisch-Mährische Höhe) steigt es bis über 800m, der höchste Berg ist jedoch der im Nordwesten liegende Altvater (Praděd, 1490m) in den Sudeten. Südlich davon liegt das Hochland "Mährisches Gesenke" (600-400m), das bis zum Oberlauf der Oder (Mährische Pforte (Moravská brána) bei Mährisch Weißkirchen (Hranice na Moravě)) auf 310 m absinkt und weiter zu den Beskiden (Beskydy) auf 1322 m (Kahlberg) ansteigt. Diese drei Gebirgsketten, mit der Pforte zwischen den letzten beiden, sind ein Teil der europäischen Wasserscheide. Die Ostgrenze bilden die Weißen Karpaten (Bílé Karpaty) mit maximal 970 m.ü.Adria (Velká Javořina). Im Süden (bei Hodonín/ Göding und Břeclav/ Lundenburg) hat Mähren Anteil am Wiener Becken, in dessen tieferen Sedimenten nach Erdöl und nach Lignit gebohrt wird. Es gab dem Moravikum seinen geologischen Namen. Bei Ostrava (Ostrau, Nordosten) wurde bis etwa 1995 intensiv Kohle abgebaut. An Industrie sind Eisen, Chemie, Leder und Baustoffe hervorzuheben; Wirtschaftszentren sind Brünn, Olmütz und Ostrau. Neben der Landwirtschaft ist Mähren für seinen Weinbau bekannt.

Geschichte Mährens

Weinbau Um 60 v. Chr. zogen die keltischen Boier ab, denen die germanischen Quaden folgten - und im 6. Jahrhundert die slawischen Mährer (Moravané). Gegen Ende des 8. Jahrhunderts entstand im heutigen südöstlichen Mähren, Teilen der südwestlichen Slowakei (Záhorie) und später auch in Teilen Niederösterreichs das Mährische Fürstentum, aus dem 833 durch die Eroberung des Neutraer Fürstentums (die heutige Slowakei und Teile des nördlichen Ungarns) der Staat Großmähren entstand, der später zeitweise auch verschiedene Nachbargebiete (Böhmen, heutiges Ungarn, Weichsel-Gebiet u.a.) umfasste. Das Großreich unterlag aber um 907 den vordringenden Ungarn. Das heutige Mähren war dann teilweise unabhängig und kam nach etwa 955 vermutlich unter böhmische Oberhoheit. 999 bis 1019 eindeutig unter Polens Herrscher Boleslaw Chrobry, kam es 1031 endgültig zu Böhmen und wurde 1182 zur Markgrafschaft erhoben. Seitdem teilt es die Geschichte Böhmens, das 1349-1411 von Luxemburger Böhmen und später lange von Habsburg regiert wurde. Ab 1918 gehörte Mähren zur Tschechoslowakei und seit 1992/93 zu Tschechien. Historische Hauptstadt war bis 1641 Olmütz (Olomouc), welches eher zentral liegt. Seitdem ist es das größere Brünn (Brno). Als Markgrafschaft Mähren hatte das Land im Kaiserreich Österreich-Ungarn einen eigenen Landtag, dessen Abgeordnete von den zwei Volksgruppen Deutsche und Tschechen in ethnisch getrennten Wahlkreisen gewählt wurden. Dieser Kompromiss wurde als Mährischer Ausgleich bezeichnet und sorgte für ein friedliches Zusammenleben der beiden Völker in Mähren. Die deutschsprachige TH Brünn zählte bis etwa 1940 zu den wichtigsten Universitäten Mitteleuropas. Die deutschen Mährer wurden 1945/46 aus ihrer Heimat vertrieben. Allein im Brünner Todesmarsch starben dabei 10.000 Menschen.

Siehe auch


- Mährische Walachei
- Mährer
-
ja:モラヴィア

Sesshaftigkeit

Der Ausdruck Sesshaftigkeit (von sitzen, fest haften) bezeichnet das dauerhafte Verharren eines Lebewesens an seinem Wohnsitz. Die (geografische) Sesshaftigkeit hat sich im Gegensatz zur Mobilität vor einigen Jahrtausenden entwickelt. Sie ist eine Folge der landwirtschaftlichen Entwicklung. Begonnen hat dieser Trend allerdings schon in der Jungsteinzeit, was mehrfach belegt ist:
- Existenz von Hackbau
- Auffinden einfacher Exemplare des Hakenpflugs
- Sprachentwicklung der Indogermanischen Ursprache In früheren Jagd- und Sammler-Kulturen beherrschten Wanderungsbewegungen den Alltag vieler Menschengruppen. Die frühe Landwirtschaft - und das sesshafter werden - hing einerseits mit dem Wunsch nach gesicherten Lebensverhältnissen zusammen, andererseits - speziell im Orient - mit dem Übergang von Viehweiden zur Viehhaltung. siehe auch: Migration Kategorie:Soziologie Kategorie:Anthropologie Kategorie:Ethnologie

Portal:Vor- und Frühgeschichte

Vor- und Frühgeschichte ! ! __NOTOC__

Kategorie:Zeitalter

Zeitalter und Epochen. Kategorie:Geschichte nach Zeitabschnitten Kategorie:Zeitbegriff

Lee Garmes

Lee Garmes (May 27, 1898 - August 31, 1978) was an award-winning American cinematographer. Born in Peoria, Illinois, Garmes directed the photography on six films that were nominated for an Academy Award. He was nominated for the Academy Award for Best Cinematography four times, winning once in 1932 for Shanghai Express. In addition, Garmes twice received the Eastman Kodak Award. According to American Cinematographer Magazine of November 1978, "Although officially unaccredited, Lee Garmes photographed a considerable portion of Gone with the Wind. Many consider the famous railroad yard sequence among his finest cinematic efforts." Garmes was married to film actress Ruth Hall from 1933 until his death in 1978. He is interred in the Grand View Memorial Park Cemetery in Glendale, California.

Partial filmography


- Morocco (1930)
- Shanghai Express (1932)
- Gone with the Wind (1939)
- Angels Over Broadway (1940)
- Jungle Book (1942)
- Since You Went Away (1944)
- Nightmare Alley (1947)
- Detective Story (1951)
- The Desperate Hours (1955)
- The Big Fisherman (1959)

External links


- [http://www.mecfilms.com/lgci/ Lee Garmes Cinema Institute]
- Garmes Garmes Garmes Garmes Garmes Garmes

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