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Thailand

Thailand

Das Königreich Thailand (ราชอาณาจักรไทย, Ratcha Anachak Thai; Kurzform: Prathet Thai oder Muang Thai) ist ein Staat in Südostasien. Es grenzt an Myanmar (früher: Birma oder Burma), Laos, Kambodscha, Malaysia, das Andamanische Meer (Teil des Indischen Ozeans) und den Golf von Thailand (Teil des Pazifiks).

Geographie

Das Territorium von Thailand nimmt einen beträchtlichen Teil der Landfläche Südostasiens ein und erstreckt sich südöstlich der letzten Ausläufer des Himalaya bis auf die Malaiische Halbinsel und umschließt dabei den Golf von Thailand, ein Randmeer des Südchinesischen Meeres. Die Landfläche Thailands erinnert in ihrer Gestalt an den Kopf eines Elefanten. Die maximale Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung liegt bei 1.770 km, in Ost-West-Richtung etwas mehr als 800 km. Die Nordregion ist bergig, dort findet sich auch der höchste Punkt des Landes: Doi Inthanon (2.565 m). Der Nordosten (Isaan - auch Isan oder Issaan genannt) besteht aus der Khorat-Hochebene, einer im Sommer staubtrockenen, in der Regenzeit jedoch überschwemmten Landschaft, die keine intensive Landwirtschaft zulässt. Bewässerungsprojekte und Staudämme sollen hier Abhilfe schaffen. Die dortige Bevölkerung ist ärmer als der Durchschnitt des Landes. Der Dialekt des Isaan ist mit dem Laotischen verwandt. Im Norden und Osten des Isaan bildet der Mae Nam Khong oder Mekong die Grenze zu Laos. Die Zentralregion wird beherrscht vom Mae Nam Chao Phraya, der dem fruchtbaren Land Wasser zuführt und südlich von Bangkok in den Golf von Thailand mündet. Die Ostregion ist landwirtschaftlich geprägt und liegt am Golf von Thailand. Die schönen Strände und vorgelagerten Inseln führten zu einem verstärkten Tourismus. Die Zentralebene und die Ostküste (Eastern Seaboard) sind das wirtschaftliche Herz des Landes. Deshalb ist Thailand auch einer der südostasiatischen Tigerstaaten. Die Südregion liegt auf der langgestreckten malaiischen Halbinsel, die den Pazifischen Ozean vom Indischen Ozean trennt. Der Isthmus von Kra bildet die schmalste Stelle zwischen den beiden Meeren und ist nur 64 km breit. Daher wird er in Thailand auch als "dünner Hals" bezeichnet. Berglandschaften (im nördlichen Teil das Tenasserim-Gebirge an der Grenze zu Myanmar, im äußersten Süden das Grenzgebirge Sankara Khiri zu Malaysia), Regenwald und Traumstrände wechseln sich ab. Die Bevölkerung ist hier zunehmend moslemisch und spricht mehr Malaiisch. Das Klima ist tropisch-monsunal, die Temperaturen liegen ganzjährig über 18° C. Jahreszeiten werden nicht wie bei uns über Temperaturunterschiede bestimmt, sondern über die monatlichen Niederschlagsmengen. Es gibt drei Jahreszeiten. Ganz grob gilt Folgendes: (1) vom November bis Februar führen die vorherrschenden Nord- bis Nordostwinde trockene und kühle Luft heran, (2) in der Vormonsun-Zeit März bis Mai herrschen die höchsten Temperaturen (oft deutlich über 35° C), (3) von Juni bis September dauert die Regenzeit mit dem Monsun aus Südwest. Über 60.000 km² der Landfläche und mehr als 6.000 km² Meeresfläche und Inseln sind als Nationalpark, Wildschutzgebiet oder Meerespark ausgewiesen, siehe dazu Nationalparks in Thailand. Größere Städte sind neben der Hauptstadt Bangkok: Chiang Mai, Nonthaburi, Samut Prakan, Nakhon Ratchasima (früher Khorat), Khon Kaen und Chonburi.

Bevölkerung

75 % der Bevölkerung sind Thai, 14 % Chinesen. Die restlichen Einwohner sind Angehörige der Bergvölker, Khmer, Laoten, Malaien, Moken, Inder, Lolos und Weiße, die von den Thais "Farang" genannt werden. Bevölkerungswachstum: 0,95 % (Schätzung 2003) Bevölkerung 2025: 73,26 Millionen (Prognose 2003) Die Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 71,2 Jahren, Frauen 73,5 Jahre und Männer 69,1 Jahre. Die Kindersterblichkeit beträgt 22 Todesfälle pro 1.000 Lebendgeburten.

Religion

Kindersterblichkeits]] Der Buddhismus ist in Form des Theravâda Thailands quasi Staatsreligion (deren offizielle Einführung derzeit angestrebt wird). Mehr als 94 % der Bevölkerung bekennen sich dazu. Andere Religionen genießen staatlichen Schutz: 4 % Moslems (überwiegend Malaien im Süden), 0,6 % Christen und ca. 65.000 Hindus (meist Inder). Nur 0,4 % bezeichnen sich als religionslos. Es gibt etwa 18.000 Wats (buddhistische Tempelanlagen), die vor allem in ländlichen Gebieten nicht nur Zentrum des religiösen, sondern auch des sozialen Lebens sind. Die Zahl der Mönche beträgt rund 160.000. Traditionell treten fast jeder männliche Thai, aber nur wenige Frauen, einmal im Leben für mehrere Wochen in ein Kloster ein, um sich in der Meditation zu üben und den Regeln der Mönchs- bzw. Nonnengemeinschaft (siehe auch Sangha) zu unterziehen. Etwa ein Drittel der männlichen Jungendlichen zwischen 12 und 18 / 20 leben für 1-6 Jahre als Novizen im Tempel und gehen von dort aus in besondere Mönchsschulen mit Schwerpunkt "Religionsunterricht", aber auch mit anderen Fächern. Nach Beendigung der Schule legen die meisten von ihnen die Robe ab und kehren als Laien in die Gesellschaft zurück, um zu studieren, eine Lehre zu machen oder einen Job zu suchen. Sofern ein Novize mit 20 Jahren noch im Tempel ist, muss er sich entscheiden auszutreten oder Mönch zu werden. Stirbt jemand in der Familie, ist es üblich, dass ein Familienmitglied, meist ein Sohn, Enkel oder Neffe, ordiniert wird, um die Totenfeiern als Mitglied der Sangha zu begleiten; meistens dauert dieser Tempelaufenthalt nur 3, 5 oder 7 Tage. Ist jemand in einer persönlichen Krise, vom Geschäftsleben gestresst, hat seine Pflichten als Familienvater erfüllt oder ist Witwer geworden, kann er bis zu 3 Mal Mönch auf Zeit sein, wobei er das Kloster und die Dauer seiner Ordinierung frei wählen kann. Dieser Rückzug hat häufig die Dauer einer Regenzeit (3 Monate) oder eines 1 Jahres, Ältere nehmen damit auch Abschied vom Berufsleben und bleiben Mönche für den Rest ihres Lebens. Mönche, Novizen und Nonnen werden als Vorbilder gesehen und genießen in der Gesellschaft hohen Respekt.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Thailands Thailand, das bis 1939 (und für kurze Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1949) Siam hieß, ist der einzige Staat Südostasiens, der dem Kolonialismus trotzen konnte, im Gegensatz zu seinen Nachbarn Malaysia, Myanmar, Laos, Kambodscha und Vietnam. Aus diesem Grund wurde der Name "Thailand" angenommen, was übersetzt in die deutsche Sprache "Land der Freien" bedeutet. Siehe auch: Liste der Könige von Thailand

Politik

Staatsoberhaupt ist der König. Regierungschef ist der Premierminister. Die Legislative besteht aus einem Zweikammernsystem mit einem Repräsentantenhaus (500 Mitglieder) und einem Senat (200 Mitglieder). Wahlberechtigt sind alle Bürger Thailands ab dem 18. Lebensjahr. Für das politische Leben gilt die Verfassung vom 11. Oktober 1997. Siehe Artikel: Geschichte Thailands (seit 1946) und Premierminister von Thailand sowie Liste der Außenminister von Thailand. Thailand ist seit einem unblutigen Umsturz 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Frauen mussten sich das Wahlrecht nicht erkämpfen, es wurde zugleich für alle Bürger eingeführt. Leider hat in der Vergangenheit oft das Militär die Macht übernommen. In den neunziger Jahren hat das Land große Schritte in Richtung Demokratie und Bürgerrechte gemacht. Das Parlament (Ratha Sapha รัฐสภา) besteht aus zwei Kammern: das Repräsentantenhaus (Sapha Phu Thaen Ratsadon สภาผู้แทนราษฎร) hat gegenwärtig (2004) 500 gewählte Mitglieder. Davon werden 400 in Wahlkreisen gewählt, während 100 weitere Abgeordnete proportional zu der Stimmenzahl bestimmt werden, die die Parteien für ihre Parteilisten erhalten haben. Die Wähler haben also zwei Stimmen, die auf zwei verschiedenen Wahlzetteln abgegeben werden. Eine Parteiliste muss mindestens 5 % der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten, um Personen von ihrer Liste ins Parlament schicken zu können. Der Senat (Wuthi Sapha วุฒิสภา) besteht aus 200 gewählten Mitgliedern (seit den ersten Senatswahlen im Jahr 2000, basierend auf der Verfassung von 1997; vorher wurden die Senatoren von der Regierung ernannt). Allgemeine Wahlen finden alle vier Jahre statt. Es besteht Wahlpflicht für alle Bürger ab 18 Jahren. Seit 1921 besteht Schulpflicht. Die wichtigsten Parteien (Stand nach der Parlamentswahl am 6. Februar 2005, in Klammern alte Sitzverteilung) sind #Pak Thai Rak Thai (TRT, Thai lieben Thai), 376 Sitze (248 Sitze) #Pak Prachatipat (PP, Demokratische Partei), 97 Sitze (128 Sitze) #Pak Chart Thai (PCT, Nationalpartei), 25 Sitze (41 Sitze) #Pak Khwamwang Mai (PKWM, New Aspiration Party), - (36 Sitze) Das Staatsoberhaupt ist der König Rama IX. Dieser hat aber keinen direkten Einfluss auf die Tagespolitik, sondern nimmt nur repräsentative Aufgaben wahr. Er ist der dienstälteste Monarch der Welt, die allgemein anerkannte moralische Instanz des Landes, das Gewissen der Nation und Identifikationsfigur des Staates. Sein hohes Ansehen in der Bevölkerung, die ihn als Vater der Nation betrachtet, ist überall sichtbar. Sein Bild (meist zusammen mit dem der Königin Sirikit) hängt in jedem Haus, in fast jeder Hütte des letzten Dorfes, bei Buddhisten und Moslems, ja selbst im benachbarten Laos finden sich Porträts von König Bhumipol. Regierungschef ist der Premierminister, der vom König ernannt wird, sobald er durch das Repräsentantenhaus gewählt wurde. Das Oberste Gericht (Sandika ศาลฎีกา) wird vom König ernannt. Thailand ist Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen, unter anderem in UNO und in ASEAN.

Verwaltung

Provinzen

Die heutige Verwaltungsgliederung in Provinzen, Kreise (oder die kleineren King Amphoe, Kommunen und Dörfer erfolgte unter König Rama V. Chulalongkorn 1897. Allerdings wurden zahlreiche Provinzen neu geschaffen oder verändert. Die 76 Provinzen sind zu 5 Regionen zusammengefasst: Norden, Nordosten (Isaan), Zentralregion, Osten und Süden. Die Zuordnung der Provinzen zu den Regionen ist nicht einheitlich, so kann eine Provinz manchmal der einen, manchmal einer banchbarten Region zugeordnet sein. Die Provinzen sind in Amphoe und King Amphoe, diese wiederum in Tambon und dann in Mubaan unterteilt. Der Name einer Provinz entspricht dem Namen ihrer Hauptstadt. Die Amphoe von Bangkok heißen offiziell Khet, werden aber manchmal fälschlicherweise auch Amphoe genannt. Im Zuge der Errichtung des neuen Großflughafens Bangkok ist auch die Schaffung einer neuen Provinz im Gespräch: sie soll aus den Khet Lat Krabang und Prawet sowie aus den zu Samut Prakan gehörenden Amphoe Bang Phli und Bang Sao Thong bestehen. Als Name ist Nakhon Suvarnabhumi vorgesehen. Die Provinz soll bis 2007 gebildet werden und wird wohl eine Sonderverwaltungszone sein. Sonderverwaltungszone

Provinzhauptstädte

Provinzen in der Nord-Region

Nord-Region Chiang Rai, Mae Hong Son, Chiang Mai, Phayao, Nan, Lampang, Lamphun, Phrae, Tak, Sukhothai, Uttaradit, Phitsanulok, Kamphaeng Phet, Phichit, Phetchabun, Uthai Thani, Nakhon Sawan

Provinzen in der Nordost-Region

Der Nordosten wird auch Issaan genannt. Loei, Nongbua Lamphu, Udon Thani, Nong Khai, Sakhon Nakhon, Nakhon Phanom, Khon Kaen, Kalasin, Mukdahan, Chaiyaphum, Maha Sarakham, Roi Et, Yasothon, Amnat Charoen, Nakhon Ratchasima, Buriram, Surin, Si Saket, Ubon Ratchathani

Provinzen in der Zentral-Region

Zentral-Region] Kanchanaburi, Suphanburi, Chainat, Sing Buri, Lopburi, Ang Thong, Saraburi, Phra Nakhon Si Ayutthaya, Pathum Thani, Nakhon Nayok, Prachinburi, Sa Kaeo, Chachoengsao, Ratchaburi, Nakhon Pathom, Nonthaburi, Bangkok, Samut Songkhram, Samut Sakhon, Samut Prakan, Phetchaburi, Prachuap Khiri Khan

Provinzen in der Ost-Region

Chonburi, Rayong, Chanthaburi, Trat

Provinzen in der Süd-Region

Süd-Region)]] Chumphon, Ranong, Surat Thani, Phangnga, Phuket, Krabi, Nakhon Si Thammarat, Trang, Phatthalung, Satun, Songkhla, Pattani, Yala, Narathiwat Siehe auch:
- Listen der Provinzen von Thailand sortiert nach:
  - Namen,
  - Fläche,
  - Bevölkerung,
  - Bevölkerungsdichte

Wirtschaft

Bevölkerungsdichte Jahrhundertelang war die Wirtschaft Thailands agrarisch strukturiert und basierte im wesentlichen auf dem Reisanbau. Obwohl der Reisexport einem staatlichen Monopol unterliegt, ist Thailand auch heute noch einer der größten Reisexporteure der Erde. Schon früh entwickelte sich aufgrund der günstigen geographischen Lage ein Handel mit Indien und dem Kaiserreich China sowie auch Japan. Es entstanden erste Verarbeitungswerkstätten für Keramiken im Norden des Landes bereits im 14. Jahrhundert. Erst 2004 wurden die Zollbarrieren mit der Volksrepublik China gelockert, um den bilateralen Handel zu stärken. Volksrepublik China Thailands Wirtschaft ist marktwirtschaftlich-liberal orientiert und durch eine starke Rolle des Außenhandels gekennzeichnet. Eine Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Stimulierung der heimischen Wirtschaft durch gesteigerte Ausgaben zugunsten der benachteiligten Regionen Thailands prägen die Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Thaksin. Die sog. zweigleisige ("dual track") Wirtschaft soll den Strukturwandel von der Landwirtschaft hin zu dienstleistungs- und technologieorientierten Bereichen der Wirtschaft aktiv unterstützen. Zwischen 1985 und 1995 hatte Thailand die höchste Wachstumsrate der Weltwirtschaft, fast 9 % pro Jahr. Dies erhöhte den spekulativen Druck auf die lokale Währung, den Baht. 1997 trieben Spekulanten die Währung in eine Krise, der nach und nach mehrere asiatische Staaten (sog. 'Tigerstaaten') zum Opfer fielen und zu einer dramatischen aber kurzfristigen Schrumpfung des Wachstums führte. Hier zeigten sich strukturelle Schwächen der thailändischen Wirtschaft. Seit 1999 hat sich die Wirtschaft wieder erholt und legt stetig zwischen 4,2 % und 6,3 % (2003) zu. Für 2004 und 2005 werden 8 % bzw. 10 % Wachstum erwartet. Die Inflationsrate des thailändischen Baht lag 2003 bei 1,8 %. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2001 in Summe bei 95,6 Milliarden Euro, pro Kopf der Bevölkerung bei 1.558 Euro. Thailands Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsteht wie folgt:
- 53 % Dienstleistungen
- 37 % Industrie
- 10 % Landwirtschaft und Fischfang
- 6 % Tourismus (wichtiger Devisenbringer) Trotz des geringen Anteils am BIP ist der Agrarsektor in Thailand als Arbeitgeber und sozialpolitisch sehr wichtig. Die Anzahl der Arbeitskräfte lag 2001 bei 37,2 Millionen, die in den folgenden Sektoren beschäftigt waren:
- 49,7 % Landwirtschaft und Fischfang
- 18 % Industrie
- 33 % Dienstleistung Die offizielle Arbeitslosenrate liegt bei 2,4 %. Die Staatsausgaben Thailands beliefen sich 2000 auf 18,375 Milliarden Euro, die Einnahmen lagen bei 16,3 Milliarden Euro. Weiterhin ist Thailand Mitglied im ASEAN, der regionalen Freihandelszone AFTA und APEC.

Kultur

APEC Die thailändische Kultur hat eine jahrhundertelange Tradition, die sich jedoch durchaus neuen Anforderungen und Gegebenheiten anpassen kann. Sie ist geprägt vom Buddhismus, der das gesellschaftliche Leben durchdringt und ein Nationalgefühl erzeugt. Um die Alltagskultur zu verstehen, ist es wichtig den synkretistischen Charakter thailändischer Religiösität zu beachten, insbesondere die große Bedeutung des Animismus. Die Achtung vor dem Älteren, aber auch Respekt vor dem Höhergestellten sind Kennzeichen des gesellschaftlichen Umgangs. Sie äußern sich unter anderem im Wai, dem traditionellen Gruß der Thai untereinander. Dazu werden beide Handinnenflächen aneinandergelegt und in unterschiedlicher Höhe vor das Gesicht oder die Brust gehalten. Dies erfolgt je nach dem sozialen Status der Beteiligten. Der niedriger Gestellte beginnt den Wai, wobei die Fingerspitzen ungefähr an der Nasenspitze liegen. Zugleich wird der Kopf geneigt, so dass beim beginnenden Wai oft kein Blickkontakt besteht. Der höher Gestellte wird den Wai erwidern, indem er die Fingerspitzen auf Brust- oder Kinnhöhe hält. Dies ist begleitet von einem freundlichen bis huldvollen Lächeln. Der "höher Gestellte" kann z. B. aus sozial besserer Familie kommen, eine Amtsperson sein, oder unter sozial Gleichgestellten der Ältere. Mönche begrüßen mit dem Wai nur höher gestellte Mönche oder Buddhastatuen und erwidern den Wai von Laien nicht. Der Wai wird auch als Geste des Dankes verwendet. Heute ist es üblich, dass die Crew ihre Fluggäste mit dem Wai begrüßt und Kassierer sowie Verkäufer in Geschäften ihre Kundschaft nach Beendigung des Einkaufs so verabschieden, wobei in diesem Falle der Wai allenfalls mit einem Lächeln oder einem verbalen Gruß erwidert wird. Diese neuere Sitte wird von einigen einheimischen und ausländischen Beobachtern als Kommerzialisierung thailändischer Kultur kritisiert. In der Nordost-Region lebt das kulturelle Erbe der laotischstämmigen Bevölkerung u. a. in der typischen Mor-Lam-Musik und in ihrer Webkunst fort. Der Norden gehörte zur Lanna-Kultur und unterscheidet sich vom Rest des Landes auch heute noch durch eigene Sitten und unterschiedliche Sprache.

Bildung

Thailand rangiert seit 5 Jahren auf einem hinteren Platz des asiatischen Bildungsrankings. Formales, wie kostspielige Schuluniformen für verschiedene Wochentage in der Grundschule, lenkt von strukturellen und inhaltlichen Mängeln ab. Die thailändische Regierung plant deshalb, das Schulsystem komplett zu reformieren.[http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=13&land_id=169] Thailand (ebenso wie Siam als Vorgänger) war nie Kolonie, hatte also nie direkten Kontakt mit zeitgenössisch modernen Bildungssystemen des Westens. Dies macht sich heute negativ bemerkbar, insbesondere was die Sprachausbildung anbetrifft. Während in Staaten wie Malaysia und Singapur die englische Sprache fast eine Selbstverständlichkeit ist, ist dies in Thailand keineswegs der Fall. Dazu kommt, daß das thailändische Schriftsystem nur von wenigen Ausländern beherrscht wird, was zu einer gewissen Isolierung führt. Bildungsmaterialien in Thai müssen im wesentlichen von Einheimischen geschaffen oder lokalisiert werden.

Schulsystem

In Thailand herrscht allgemeine Schulpflicht für 9 Jahre. Die von der Unesco ermittelte Analphabetenrate liegt bei nur ca. 3 % und damit auf dem Niveau der Europäischen Union. Der Besuch der 6-jährigen Grundschule ist kostenfrei und verbindlich. Die Unterrichtsmethoden entsprechen nicht dem modernen westlichen Standard. Eigenverantwortliches Lernen wird nur wenig gefördert. Demgegenüber steht - gerade auf dem Land - ein stark ausgeprägtes Autoritätsdenken.

Weiterführende Schulen

Nach Abschluss der Grundschule haben die Schüler die Möglichkeit, eine weiterführende Schule oder eine Berufsausbildung zu beginnen. Dabei fallen Kosten für Lehrmittel und oft lange Anfahrtswege in die nächste größere Stadt, insbesondere bei Kindern vom Land, an. Bei der hohen Zahl privater Institute und Fachhochschulen sind zudem Kursgebühren zu entrichten. Besonders Begabte aus armen Familien, die an staatlichen Universitäten studieren, können sich um ein Stipendium oder ein langfristiges, zinsloses Darlehen bewerben.

Feiertage

Viele thailändische und buddhistische Feiertage richten sich nach dem Mondkalender und fallen somit von Jahr zu Jahr auf ein jeweils anderes Datum. Die Banken sind an diesen Tagen immer geschlossen. Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, so ist der erste Wochentag danach arbeitsfrei.
- 1. Januar - Neujahr (ein offizieller Feiertag)
- Neumondtag im Januar/Februar - Chinesisches Neujahrsfest (offizielle Feiertage)
- Vollmondtag im Februar/März - Makha Puja (Gedenken an Buddha-Predigt)
- 6. April - Chakri-Tag (Gedenktag an den Inthronisationstag König Rama I., offizieller Feiertag)
- 13. April bis 15. April - Thai-Neujahrsfest (Songkhran, Wasserfest, offizielle Feiertage)
- 1. Mai - Tag der Arbeit (offizieller Feiertag)
- 5. Mai - Krönungstag König Rama IX. (offizieller Feiertag)
- Vollmondtag im Mai/Juni - Visakha Puja (Gedenken an die Geburt Buddhas, buddhistischer Feiertag)
- Vollmondtag im Juli - Asalha Puja (Gedenken an die erste Predigt Buddhas) und am Folgetag Khao Pansa (Beginn der Regenzeitklausur der Mönche, beides buddhistische Feiertage)
- 12. August - Geburtstag von Königin Sirikit Muttertag (offizieller Feiertag)
- Neumondtag im Oktober Kathin Zeremonie (buddhistischer Feiertag)
- 23. Oktober - Chulalongkorn-Tag (Todestag König Rama V., offizieller Feiertag)
- Vollmondtag im Oktober Ok Phansa Tag (Das Ende der Fastenzeit, buddhistischer Feiertag)
- Vollmondtag im November - Loi Krathong (Lichterfest, kein gesetzlicher Feiertag)
- 5. Dezember - Geburtstag von König Rama IX. Bhumibol Adulyadej (1927), seit 1946 König von Thailand (Nationalfeiertag und als Vatertag offizieller Feiertag im gesamten Land)
- 10. Dezember - Verfassungstag (offizieller Feiertag)
- 31. Dezember - Silvester (offizieller Feiertag) (Siehe auch: Feiertage in Thailand)

Weitere Themen


- Geschichte Thailands
- Thailändische Familiennamen
- Thailändische Postleitzahlen
- Thailändische Fußballnationalmannschaft

Weblinks


- [http://dmoz.org/Regional/Asia/Thailand/ Thailand im Open Directory Project]
- [http://www.eppo.go.th/index_thaigov.html Verzeichnis aller Websites der thailändische Verwaltung] (en.)
- [http://www.thailandtourismus.de Thailändisches Fremdenverkehrsamt]
- [http://www.nittaya.de Großes deutsch/thaisprachiges Thailand Forum]
- [http://www.weltkarte.com/asien/landkarten_thailand.htm Online Landkarten und Stadtpläne von Thailand]
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,THA,00.html SPIEGEL - Daten über Thailand]
Kategorie:Monarchie Kategorie:Staat Kategorie:Thailand Kategorie:Südostasien ja:タイ王国 ko:타이 ms:Thailand th:ประเทศไทย zh-min-nan:Thài-kok

Südostasien

& Indochinesische Halbinsel) und Indonesischem Archipel]] Südostasien ist ein Teil des asiatischen Kontinents und umfasst etwa die Hinterindische Halbinsel und den Indonesischen Archipel.

Religionen

In Südostasien leben etwa 600 Mio. Menschen. Buddhismus (240 Mio.) und Islam (230 Mio.) sind die Hauptreligionen in diesem Teil Asiens. Auch etwa 130 Mio. Christen leben in Südostasien. Die meisten davon auf den Philippinen (rund 80 Mio.), Indonesien (30 Mio.) und Vietnam (etwa 7-8 Mio.) Der Islam spielt erst seit den religiös inspirierten Aufständen in den siebziger Jahren in Indonesien und den Philippinen politisch eine größere Rolle. Traditionell ist der Islam in Südostasien synkretistisch und gemäßigt; er wurde ab dem 13. Jahrhundert via Indien importiert. Aufgrund der globalen Islam-Renaissance sowie politischer und sozialer Repression gewannen Fundamentalisten in den letzten Jahren aber an Zulauf. Am berüchtigtsten ist die indonesische Jemaah Islamiah (JI), die mit Terror das Ziel eines südostasiatischen Kalifats verfolgt und über enge Kontakte zur al Kaida verfügen soll.

Geographie

Im Norden grenzt Südostasien, welches das Australasiatische Mittelmeer enthält, an China, im Osten an den Pazifischen Ozean (mit Polynesien und Melanesien), im Südosten an Australien und im Süden und Westen an den Indischer Ozean (mit der Andamanensee und dem Golf von Bengalen) und im Westen an Indien.

Teilgebiete & Abgrenzung

Südostasien besteht u.a. aus der Hinterindischen Halbinsel und Chinas Südküste, beides Bereiche des asiatischen Festlands, dem Indonesischen Archipel: Hinterindische Halbinsel:
- Indochinesische Halbinsel
- Malaiische Halbinsel

Meere

An Südostasien grenzen diese Meere:
alphabetisch sortiert
- Indischer Ozean
  - Andamanensee
  - Australasiatisches Mittelmeer (siehe dort)
  - Golf von Bengalen
  - Malakkastraße
- Pazifischer Ozean
  - Australasiatisches Mittelmeer (siehe dort)
  - Malakkastraße

Inselwelt

Siehe: Australasiatisches Mittelmeer

Geschichte

Unmittelbar nach ihrer Unabhängigkeit in den 1950er Jahren verfolgten die südostasiatischen Staaten einen nationalistisch inspirierten Alleingang. Wirtschaftspolitisch verfolgten sie mit Ausnahme Singapurs bis in die siebziger Jahre das Konzept der Importsubstitution. Äußere Einflüsse – die kommunistische Bedrohung durch China und die Sowjetunion, vor allem der Korea-Krieg 1950-53 und die Indochina-Krisen seit den 1960er Jahren – zeigten auf sicherheitspolitischem Gebiet die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit der westlich orientierten Staaten auf. Erste Gehversuche regionaler Kooperation, vor allem die SEATO, scheiterten jedoch rasch. Der traditionelle bilaterale Ansatz Washingtons in Südostasien erschwerte die regionale Kooperation zusätzlich, die anfänglich ganz unter dem Motto stand, die bilateralen regionale Konflikte einzudämmen, um so einen von Einmischungen freien Entwicklungsweg verfolgen zu können. Regionale Kooperation als solche hatte keinen Wert an sich. Die Politik hinkte daher der in den siebziger Jahren verstärkt einsetzenden Regionalisierung – vorangetrieben von den Marktkräften, namentlich japanischen Konzernen und auslandchinesischen Firmennetzwerken – lange Zeit hinterher. Erst Anfang der neunziger Jahre begannen die in der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) verbundenen Regierungen, den Integrationsprozess mit der Schaffung einer Freihandelszone (AFTA) aktiv zu steuern. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle Mitglieder einen marktwirtschaftlichen, exportorientierten Pfad eingeschlagen. – Seit den 1990er Jahren versteht es ASEAN zudem, sicherheitspolitische und ökonomische Institutionen zu etablieren und damit Brücken zwischen Südost- und Ostasien zu schlagen, wobei auch die USA geschickt einbezogen wurde. Vor allem der nach der Asien-Krise 1997 entstandene Koordinationsmechanismus ASEAN+3, der ASEAN mit China, Japan und Südkorea verbindet, scheint ausbaufähig. Insgesamt gilt ASEAN, der mit Ausnahme Osttimors alle zehn südostasiatischen Nationen angehören, als das erfolgreichste Regionalbündnis nach der EU. Bis 2020 soll gar eine Asiatische Gemeinschaft mit einer ökonomischen, kulturellen und sicherheitspolitischen Säule entstehen; eine supranationale Zusammenarbeit ist indes nicht geplant. Am aktivsten vorangetrieben wird das Integrationsprojekt von Singapur und Thailand, wogegen die ökonomisch weniger entwickelten Staaten, speziell Vietnam, eher bremsen.

Staaten

alphabetisch sortiert
- Bangladesh - wohl nur der äußerste Südosten des Staats
- Brunei - kompletter Staat
- China - wohl nur der äußerste Süden des Staats
- Indonesien - kompletter Staat
- Indien - nur der äußerste Südosten des Nordostteils des Staats
  - Andamanen und Nikobaren - komplette Inselgruppe
- Kambodscha - kompletter Staat
- Laos - kompletter Staat
- Malaysia - kompletter Staat
- Myanmar (früher Birma oder Burma) - kompletter Staat
- Osttimor (offiziell Timor-Leste) - kompletter Staat
- Philippinen - kompletter Staat
- Singapur - kompletter Staat
- Taiwan - komplettes Gebiet
- Thailand (früher Siam) - kompletter Staat
- Vietnam - kompletter Staat

Siehe auch


- ASEAN
- Asien
  - Nordasien
  - Ostasien
  - Südasien
  - Südostasien
    - Hinterindische Halbinsel:
      - Indochina
      - Indochinesische Halbinsel
      - Malaiische Halbinsel
  - Vorderasien
  - Zentralasien Ostindien-Kompanie

Literatur


- Reginald le May: Südostasien. Das Erbe Indiens. Zürich 1967 Kategorie:Asien Kategorie:Südostasien ja:東南アジア ko:동남아시아 ms:Asia Tenggara th:เอเชียตะวันออกเฉียงใต้ zh-min-nan:Tang-lâm-a

Laos

Die Demokratische Volksrepublik Laos ist ein Staat in Südostasien. Sie grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar. Das einzige Binnenland in Südostasien hat sechs Millionen Einwohner auf einer Fläche von 236.800 km²; Hauptstadt und größte Stadt ist Vientiane.

Geographie

Lage

Der schmale Südteil von Laos liegt auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen Vietnam im Osten, Kambodscha im Süden und Thailand im Westen. Der Nordteil des Landes liegt auf dem eigentlichen südostasiatischen Festland, hier teilt sich Laos zudem Grenzen mit der südchinesischen Provinz Yunnan und Myanmar.

Landschaftsbild

Myanmar Laos, das einzige Binnenland Südostasiens, lässt sich topographisch in zwei Gebiete gliedern. Ein von Gebirgen geprägtes Gebiet zieht sich in Nord-Süd-Richtung fast durch das gesamte Land und erreicht dabei Höhen über 2.000 Meter, ihr höchster Berg ist der Phu Bia mit 2.819 m. Diese Gebirgsregion umfasst etwa neun Zehntel des Landes. Die übrige Region, in der sich auch die Hauptstadt Vientiane befindet, ist ein kleines Tiefland an der Süd- und Südwestgrenze zu Thailand, Der bedeutendste Fluss ist der Mekong, der in Tibet entspringt und bei Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) ins Südchinesische Meer mündet. Er bildet auf einer Länge von etwa 1.000 Kilometern die Grenze zu Thailand und auch zu Myanmar; insgesamt berührt er laotisches Territorium auf 1.898 Kilometern. Der größte Teil des Landes befindet sich im Mekong-Becken und entwässert somit in das Südchinesische Meer. Nur 12 % des Territoriums, ganz im Nordosten, entwässern in den Golf von Tonkin. Am Mekong liegt die Hauptstadt Vientiane und die Stadt Luang Prabang. Andere wichtige Flüsse sind der Nam Ou, Nam Ngum sowie der Nam Xebanghieng.

Klima

Nam Xebanghieng In Laos herrscht tropisches Klima mit hohen Temperaturen, wobei es durch die großen Höhenunterschiede regional zu starken Temperaturschwankungen kommen kann. Das Klima wird sehr stark von den Monsunen beeinflusst. Von Mai bis Oktober herrscht der Sommer- oder Südwestmonsun, der mit starken Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit verbunden ist. In dieser Zeit fällt eine Niederschlagsmenge von durchschnittlich 1.778 Millimetern, während zwischen November und Februar durch den Nordostmonsun ein trockenes und kühleres Klima anzutreffen ist. In den Monaten März und April herrscht feucht-heißes Klima.

Natur

Das Land ist etwa zu 50 % bewaldet. Es gibt sowohl Regenwälder mit tropischen Pflanzen wie auch Monsunwälder. Rund 8 % der Wälder werden als Urwald eingestuft. Laos beheimatet Tierarten wie Leoparden, Tiger und Elefanten, die wie in den anderen Ländern Südostasiens als Lasttiere eingesetzt werden.

Städte

Die größten Städte in Laos sind (Stand 1. Januar 2005): Vientiane 196.644 Einwohner, Pakxé 88.463 Einwohner, Savannakhet 66.552 Einwohner und Luang Prabang 47.510 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Laos

Bevölkerung

Die Bevölkerung von fast sechs Millionen verteilt sich sehr ungleichmäßig über das Territorium. Die größte Bevölkerungsdichte weisen die Ebenen am Mekong auf, darunter besonders die Region um die Hauptstadt. Die bergigen Gebiete im Osten und Norden sind sehr dünn besiedelt. Weniger als ein Drittel der Bevölkerung lebt in Städten. Das größte urbane Ballungszentrum, Vientiane, hat eine Bevölkerung von schätzungsweise 600.000.

Volksgruppen

Trotz der relativ niedrigen Bevölkerungszahl hat das Land eine sehr hohe Vielfalt in seiner ethnischen Zusammensetzung. Über die genaue Anzahl der ethnischen Gruppen gibt es immer wieder Diskussionen, da die Unterteilung der Gruppen nach mehreren Kriterien erfolgen kann. Liste der Städte in Laos Die Regierung von Laos unterscheidet die folgenden drei Gruppen nach ihrem Siedlungsgebiet (und nicht nach linguistischen Kriterien):
- die Lao Loum leben in den Ebenen und vor allem in Städten. Sie machen ca. 67 % der Gesamtbevölkerung aus.
- die Lao Theung leben auf den Hängen der Hügel und Berge bis in eine Höhe von etwa 1000 Metern. Anteil an der Gesamtbevölkerung: ca. 22 %. Sie gelten als die Urbevölkerung des heutigen Laos.
- Lao Soung bewohnen die Regionen, die über 1000 Metern Seehöhe liegen und extrem abgelegene Gebiete. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird auf 10 % geschätzt. In rein linguistischer Hinsicht gibt es in Laos vier große Gruppen, nämlich die Lao-Tai, Mon-Khmer, Tibeto-Birmanische und die Hmong-Yao-Familien. Diese Unterteilung ist Gegenstand von Diskussionen und Änderungen – bei der Volkszählung 1985 unterschied man noch sechs Sprachfamilien. Unter den Sprachfamilien werden 47 Ethnien und 149 Untergruppen unterschieden (1985 waren es 68 Ethnien und mehr als 800 Untergruppen). Menschen, die nicht unter diese vier Sprachgruppen fallen, sind Einwanderer indischer, thailändischer, chinesischer oder vietnamesischer Herkunft. Deren Anzahl ist aber in den letzten 50 Jahren stark zurückgegangen. Die meisten verließen Laos in zwei Wellen – nach der Unabhängigkeit des Landes und nach der Machtübernahme der Kommunisten.

Bildung

Laos verzeichnet eine niedrige Alphabetisierungsrate. So können nur Zweidrittel der Männer und Eindrittel der Frauen über 15 Jahre lesen und schreiben. Rund 40 % der Laoten haben noch nie eine Schule besucht, in den nördlichen Provinzen wie Louang Namtha oder Phongsaly sind es mehr als 60 %. Zweidrittel der laotischen Kinder brechen vorzeitig die sechs Jahre lange Grundschule ab, um zum Lebensunterhalt der Familie etwas beitragen zu können.

Gesundheit

Phongsaly Durch Fehlen moderner Einrichtungen zur Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung ist in ganz Laos Malaria verbreitet, obwohl das Risiko in und um Vientiane deutlich niedriger ist als anderswo. Zwischen Mai und Oktober ist das Malariarisiko am höchsten. Einige der vorkommenden Malariaerreger sind gegen bestimmte Prophylaxemedikamente bereits resistent. Weitere Krankheiten, die von Stechmücken übertragen werden, sind Dengue-Fieber und Japanische Enzephalitis, daneben sind Hepatitis und Typhus weitere gefährliche Krankheiten, gegen die Touristen zeitig genug vor der Einreise nach Laos geimpft sein müssen. Auf einen Arzt kommen 5.393 Einwohner. Das vom Gesundheitsministerium unterhaltene Gesundheitswesen stellt Einrichtungen zur mobilen Gesundheitsfürsorge und stellt pro 389 Einwohner ein Krankenhausbett zur Verfügung. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 54 Jahren. Vorbereitet sein müssen Reisende auch auf Durchfallerkrankungen sowie Dehydrierung. HIV/AIDS ist in Laos noch wenig verbreitet, auch wenn offizielle Statistiken nicht zuverlässig sind. Laos ist jedoch von Ländern umgeben, in denen HIV ein allgemeines Problem geworden ist. Durch verstärkte Migration innerhalb Indochinas, etwa laotische Arbeiter in den Nachbarländern oder ausländische Beschäftigte in Laos, sowie Tourismus und den weiterhin niedrigen sozialen Status der Frau wird sich HIV wahrscheinlich auch in Laos weiter ausbreiten, obwohl es Regierungsinitiativen zur HIV-Aufklärung gibt.

Sprache und Schrift

Laos ist, speziell in Anbetracht der niedrigen Bevölkerungszahl, ein Land mit außerordentlicher linguistischer Vielfalt, die aber aufgrund der Abgeschiedenheit noch nicht sehr weit erforscht ist. So ist die genaue Anzahl der unterscheidbaren Sprachen unbekannt und wird mit 70 bis 120 angegeben. Die Sprachen gehören zu vier verschiedenen Sprachgruppen:
- Tai-Sprachen, deren südwestliche und nördliche Zweige bereits seit etwa 2000 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Laos gesprochen werden. Die Anwesenheit dieser Sprachen ist das Ergebnis der Südwestmigration von Tai-Völkern aus Südwestchina vor etwa 2000 Jahren. Zu den Tai-Sprachen gehört auch die Amtssprache des Landes, die Laotische Sprache.
- Mon-Khmer-Sprachen, die vor der Ankunft aller anderen Sprachen vorherrschten. Sie sind geographisch am weitesten verbreitet und weisen die höchste interne Diversität auf. Viele dieser Sprachen stehen jedoch kurz vor dem Aussterben, andere, speziell im Norden verbreitete Sprachen, sind fester Bestandteil des Kulturlebens der dortigen Bevölkerung, wie etwa das Khmu.
- Miao-Yao-Sprachen werden in Laos erst seit etwa 200 Jahren gesprochen, sie kam mit Migranten aus Südwestchina ins Land.
- Tibeto-Birmanische Sprachen (Lolo-Birmanischer Zweig). Die Amtssprache in Laos ist Laotisch, welche eine Tonsprache ist und große Ähnlichkeit zum Thai hat. Sie wird von etwa 2 Millionen Menschen in Laos als Muttersprache gesprochen, dazu kommen etwa 20 Millionen Personen in Nordthailand, die einen Thai-Dialekt sprechen, der sehr ähnlich dem Laotischen ist. Das Laotische ist zur Kommunikationssprache zwischen den laotischen und nichtlaotischen Volksgruppen des Landes geworden. Es gibt eine eigene laotische Schrift, welche mit dem Sanskrit verwandt ist. Es ist ein phonetisches Alphabet, was bedeutet, dass man die Wörter schreibt, wie sie ausgesprochen werden. Die Töne werden durch die Kombinationen der Vokale und Konsonanten und teils durch Diakritika deutlich gemacht. Obwohl das Laotische Amtssprache ist und die Regierung versucht, die Benutzung dieser Sprache im ganzen Land durchzusetzen, beherrscht sie nicht jeder Einwohner des Landes. Das liegt vor allem an der schwachen Infrastruktur, aber auch an der Stärke anderer Sprachen, speziell der Hmong-Sprachen. Das Vordringen des Laotischen geht aber schnell voran, vor allem durch die Medien und durch Binnenmigration aus dem Bergland in die Ebenen. Die beiden bedeutendsten Fremdsprachen in Laos sind Thai und Vietnamesisch. Thai ist für Laoten sehr leicht erlernbar und ist im Land vor allem durch die thailändischen Medien präsent, jedoch auch durch laotische Gastarbeiter, die zeitweilig in Thailand arbeiten. Vietnamesisch wird entlang der Grenze zu Vietnam gesprochen, um den Grenzverkehr zu erleichtern, daneben gibt es in den Städten bedeutende Gruppen von Vietnamesen. Die Französische Sprache ist aufgrund der kolonialen Vergangenheit bedeutend, wird jedoch zunehmend von Englisch, der offiziellen ASEAN-Sprache, verdrängt. ASEAN

Religion

Die laotische Kultur ist sehr eng mit der Religion verbunden. Die buddhistischen Tempel bildeten in früheren Zeiten in jedem Dorf das geistige Zentrum. Das Leben der laotischen Menschen war von der Religion bestimmt und die meisten Aktivitäten erfolgten nach dem buddhistischen Kalender. Vientiane und Luang Prabang sind als Städte der tausend Tempel bekannt und weisen eine große Anzahl von Beispielen traditioneller Kunst und Architektur auf. Der Königspalast in Luang Prabang und der That-Luang-Stupa in Vientiane sind die bekanntesten Nationalheiligtümer in Laos. Die Hauptglaubensrichtung in Laos ist der Theravada-Buddhismus, der um 800 in das Gebiet des heutigen Laos kam. Es ist eine verbreitete Sitte, dass Jungen oder junge Männer ein paar Tage bis Wochen in einem Tempel als Mönch verbringen. Ebenso haben viele Familien einen kleinen Altar in ihrem Haus. Ahnenkult und Animismus sind vor allem in der Bevölkerung der Gebirgsregionen verbreitet, wobei diese Leute teils zum Buddhismus übergetreten sind, ohne ihren traditionellen Glauben aufzugeben. Kleine Gruppen von Moslems, Christen sowie Anhänger vietnamesischer und chinesischer Sekten finden sich in den Städten. 1999 wurde das Christentum zum öffentlichen Feind Nr. 1 ernannt. (Siehe auch Christenverfolgung)

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Laos siehe auch: Liste der Herrscher von Laos Archäologische Funde in Huaphanh und Luang Prabang belegen menschliche Aktivität auf dem Gebiet des heutigen Laos vor etwa 40.000 Jahren. Siedlungen sesshafter, Landwirtschaft betreibender Bewohner gab es um 4000 v. Chr., während Funde in Grabstätten aus der Zeit um 1500 v. Chr. auf eine komplexe, entwickelte Gesellschaft schließen lassen. Ab etwa 700 v. Chr. wurden im heutigen Laos Eisenwerkzeuge verwendet, die auf enge Kontakte mit benachbarten indischen und chinesischen Zivilisationen hindeuten. Die ersten Bewohner des heutigen Laos werden als Kha-Völker bezeichnet. Die Kha-Völker besiedelten das Land um 500 n. Chr. und lebten unter der Verwaltung des Staates Funan. Die Wurzeln des heutigen Laos führen ins 14. Jahrhundert, als Fa Ngum das Königreich Lan Xang, das Reich der Millionen Elefanten, gründete. Das Königreich umfasste das gesamte heutige Laos, sowie das heutige Nordthailand und Teile Myanmars. Es erreichte im 17. Jahrhundert unter König Sulignavongsa seine Glanzzeit, in welcher bemerkenswerte Kulturgüter, vor allem in Literatur und Dichtung, geschaffen wurden. Handel und Bildung erreichten in dieser Zeit ein hohes Niveau. Das Lan-Xang-Königreich existierte bis ins 18. Jahrhundert und zerfiel dann in drei rivalisierende Dynastien: Luang Prabang, Vientiane und Champasak. Alle drei waren ständigen Invasionen der mächtigeren Nachbarn aus Burma, Siam (Thailand) und Vietnam ausgesetzt. Siam erreichte schließlich die Hoheit über das Gebiet und zwang viele Bewohner von Laos dazu, sich in siamesischem Gebiet anzusiedeln. Hoheit Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erlangten die Franzosen als Kolonialmacht immer stärkeren Einfluss in Indochina. Im Jahre 1893 eroberten die Franzosen die linke Uferseite des Mekong und zwangen Siam zur Anerkennung des Mekong als Grenze. Das heutige Laos wurde als "Protektorat Laos" in die französische Kolonie Indochina eingegliedert. Sämtliche Pläne für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes blieben jedoch unverwirklicht. Im frühen 20. Jahrhundert bildeten sich in Indochina Widerstandsbewegungen gegen die französische Kolonialherrschaft. Unter anderem gründete Ho Chi Minh 1930 die Kommunistische Partei Indochinas, deren Ziel die Vertreibung der Kolonialherren war. Im Zweiten Weltkrieg wurde Laos vorübergehend durch Japan besetzt. Nachdem Japan bedingungslos kapituliert hatte und sich aus dem Land zurückziehen musste, erklärte Laos am 12. Oktober 1945 seine Unabhängigkeit. Es gelangte jedoch wiederum unter die Herrschaft der Franzosen. Am 19. Juli 1949 wurde der französisch-laotische Vertrag unterzeichnet, der Laos zu einem unabhängigen Mitglied innerhalb der Union Française machen sollte. Daraufhin spaltete sich die Lao Issara (Unabhängigkeitsbewegung), da nur ein Teil der laotischen Unabhängigkeitskämpfer mit diesem Vertrag zufrieden war. In den folgenden Jahren ging der Einfluss Frankreichs zurück, Wahlen fanden statt und die USA gewannen an Einfluss. Frankreich unterlag schließlich in Vietnam und gab am 21. Juli 1954 während der Indochinakonferenz (Genfer Konferenz) offiziell alle Ansprüche in Indochina auf, sagte zu, seine Truppen abzuziehen und die Unabhängigkeit Laos' anzuerkennen, womit Laos schließlich seine vollständige Souveränität erlangte. Während des Vietnamkriegs war Laos neutral und es gab keine offizielle Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an Laos. Trotzdem bombardierten die US-amerikanischen Streitkräfte Laos massiv, denn der Ho-Chi-Minh-Pfad verlief zu einem bedeutenden Teil über laotisches Territorium. Es wurden über Laos mehr Bomben abgeworfen als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen, womit Laos zu den schwerst bombardierten Ländern der Welt gehört. Nach dem Ende des Vietnamkrieges übernahmen die kommunistisch und neutralistisch geprägten Kräfte der Pathet Lao durch eine unblutige Revolution im Jahre 1975 die Macht und proklamierten am 2. Dezember 1975 die Demokratische Volksrepublik Laos. Die Laotische Revolutionäre Volkspartei wurde zur regierenden Partei des Landes bestimmt und der erste Premierminister, Kaysone Phomivane blieb bis 1992 in seinem Amt. Durch politische und wirtschaftliche Repressionen blieb das Land weithin unsicher und instabil und etwa 10 % der Bevölkerung verließen Laos, vor allem in Richtung Thailand, Frankreich, USA und Australien. Aufgrund von schwerwiegenden Wirtschaftsproblemen leitete Laos ab 1986 unter dem Namen Neuer ökonomischer Mechanismus eine Öffnungs- und Reformpolitik ein mit dem Ziel, den allmählichen Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft zu realisieren. Im Rahmen dieser Reformen wurden Wirtschaftsliberalisierungen durchgeführt und die Beziehungen zum Ausland verstärkt. Auch politische Reformen werden allmählich in Angriff genommen. So verabschiedete die Volksversammlung am 14. August 1991 die erste Verfassung seit der Machtübernahme der Kommunisten und seit 1997 ist Laos Mitglied der ASEAN. Einen nach wie vor ungelösten Konflikt gibt es in der Sonderzone Saysomboun nordöstlich von Vientiane, wo es noch heute Freiheitskämpfer gegen die kommunistische Regierung gibt. Diese rekrutieren sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Hmong-Minderheit und haben sich in die Bergregionen zurückgezogen, wo sie in großer Armut leben. Wiederholt kommt es jedoch zu Überfällen und Attentaten in und um Vientiane und an wichtigen Verkehrswegen, denen nicht zuletzt ausländische Touristen zum Opfer gefallen sind. Andererseits wird auch von schweren Menschenrechtsverletzungen des Militärs im Kampf gegen die Aufständischen berichtet.

Politik

Die kommunistische
Laotische Revolutionäre Volkspartei (LRVP) regiert das Land seit der Proklamation der Demokratischen Volksrepublik Laos am 2. Dezember 1975. Erst seit 1991 gibt es eine Verfassung (Nationalversammlung) und ein Parlament, das seit 1997 99 Sitze hat. Seitdem gilt auch das Prinzip der zentralisierten Demokratie, das heißt, dass die Nationalversammlung Entscheidungen in Absprache mit den niedrigeren Verwaltungsebenen fällt.

Legislative

Das Staatsoberhaupt von Laos ist der Präsident, den die Laotische Revolutionäre Volkspartei stellt und der in der Regel auch Parteivorsitzender ist. Der Präsident ernennt den Premierminister und seine Stellvertreter, Minister, Provinzgouverneure und Bürgermeister der Präfekturen, wobei er sich alle Personalentscheidungen vom Parlament bestätigen lassen muss. Die gesetzgebende Körperschaft ist die Nationalversammlung, ein Ein-Kammer-Parlament, welches in allgemeinen Wahlen bestimmt wird. Es gibt pro 50.000 Menschen ein Parlamentsmitglied, wobei es pro Provinz mindestens drei Parlamentarier geben muss. Es gibt ein allgemeines aktives Wahlrecht ab 18 Jahren und ein passives Wahlrecht ab 21 Jahren. Bei den Parlamentswahlen gibt es in der Regel mehr Kandidaten als Sitze. Die Nationalversammlung wird für einen Zeitraum von fünf Jahren gewählt. Aufgabe des Parlamentes ist es, Gesetzesvorschläge des Staatspräsidenten, des ständigen Ausschusses der Nationalversammlung, der Regierung, des Präsidenten des Obersten Gerichtes oder der Obersten Staatsanwaltschaft zu diskutieren und zu verabschieden. Auch Massenorganisationen dürfen unter gewissen Voraussetzungen Gesetzesentwürfe einbringen. Das Parlament ist auch für die Genehmigung von Wirtschaftsplanung, Budget sowie Änderungen in der Regierung zuständig. Es wählt den Staatspräsidenten, den Vizepräsidenten sowie die Präsidenten vom Obersten Gericht und Staatsanwaltschaft. Es genehmigt auch Personalvorschläge des Staatspräsidenten.

Exekutive

Der Premierminister ist auch Vorsitzender des Ministerrates und somit höchster Repräsentant der Exekutive. Er hat eine Reihe von Stellvertretern (nämlich die Minister für Verteidigung, Finanzen und Äußeres). Seine Amtszeit ist wie jene der Parlamentsabgeordneten auf fünf Jahre festgelegt. Die Verwaltungen der Provinzen und Distrikte haben die gleiche Struktur wie die Zentralregierung. Die Gemeindevertreter werden andererseits von der Bevölkerung gewählt und danach vom Provinzgouverneur formell ernannt.

Judikative

Nominell gibt es in Laos ein oberstes Gericht sowie Gerichte auf Provinz- und Distriktebene, daneben gibt es noch Militärgerichte. Ebenso gibt es Staatsanwaltschaften auf Landes-, Provinz- und Distriktebene. Die Gesetzgebung in Laos ist jedoch nicht sehr konsistent und Rechtssicherheit ist größtenteils nicht gegeben. Für die Lösung von Konflikten hat deshalb Schlichtung eine große Bedeutung, und auf Gemeindeebene liegt dies in der Regel in der Verantwortung der Dorfältesten.

Administrative Gliederung

Hauptartikel: Administrative Gliederung von Laos Laos gliedert sich in 16 Provinzen (khoueng), eine Präfektur (kampheng nakhon) sowie eine Sonderzone (khetphiset). Darunter folgt eine Unterteilung in etwa 140 Distrikte und über 11.000 Gemeinden.

Infrastruktur

Laos verfügt über 13.000 Kilometer Straße, wovon jedoch nur etwa 1.700 asphaltiert sind. Die wichtigste Straßenverbindung ist die Nationalstraße 1, die von Pak Mong im Norden nach Khong im Süden führt und dabei die wichtigen Städte Luang Prabang, Vientiane, Savannakhet und Champasak quert. Öffentlicher Verkehr mit Bussen ist momentan noch selten anzutreffen, lediglich zwischen Vientiane und Pakse verkehren regelmäßige Linienbusse. Ansonsten sind aufgrund schlechter Straßenverhältnisse eher Lkw mit Holzsitzen anzutreffen. Die Fahrzeit kann je nach Witterungslage und technischem Zustand des Fahrzeuges länger oder kürzer dauern. Der größte Flughafen befindet sich nahe Vientiane (Flughafen Wattay). Der Luftverkehr wird von der staatlichen Lao Airlines (früher
Lao Aviation) dominiert. Sie bietet Flüge in die Nachbarländer sowie Inlandsflüge an. Die Linie ist jedoch hoch verschuldet, da die Ticketpreise zu niedrig sind, um die Kosten zu decken. Der Service und auch die Sicherheit erreichen nicht westliche Standards. Lao Airlines wird deshalb in Zusammenarbeit mit europäischen Beratern restrukturiert und neu ausgerichtet. Es wurde ein Joint Venture gegründet, um neue Flugzeuge zu beschaffen. Der für Besucher interessanteste Weg, per Flugzeug nach Laos zu gelangen, ist über Bangkok, von wo es regelmäßig Verbindungen nach Vientiane gibt. Andere Verbindungen werden häufig storniert. Es gibt in Laos keine Eisenbahn, aber Pläne, Vientiane über die Thai-Lao-Freundschaftsbrücke an das thailändische Eisenbahnnetz anzubinden. Laos verfügt über einige schiffbare Flüsse, allen voran der Mekong, der auf etwa 1.300 km schiffbar ist. Durch Stromschnellen und einen Wasserfall hat der Mekong jedoch nur eine begrenzte Bedeutung für den Verkehr. Andere für den Transport wichtige Flüsse sind Nam Ou, Nam Khan, Nam Tha, Nam Hgur sowie Se Don. Auf den laotischen Wasserwegen ereignen sich überdurchschnittlich viele Unfälle. Das Telefonnetz von Laos deckt nach wie vor nicht das ganze Land ab. Die Zahl der Telefonanschlüsse ist mit etwa 30.000 auch sehr niedrig. Direkte Telefonverbindungen von und nach Laos gibt es noch nicht sehr lange und sind sehr teuer. Laos hat vier GSM Mobilfunk Netze, die derzeit Ballungsgebiete und Teile der Verkehrswege, zum Beispiel den Mekong auf vielbefahrenen Routen abdecken. Roaming ist seit kurzem möglich. Internet ist in Laos ebenfalls nicht besonders weit verbreitet, etwa 60 % der Internetbenutzer sind Ausländer, und nur 14 % der User befinden sich außerhalb der Hauptstadt Vientiane. Laoten gehen meist in Internet-Cafés online. Die laotische Post gilt als ineffizient, Briefe vom Ausland nach Laos können mehrere Wochen benötigen.

Wirtschaft

Seit 1986 versucht die laotische Regierung im Rahmen des
New Economic Mechanism (NEM) die ehemals planwirtschaftlich organisierte Ökonomie des Landes in eine Marktwirtschaft umzuwandeln. So wurden nach und nach Preisbindungen und Subventionen abgeschafft, der Wechselkurs des Kip an den Marktkurs angepasst, ein Bankensystem nach westlichem Vorbild eingeführt und private Wirtschaftstätigkeit gefördert. Mit dem Aufbau von Institutionen, die die Marktwirtschaft regeln, wie etwa das Rechts- und Verwaltungssystem, wurde begonnen. Die Währungseinheit in Laos ist der neue Kip. Der Warenaustausch in den ländlichen Gebieten erfolgt aber meist im Tauschhandel; die Geldwirtschaft beschränkt sich auf die Städte. Die Handelsbilanz ist negativ. Die wichtigsten Exportprodukte sind Holz, Kaffee, Stromenergie und Zinn. Außerdem werden Kaffee, Benzoin, Harze, Kardamom, Leder und Häute ausgeführt. Importiert werden chemische Produkte, Kraftfahrzeuge, Maschinen, elektrische Anlagen, Stahl und Baumwolle. China, Thailand und Japan sind die wichtigsten Abnehmer laotischer Waren. Thailand, China, Japan und Singapur sind die wichtigsten Lieferanten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2002 1,5 Mrd. Euro, das Pro-Kopf-Einkommen lag 2001 bei 275 Euro. Das BIP-Wachstum belief sich in den vergangenen 15 Jahren auf jeweils sechs bis acht Prozent, wobei sich während der Asienkrise das Wachstum vorübergehend auf vier Prozent verlangsamte. Der Großteil des Wachstums kommt aus der Landwirtschaft, dem Export von Textilien, Holz und Holzprodukten, der Elektroenergie sowie ausländischen Investitionen (Entwicklungshilfe oder FDI).

Landwirtschaft

Laos ist ein Agrarstaat, ca. 80 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Sie erwirtschaften damit etwa 50 % des laotischen BIP. Besonders für die Landwirtschaft geeignet sind die Schwemmebenen des Mekong und seiner Nebenflüsse sowie das Bolavens-Plateau in Südlaos. Die Böden in anderen Regionen des Landes sind weniger fruchtbar. Die gesamte landwirtschaftliche Aktivität befindet sich in Privathänden. Viele der Haushalte betreiben Subsistenzwirtschaft, insbesondere in den abgelegenen Gebieten, wo fehlende Infrastruktur den Zugang zu den Märkten verwehrt. Reis ist das Hauptprodukt der landwirtschaftlichen Produktion und macht etwa 40 % des gesamten produzierten Volumens aus. Nur 10 % der produzierten Menge wird auf den Märkten verkauft, der Rest wird von den Bauern selbst konsumiert. Laos verfügt bei Reis über eine sehr hohe Artenvielfalt, etwa 3000 bis 4000 Sorten sind bekannt, von denen die meisten zu Klebreis-Sorten gehören. Neben Reis werden Mais, Kartoffeln, Yams, Mungo- und Sojabohnen, Erdnüsse, Baumwolle, Zucker, Kaffee und Tee angebaut. Die Landwirtschaft wird nur in den Ebenen des Mekong intensiv betrieben. Dort liegen auch die 12 % des Ackerlandes, die künstlich bewässert werden können. Besonders in den abgelegenen Gebieten werden weder Pestizide noch Düngemittel verwendet und es gibt auch keine Bewässerung. Die Reisproduktion ist aus diesen Gründen niedriger als in den Nachbarländern. Etwa 2,2 Millionen Tonnen wurden im Jahr 2000 geerntet, womit sich das Land in punkto Reis selbst ernähren kann. Die Viehzucht erwirtschaftet etwa ein Fünftel des BIP, obwohl sie nur extensiv und mit wenig Aufwand betrieben wird. Die Bauern erleiden häufig Verluste, wenn ihre Tiere mangels veterinärmedizinischer Betreuung sterben oder das Fleisch nicht zum Verkauf geeignet ist. Das Wachstumspotential in diesem Bereich ist jedoch sehr hoch. Ähnliches gilt für die Fischproduktion. Laos ist ein potentieller Exporteur von Lebensmitteln, betrachtet man seine relativ geringe Bevölkerungsdichte. Dem stehen momentan jedoch die subsistenzorientierte Wirtschaftsform, die nicht vorhandene oder mangelhafte Infrastruktur, die schlechte Ausbildung der Bauern sowie das Fehlen von Finanzinstitutionen im Land entgegen. Etwa die Hälfte des Landes ist mit Wald bewachsen, worunter sich auch tropische Edelhölzer befinden, die für die Herstellung von Möbeln Verwendung finden. Daneben werden aus dem Wald Gewürze, etwa Kardamom, Rattan, Medizin und Baumharze gewonnen.

Industrie

Die Industrie ist kaum entwickelt. Die wirtschaftliche Entwicklung wird stark beeinträchtigt durch eine schlecht ausgebildete Bevölkerung, kaum verfügbares in- und ausländisches Kapital. Die wichtigste Industrie ist die Gewinnung von Strom aus Wasserkraft, wobei momentan mehrere kleinere Kraftwerke in Betrieb sind und mehrere weitere in Planung. Die Stromerzeugung ist ausnahmslos in der Hand der staatlichen Electricité du Laos. Daneben werden in geringem Umfang Textilien erzeugt sowie Holz verarbeitet. Etwa 90 % der Industrie- und Handwerksbetriebe sind Kleinstbetriebe. Die größeren Unternehmen waren bis vor kurzem reine Staatsunternehmen oder wurden von staatlichen Organisationen, wie etwa dem Militär, kontrolliert. Das Wachstum der Industrieproduktion hat sich seit der Asienkrise verlangsamt, was vor allem auf die schlechter gewordenen Exportmöglichkeiten zurückzuführen ist, die durch den sehr kleinen Binnenmarkt nicht kompensiert werden können. Zudem ist das Finanzsystem unterentwickelt: drei Staatsbanken dominieren den Markt, haben jedoch hohe Summen an faulen Krediten, die sie illiquid machen. Die Banken wurden zwar schon einmal rekapitalisiert, jedoch hat eine schlechte Kreditkultur und besonders das Leihen an staatliche Industriebetriebe dazu geführt, dass sich neue faule Kredite angesammelt haben.

Außenhandel

Die wichtigsten Exportgüter sind Strom aus den Wasserkraftwerken (20 % der Exporte), Holz und Holzprodukte sowie Kaffee. Zu den wichtigsten Importgütern zählen Nahrungsmittel, Maschinen, Fahrzeuge und andere Industriegüter. Der Außenhandel, speziell der Export, wird durch den Mangel an Infrastruktur, die relativ weiten Transportwege (Laos ist ein Binnenland) und durch das Fehlen von gut ausgebildeten Arbeitskräften gebremst. Laos importiert mehr, als es exportiert. Das entstehende Leistungsbilanzdefizit wird durch Kapitalzuflüsse ausgeglichen, die teils als Entwicklungshilfe oder als ausländische Investitionen kommen. Größte Investoren in Laos sind die Nachbarländer Thailand, China und Vietnam. Um die einseitige Abhängigkeit von thailändischen Exporthäfen zu bekämpfen, kooperiert Laos verstärkt mit vietnamesischen Häfen.

Tourismus

Laos ist, im Gegensatz zu Thailand und zunehmend auch Kambodscha oder Vietnam, noch weitgehend unberührt von den großen Touristenströmen. In Vientiane ändert sich die Sperrstunde laufend, meist liegt sie bei 23 Uhr. Aufgrund von niedrigem Prokopfeinkommen, Kommunismus, Gesundheitsstatus und mangelnder touristischer Infrastruktur ist das Land derzeit für Pauschaltouristen unattraktiv. Trotzdem ist der Tourismus einer der aufstrebenden Wirtschaftszweige und Devisenbringer, so setzt man in Laos auf den sanften Öko- und Kulturtourismus. Es gibt zwei internationale Flughäfen, Vientiane (VTE) und Luang Prabang. Die nationale staatliche Fluggesellschaft ist Lao Airlines mit Sitz in Vientiane. Regelmäßige Busverbindungen gibt es auf den asphaltierten Straßen, wohingegen in die abgelegeneren Regionen vorrangig Kleintransporter mit Pritschenaufbau und zwei Sitzbänken (Songthaew) fahren. Je nach Straßenzustand und Wetter können dabei die Reisedauern stark variieren. Auf dem Mekong verkehren Boote von Huay Xay über Luang Prabang nach Vientiane. Diese Reise mit Übernachtungen in Pakbeng und Luang Prabang dauert zwei bis drei Tage. Außerdem sind Schnellboote (Speedboats) unterwegs, die diese Strecke in nur einigen Stunden bewältigen; allerdings sind die Schnellboote unfallanfällig, und die Passagiere müssen Schutzhelme tragen.

Drogenproblematik

Mit Opium sind die Bewohner des heutigen Laos seit dem 18. Jahrhundert vertraut, als der Opiumhandel mit den Chinesen sowie die Opiumabhängigkeit in das Land kamen. Das Wissen über die Produktion von Opium kam im frühen 19. Jahrhundert mit den einen wandernden Hmong nach Laos. Ab 1899 ließ die französische Kolonialverwaltung in Vietnam und später auch in Laos Opium produzieren. Opium und andere Drogen sind aus verschiedenen Gründen bis heute in Laos sozial anerkannt. Für Bauern stellt die Opiumproduktion eine wichtige Einkommensquelle dar. Opium ist bedeutend im lokalen Tauschhandel und es kompensiert zu niedrig ausgefallene Reisernten. Daneben hat Opium eine hohe Bedeutung in der traditionellen laotischen Medizin. In den frühen 1970er Jahren wurde die Anzahl der opiumabhängigen Laoten auf 50.000 geschätzt. Im Jahr 1971 wurde die Produktion von Opium verboten, jedoch wurde in der Folge Heroin sofort verfügbar. Für 1992 wurde geschätzt, dass etwa zwei Prozent der Bevölkerung Opiumabhängig waren. 60 Prozent der Abhängigen waren Bewohner der bergigen Regionen im Norden des Landes (v.a. Angehörige der Akhas, Hmong, Yao, Lantan, Lahu), wo der pro- Kopf-Verbrauch zwischen 1,3 und 1,8 Kilogramm und Jahr liegt. Für 1995 wurde geschätzt, dass Laos 80 Tonnen Opium für den eigenen Verbrauch produzierte und weiterhin 40 bis 60 Tonnen exportierte. Damit war Laos nach Afghanistan und Myanmar die drittwichtigste opiumproduzierende Nation. Erst seit 1996 sind Produktion, Handel und Gebrauch von Opium strafbar. Trotzdem wurde für 2001 eine Zahl von 58.000 Drogenabhängigen geschätzt. In zunehmendem Maße werden neben Opium auch Heroin, Amphetamine und Klebstoffe konsumiert. Die Regierung von Laos versucht in Zusammenarbeit mit dem UNDP und Nichtregierungsorganisationen, das Problem des Drogenmissbrauches zu bekämpfen. Schwerpunkte werden dabei darauf gelegt, den Produzenten von Opium eine alternative Einkommensquelle zu bieten. Parallel dazu werden Bildungsprogramme in den betroffenen Regionen durchgeführt. Es werden Projekte zur Vorbeugung und Behandlung von Drogenmissbrauch, die im Einklang mit der lokalen Kultur stehen, gestartet. Daneben gibt es Maßnahmen zur Durchsetzung des Gesetzes des Opiumhandels. Ziel ist es, im Jahr 2015 drogenfrei zu sein.

Kultur

Medien

In Laos herrscht eine strenge Zensur und staatliche Kontrolle der Medien. Die laotische Nachrichtenagentur ist die "Khaosan Pathet Lao" ([http://www.kplnet.net KPL]).

Feiertage

Zu den offiziellen Feiertagen in Laos gehören Neujahr (1. Januar);
Pi Mai, das laotische Neujahr, welches nach dem Mondkalender berechnet wird, findet meistens im Mai statt. Der Tag der Arbeit (1. Mai) und der Nationalfeiertag (2. Dezember) werden mit aufwendigen Feierlichkeiten verbracht. Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, so wird er auf den vorhergehenden oder den nachfolgenden Arbeitstag verlegt. Religiöse Feiertage sind Boun Bang Fai, an dem die Geburt, Erleuchtung und den Tod Buddhas gefeiert werden, Khao Phansa, der den Beginn der buddhistischen Fastenzeit einläutet (Juli) und Ork Phansa, den Ausklang der Fastenzeit (Ende Oktober). Zu diesen Anlässen findet meist eine Feier, die die Laoten basi oder sukhwan nennen, statt. Bei diesen Feiern werden Opfergaben (Essen und Reiswein) beigebracht. Bei der sogenannten Schnurbindezeremonie wünschen sich Freunde Gesundheit und Wohlstand, indem sie sich Schnüre um die Handgelenke wickeln.

Umwelt

Durch großflächige Entwaldungen in den letzten Jahrzehnten sank der Grundwasserspiegel in manchen Gebieten, was zu einer prekären Trinkwassersituation in Laos sorgt. Zudem sind durch die Vernichtung des Lebensraumes von Flora und Fauna eine Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Im Jahr 1996 galten 68 Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen als gefährdet. Mittlerweile sind jedoch etwa 14 % des Territoriums geschützt. Der Wald ist vor allem durch die Holzgewinnung, durch Rodung zur Ackerlandgewinnung und durch die Brennstoffgewinnung gefährdet, wobei etwa 8 % des Energiebedarfs des Landes mit Holz gedeckt werden. Der jährliche Waldverlust wird auf etwa 300.000 Hektar geschätzt. 1996 Ein großes Umweltproblem von Laos sind Blindgänger, die aus dem Vietnamkrieg stammen. Sie machen das Land zu einem der Staaten mit den größten Mengen an nicht explodiertem Kriegsmaterial im Boden. Von den mehr als 2 Millionen Tonnen an Bomben, die zwischen 1964 und 1973 über Laos abgeworfen wurden, sind bis heute etwa 50 % des Territoriums betroffen. Für einen landwirtschaftlich geprägten Staat wie Laos stellt dies ein großes Problem dar, und es werden regelmäßig Menschen durch Blindgänger verletzt oder getötet. Das
UXO-LAO-Projekt, welches sich mit der Aufklärung der Bevölkerung und der Beseitigung von Blindgängern beschäftigt, ist einer der größten Arbeitgeber des Landes und wird von der UNDP, einigen Industriestaaten sowie von Hilfsorganisationen finanziert.

Literatur


- Asian Harm Reduction Network: The Hidden Epidemic. March 1998, pp 80ff. [http://www.chr.asn.au/freestyler/gui/files/Laos.pdf Download]
- N. J. Enfield: Laos – Language situation. Language and Cognition Group, Max Planck Institute for Psycholinguistics Nijmegen. Mit langer Bibliographie zum Thema. [http://www.mpi.nl/world/persons/private/enfni/Enfield_ELL2_Laos_lg_situation_2004.pdf Download]
- Heinz Kotte/Rüdiger Siebert: Laos, Aufbruch am Mekong (2002), ISBN 3-895021-50-4. Aktuelles aus Gesellschaft und Politik.
- Jan Düker u. Annette Monreal: Laos (2003), ISBN 3-7701-6142-4. Reiseführer.
- Martin H. Petrich: Vietnam, Kambodscha, Laos (2004), ISBN 3-7701-4398-1. Kunst-Reiseführer.
- Tom Robbins: Villa Incognito (2003), ISBN 3-498-05770-7. Roman.
- Michael Schultze: Die Geschichte von Laos (1998), ISBN 3-8890-136-4.
- Michael Schultze: Laos-Handbuch (2004), ISBN 3-8317-1363-4. Reiseführer.
- Michael Schultze: KulturSchock Laos (2005), ISBN 3-831712-96-4.
- Harry Thürk: Operation Mekong (1988), ISBN 3-360-00168-0. Roman.
- Ann Helen u. Walter Unger: Laos - Land zwischen gestern und morgen (1999), ISBN 3-7774-8390-7.

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=91 Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes: Laos]
- [http://www.kplnet.net/ Nachrichtenagentur KPL].
- [http://www.laoembassy.com Webseite der Botschaft von Laos in Washington, D.C./USA].
- [http://private.addcom.de/asiaphoto/laos/index.htm Vielfältige Informationen (engl.)]
- [http://www.vientianetimes.com Webseite der staatlichen Tageszeitung].
- Menschenrechte in Laos - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
- http://www.visit-laos.com (Engl.)
- [http://www.wikitravel.org/de/Laos Wikitravel] Kategorie:Staat Kategorie:Südostasien ja:ラオス ko:라오스 ms:Laos simple:Laos th:ประเทศลาว


Malaysia

Malaysia (Persekutuan Malaysia, Federation of Malaysia, Malaysische Föderation, in Österreich auch Malaysien genannt) liegt in Südostasien.

Geographie

Malaysia besteht aus zwei Teilen, nämlich dem auf der malaiischen Halbinsel gelegenen Westteil und dem auf der Insel Borneo gelegenen Ostteil. Beide sind voneinander durch das Südchinesische Meer getrennt. Westmalaysia grenzt im Norden an Thailand und im Süden befindet sich auf einer vorgelagerten Insel Singapur. Ostmalaysia grenzt südlich an Indonesien und im Norden wird das Sultanat Brunei von Malaysia eingeschlossen. Tanjung Piai, welches sich im südlichen Staat Johor befindet, ist der südlichste Punkt des asiatischen Kontinentes, wenn man die Insel Singapur, die mit dem Kontinent nur durch eine künstliche Brücke verbunden ist, außer Acht lässt. Zwischen der malaiischen Halbinsel und der indonesischen Insel Sumatra befindet sich die Straße von Malakka, welche sowohl eine bedeutende, strategisch wichtige Wasserstraße als auch eine der meistbefahrenen Schiffsrouten darstellt. Malaysia hat im Westen wie im Osten eine ähnliche Landschaft, die aus Ebenen entlang den Küsten besteht, während im Hinterland Hügel und teilweise sehr hohe Berge dominieren, welche in der Regel sehr dicht bewaldet sind. Die höchste Erhebung Malaysias ist der 4095 m hohe Kinabalu auf der Insel Borneo. Die größte und wichtigste Stadt Malaysias ist die Hauptstadt Kuala Lumpur, in welcher sich das Parlament, das Handels- und Finanzzentrum des Landes befinden. Die meisten Regierungseinrichtungen haben die Stadt jedoch in Richtung Putrajaya verlassen, welches speziell als neue Verwaltungshauptstadt für Malaysia errichtet wurde. Weitere wichtige Städte sind George Town, Ipoh und Johor Bahru. Siehe auch Liste der Städte in Malaysia. Das Klima des Landes ist äquatorial und wird von April bis Oktober durch den Südwestmonsun, und von Oktober bis Februar durch den Nordostmonsun gekennzeichnet. Die vier Klimadiagramme ergeben ein West-Ost-Profil: Kuala Terengganu und Kuala Lumpur auf der Malakka-Halbinsel (West-Malaysia), Sandakan und Kuching auf Borneo (Ost-Malaysia). Siehe auch: Nationalparks in Malaysia

Bevölkerung

Die Bevölkerung von Malaysia besteht aus einer großen Anzahl von ethnischen Gruppen, wobei die Malaien die Mehrheit stellen und auch die Politik dominieren. Die Verfassung des Landes definiert, dass alle Malaien Moslems sind. Desweiteren stellen die Überseechinesen etwa ein Viertel der Bevölkerung. Die Chinesen spielen eine bedeutende Rolle in Handel und Wirtschaft. Weitere sieben Prozent der Bevölkerung sind indischstämmig. Diese sind Hindus, Moslems, Sikhs, Christen oder Buddhisten. Etwa 85 Prozent der indischstämmigen Bevölkerung Malaysias sind Tamilen, Minderheitengruppen sind die Malayalis, Punjabis and Telugus. In den Staaten Sarawak und Sabah stellen Ureinwohner, die keine ethnischen Malaien sind, die Hälfte bzw. zwei Drittel der Bevölkerung. Auf der Halbinsel existieren ebenfalls Ureinwohner, jedoch in kleinerer Zahl, sie werden mit dem Sammelbegriff Orang Asli bezeichnet. Diese Ureinwohner gehören zu einer großen Zahl von ethnischen Gruppen, haben aber kulturelle Gemeinsamkeiten. Sie waren bis zum 20. Jahrhundert Anhänger von traditionellen Naturreligionen. Seitdem sind viele zum Christentum oder zum Islam übergetreten. Obwohl die Orang Asli sich hinsichtlich der Kultur von den Malaien unterscheiden, haben viele die malaiische Kultur assimiliert, etwa durch Umzug in die Städte oder durch Heirat. Nennenswerte Minderheiten stellen die Europäer, Menschen aus dem mittleren Osten, Kambodscha und Vietnam. Die Europäer sind meist Briten und einige Portugiesen, die Malaysia kolonisierten und sich hier ansiedelten. Die meisten Kambodschaner und Vietnamesen kamen als Vietnamkriegsflüchtlinge nach Malaysia. Die Bevölkerung ist nicht gleichmäßig verteilt, der Großteil (etwa 20 Millionen) lebt auf der malaiischen Halbinsel. Das Wachstum der Bevölkerung ist mit etwa 2,4 Prozent jährlich relativ hoch, und etwa ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Die Urbanisierungsrate liegt bei etwa 58%. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 72 Jahren, die Säuglingssterblichkeit bei etwa 23 pro Tausend. Einen wichtigen Wendepunkt in der Bevölkerungspolitik Malaysias stellen die Unruhen vom 13. Mai 1969 rund in und um Kuala Lumpur dar. Diese Unruhen wurden damals als Folge der sozioökonomischen Ungleichheiten zwischen den einzelnen ethnischen Gruppen interpretiert. Sie führten dazu, dass die malaiische neue ökonomische Politik eingeführt wurde, um sowohl rassische und wirtschaftliche Ungleichheiten als auch Armut in Malaysia zu eliminieren.

Sprachen

Die Amtssprache Malaysias ist Bahasa Melayu, daneben sind Englisch, Chinesisch (vor allem Kantonesisch, Mandarin, Hokkien, Hakka, Teochew, Hainan, der Fuzhou-Dialekt), Tamil, Telugu, Malayalam und Thai verbreitet. In Ostmalaysia werden verbreitet indigene Sprachen gesprochen, wovon die wichtigsten Iban und Kadazan sind. In offiziellen Dokumenten wird britisches Englisch verwendet. Durch das Fernsehen hat jedoch das amerikanische Englisch bereits einigen Einfluss genommen. Das Englisch, welches in der Umgangssprache in Malaysia verwendet wird, unterscheidet sich stark vom britischen Englisch und wird deshalb auch als Manglish bezeichnet. Es ähnelt bis auf einige Slang-Ausdrücke stark dem Singlish, das in Singapur gesprochen wird.

Religion

Der Islam, zu dem sich 60 % der Bevölkerung bekennen, ist Staatsreligion. Nach der Verfassung des Landes sind alle ethnischen Malaien von Geburt automatisch Muslime. Ein Abfallen vom Islam wird de facto mit Freiheitsstrafe bestraft. Die Chinesen sind meist Buddhisten (20 %) oder hängen anderen chinesischen Religionen wie Daoismus und Konfuzianismus an (2,6 %). Christen (9 %) gibt es in allen ethnischen Gruppen. Die Inder sind überwiegend Hindus (6 %). Muslime werden gegenüber Angehörigen anderer Religionen bewusst staatlich bevorzugt. Christliche Presse kann nur unter Schwierigkeiten veröffentlicht werden. Der Bau von Kirchen wird nur mit großen Einschränkungen genehmigt. Im Osten Malaysias gibt es jedoch auch eine Minderheit von christlichen Malayen, die im 16. Jh. von Spaniern christianisiert wurden und ihrer Religion bis heute treu geblieben sind.

Islam

Der Islam ist Staatsreligion. Malaysia ist ein orthodox-islamisch geprägtes Land, obwohl nur etwa 60 % Muslime sind. 40 % gehören vorwiegend dem Buddhismus (24 %), dem Christentum (9 %) oder dem Hinduismus (6 %) an. 52 % sind Malaien, 35 % Chinesen und etwa 10 % Inder. Hinzu kommen die Orang-Asli, die vorwiegend in West-Malaysia leben. Auch Araber, Sri Lanker und Indonesier sowie Philippinier die in Malaysia leben.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Malaysias Die malaiische Halbinsel wurde zu einem großen Handelszentrum in Südostasien, als der Handel zwischen China und Indien zu florieren begann. Damals begann in der Straße von Malakka ein reges Treiben. Die ersten malaiischen Königreiche entstanden von Häfen, die im 10. Jahrhundert gegründet worden waren. Die wichtigsten frühen Königreiche waren Langkasuka und Lembah Bujang in Kedah, sowie Beruas und Gangga Negara in Perak und Pan Pan in Kelantan. Der Islam kam im 14. Jahrhundert in Terengganu an. Im frühen 15. Jahrhundert wurde das Sultanat von Malakka gegründet. Durch seinen Wohlstand zog es das Interesse von Portugal auf sich. Der Hafen wurde dann ein Zentrum der Kolonialisierung durch die Niederländer und die Briten. Die britische Kronkolonie Straits Settlements wurde im Jahre 1826 gegründet und England gewann schrittweise die Kontrolle über den Rest der Halbinsel. Zu den Straits Settlements gehörten Penang, Singapur und Malakka. Penang war im Jahre 1786 durch Kapitän Francis Light gegründet worden und diente als Militär- und Handelsbasis. In seiner Bedeutung wurde es bald von Singapur überholt, das im Jahre 1819 durch Sir Stamford Raffles gegründet wurde. Malakka war nach dem englisch-niederländischen Vertrag von 1824 endgültig in britischem Besitz. Die Kolonie wurde durch die Britische Ostindien-Kompagnie mit Sitz in Kalkutta regiert, bis deren Sitz 1867 nach London verlegt wurde. Zur etwa gleichen Zeit wurde die britische Politik gegenüber den malaiischen Staaten immer aggressiver. Innerhalb von wenigen Jahren kamen mehrere malaiische Staaten an der Westküste der Halbinsel unter britische Kontrolle. Auf Betreiben der Händler, die in den Kronkolonien saßen, mischte sich die Regierung in die Angelegenheiten der zinnproduzierenden Staaten ein. Gleichzeitig hatte die britische Kolonialmacht Bürgerkriege und Störungen durch chinesische Geheimgesellschaften zu befrieden. Die Briten führten mit ihrer Militärmacht eine friedliche Lösung herbei, die die Händler bevorzugte. Mit dem Vertrag von Pangkor im Jahre 1874 wurde der Weg frei für die britische Herrschaft. 1896 wurden die vier Sultanate Pahang, Selangor, Perak und Negeri Sembilan zu den Föderierten Malaiischen Staaten zusammengefasst, die dem Kommissar von Singapur unterstanden. Dieser war auch der Gouverneur der Straits Settlements. Dieser Gouverneur wiederum unterstand dem Kolonialamt in London. Die anderen Staaten der Halbinsel waren zwar nicht direkt London unterstellt, die Sultane hatten aber britische Berater an ihrem Hof. Die vier nördlichen Staaten Perlis, Kedah, Kelantan und Terengganu waren bis 1909 unter der Kontrolle von Thailand. Das Gebiet des heutigen Staates Sabah war eine Kolonie, die ursprünglich dem Sultan von Sulu gehört hatte. Das riesige Waldgebiet von Sarawak war persönlicher Besitz der Familie Brooke. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das heutige Malaysia durch Japan besetzt. In dieser Zeit wuchs die Unterstützung für die Unabhängigkeit des Landes von der europäischen Kolonialmacht. Die englischen Pläne, eine malaiische Union zu gründen, wurden von vielen Malaien abgelehnt. Sie verlangten ein System, welches die Wünsche der Malaien stärker berücksichtigte, Singapur ausschloss und für die Immigranten nur eine Staatsbürgerschaft vorsah. Die Unabhängigkeit wurde im Jahre 1957 erlangt, unter dem Namen Föderation Malaya. Singapur war nicht enthalten. Am 16. September 1963 wurde eine neue Föderation unter dem Namen Malaysia gegründet, die die Föderation Malaya sowie die britischen Kronkolonien Singapur, Nordborneo (heute Sabah) und Sarawak umfasste. Die frühen Jahre waren durch territoriale Ansprüche der Nachbarn bestimmt, sowie durch das Ausscheiden Singapurs aus der Föderation im Jahre 1965.

Politik

Parteien

Seit 1957 regiert ein von der United Malays National Organisation (kurz UMNO, auf Malaiisch Pertubuhan Kebangsaan Melayu Bersatu) angeführtes Parteienbündnis. Zunächst trug dieses Bündnis den Namen Allianz und bestand aus der malayischen Partei UMNO, der chinesischen MCA und der indischen MIC, womit die drei größten Volksgruppen vertreten waren. Nach Rassenunruhen, die der Parlamentswahl 1969 folgten, wurde das Bündnis erweitert und umbenannt. 1974 folgte die offizielle Parteigründung der Barisan Nasional ("Nationale Front"). Die BN tritt bei Wahlen als geschlossene Partei auf, in ihr Vertreten sind neben den genannten Parteien zehn weitere, vorwiegend mit regionaler Bedeutung. Dadurch gelingt es ihr häufig die Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten zu erlangen und so die Möglichkeit, die Verfassung zu ändern. Einige BN-Mitglieder treten auf Ebene der Bundesstaaten als Konkurrenten auf. Die Opposition bildet kein einheitliches Bild. Nur bei der Parlamentswahl 1999 trat geschlossen das Wahlbündnis Barisan Alternatif an, was sich nur zwei Jahre später wieder spaltete. Die wichtigsten Oppositionsparteien sind die PAS und die DAP. Die PAS vertritt eine malayisch-islamistische Politik und stellt in einigen Bundesstaaten die Regierung. Die DAP hat ein sozialdemokratisches Programm und wird vorwiegend von chinesisch-stämmigen Malaysiern gewählt. In den 1990er Jahren Zeit spielte die UMNO-Abspaltung Semangat 46 (Geist von 1946, dem Jahr der UMNO-Gründung) eine relevante Rolle als Oppositionspartei. Die neu gegründete Keadilan, ebenfalls eine UMNO-Abspaltung konnte bei den Wahlen 1999 einen Achtungserfolg erringen. Sie wurde von der Frau des entmachteten, sehr beliebten ehemaligen UMNO-Politikers Anwar Ibrahim geführt.

Wahlen

Auf Bundesebene gibt es ein Mehrheitswahlrecht, bei dem nur ein Kandidat je Wahlkreis ins Parlament gewählt wird. Dies ist häufig ein Vorteil für die geschlossene Barisan Nasional, gegenüber der gespaltenen Opposition. Die Größe der Wahlkreise ist zum Teil sehr unterschiedlich, so dass eine Wählerstimme je nach Wahlkreis sehr unterschiedliches Gewicht hat. Die BN (und vorher die Allianz), unter Leitung der UMNO, regiert seit jeher unangefochten, häufig mit einer verfassungsändernden Mehrheit. Bei den Wahlen im März 2004 erhielt die Regierungskoalition über 90 % der Mandate im Parlament.

Staatsform

Malaysia ist eine parlamentarisch-demokratische Wahlmonarchie (konstitutionelle Monarchie). Das repräsentative Staatsoberhaupt ist ein König, der alle fünf Jahre aus den Reihen der Herrscher der 9 Sultanate nach dem Rotationsprinzip ausgewählt wird. Seit dem 12. Dezember 2001 ist dies König Tuanku Syed Sirajuddin. Der Regierungschef ist seit dem 31. Oktober 2003 Abdullah Ahmad Badawi von der UMNO. Das Parlament (Dewan Rakyat) besteht zur Zeit aus 218 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Die Länderversammlung (Dewan Negara) hat 70 Mitgliedern. Die letzten Wahlen fanden am 21. März 2004 statt. Nationalfeiertag ist der 31. August (Unabhängigkeitstag 1957).

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Malaysias Staatliche Gliederung